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IWF-Lagarde mit offenem Brief an Tsipras nach Leaks: Alles wird gut…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Nachdem am Donnerstag über Wikileaks abgehörte Telefonate des IWF veröffentlicht wurden, sah sich IWF-Chefin Christine Lagarde dazu genötigt jetzt einen offenen Brief an Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras zu richten. Denn in den Leaks ging es darum, dass der IWF massive Zweifel daran habe, ob Griechenland sein Sparprogramm wirklich durchhalten kann.

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IWF-Präsidentin Christine Lagarde. Foto: MEDEF / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Der Grundtenor des Briefes von Lagarde an Tsipras: Keine Sorge, alles ist in Ordnung! Die Annahme IWF-Mitarbeiter würden von einer Pleite Griehenlands ausgehen sei Quatsch, so Lagarde. Es gebe noch viele Probleme zu lösen, aber man solle gemeinsam daran arbeiten, so fassen wir ihre Aussagen mal zusammen. Wohl als Anspielung auf das Leak hat Lagarde, wie sie am Ende des Briefes auch schreibt, ihren Brief an Tsipras auf der IWF-Webseite veröffentlicht. Interessant: Sie erwähnt, dass sie davon ausgehe, dass ihre Mitarbeiter, die vor Ort in Athen tätig seien, davon ausgingen, dass sie diskret untereinander kommunuzieren können und dass ihre persönliche Sicherheit durch griechische Behörden garantiert werde. Geht Lagarde davon aus, dass die Griechen selbst den IWF abhörten und den Leak öffentlich machen? Um den Druck auf den IWF zu erhöhen? Hier der offene Brief von Christine Lagarde an Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras im Original:


His Excellency Mr. Alexis Tsipras
Prime Minister of the Hellenic Republic
Athens, Greece

Dear Prime Minister,

Thank you for your letter of April 2, in which you ask about the IMF’s position regarding the program negotiations with Greece.

My view of the ongoing negotiations is that we are still a good distance away from having a coherent program that I can present to our Executive Board. I have on many occasions stressed that we can only support a program that is credible and based on realistic assumptions, and that delivers on its objective of setting Greece on a path of robust growth while gradually restoring debt sustainability.

Otherwise it would fail to re-establish confidence, with the implication, among others, that Greece would soon again be forced to adopt yet more measures. Of course, any speculation that IMF staff would consider using a credit event as a negotiating tactic is simply nonsense.

As you and I have discussed several times, including recently on the telephone, I have been consistent in pointing out that, if it were necessary to lower the fiscal targets to have a realistic chance of them being fully met, there would be an attendant need for more debt relief. In the interest of the Greek people, we need to bring these negotiations to a speedy conclusion.

I agree with you that successful negotiations are built on mutual trust, and this weekend’s incident has made me concerned as to whether we can indeed achieve progress in a climate of extreme sensitivity to statements of either side. On reflection, however, I have decided to allow our team to return to Athens to continue the discussions.

The team consists of experienced staff who have my full confidence and personal backing. For them to be able to do their work, as you have invited us, it is critical that your authorities ensure an environment that respects the privacy of their internal discussions and take all necessary steps to guarantee their personal safety.

Finally, the IMF conducts its negotiations in good faith, not by way of threats, and we do not communicate through leaks. To further enhance the transparency of our dialogue, I have therefore decided to release the text of this letter on our website at www.imf.org. I also look forward to any personal conversation with you on how to take the discussions forward.

Sincerely yours,

Christine Lagarde


Hier geht es zum Original-Text des Leaks auf Wikileaks.

Hier dazu ein Kommentar von Wikileaks-Guru Julian Assange.

Textquelle: IWF

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    joah

    4. April 2016 23:44 at 23:44

    »Getroffene Hunde bellen.«

    Es ist nur Psychologie, sonst nichts.

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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am

Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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