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IWF: Mini-Absenkung bei Wachstumsprognosen – reicht das aus?

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet einen leichten Rückgang im Wachstum der Weltwirtschaft. Das hat man heute früh bekanntgegeben. Die Prognoserückgänge für das globale Wirtschaftswachstum sehen so aus: Für 2018 wie 2019 hatte man bisher ein Wachstum von jeweils 3,9% angenommen. Jetzt sind es „nur noch“ 3,7%.

Moment mal. Das klingt für unsere Verhältnisse doch immer noch sensationell hoch? Das stimmt. Wer die Detailangaben betrachtet, der sieht: Die hohe Zuwachsrate basiert auf dem starken Wachstum der Schwellenländer, die ein Plus von 4,7% beitragen. Die entwickelten Industrienationen tragen nur ein Plus von 2,4% und 2019 von nur noch 2,1% bei.

Wie andere Prognosen auch sieht der IWF für Deutschland einen kräftigeren Rückgang des BIP-Wachstums von bislang jeweils 2,5% auf jetzt 1,9%. Die Eurozone soll statt bislang 2,1% und 2,0% jetzt um 2,0% und 1,9% wachsen.

Wie so ziemlich alle Ökonomen warnt auch der IWF vor zunehmenden Risiken für die Weltwirtschaft durch den Handelskrieg. IWF-Chefin Lagarde hatte vor Kurzem in einer Rede eindringlich vor Risiken gewarnt (hier im Video).

Für die Türkei sieht die Prognose wie es zu erwarten war desaströs aus. Das Wachstum für 2019 soll von bislang angenommenen 4% auf 0,4% schrumpfen. Aber immerhin noch ein kleines Wachstum. Um die endlosen Texte des IWF vereinfacht zusammenzufassen: Über allem schwebt der Handelskrieg und das daraus resultierende mögliche Abflachen des Welthandels und des BIP-Wachstums. Wenn es wirklich einen Einbruch gibt, reichen dann diese Mini-Korrekturen bei den Wachstumsprognosen aus? (unsere Sichtweise)

IWF BIP-Prognosen

Die folgende Grafik zeigt: Neben den Amerikanern sind zahlreiche Notenbanken aktuell dabei ihre Leitzinsen anzuheben. Die globale Zinswende ist in vollem Gange (noch ohne die EZB).

IWF
Die IWF-Zentrale in Washington DC.



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1 Kommentar

  1. Die Wachstumsabschwächungsprognose des IWF ist für mich ein Beispiel dafür, warum es in Marktwirtschaften immer den Zyklus des „Boom and Bust“ geben wird.
    Was bleibt denn Frau Lagarde anderes übrig, als vor einer Abschwächung zu warnen? Soll sie auf einen Einbruch hinweisen, mit sofortigen tumultartigen Szenen an den großen Börsen? So hat sie zumindest ihrer Pflicht Genüge getan.
    Ich denke, es wird auch dieses Mal keinen moderaten Rückgang geben, sondern die übliche Vollbremsung.
    Es beginnt immer (nach Zinsanhebungen) mit Abschwächungstendenzen, dann Überkapazitäten im Gütertransport, Investitionszurückhaltung, ersten Pleiten, Gewinnwarnungen, Währungsturbulenzen, dann Gewinnrealisierungen, dem Rückfahren von kredit- und hebelfinanzierten Assets, und schließlich Notverkäufen, um die Margin Calls zu erfüllen und Verkäufen aus Angst und Panik (dem Counterpart der vorherigen Gier). (Plus die Reaktion der Algos mit automatischen Stopploss)
    Auslöser ist zumeist die Schieflage von irgendetwas, die die Lawine lostritt. Eine geregelte Entlüftung einer Blase, denke ich, ist eine stetig geäußerte Hoffnung, die wir uns „abschminken“ können. Das Problematische ist aber jedes Mal der verflixte Zeitpunkt des Ereignisses.
    Meine Sicht
    Gruß

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