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IWF warnt: bei US-Zinsanhebung Chaos an den Märkten

FMW-Redaktion

Der IWF hat heute die US-Notenbank Fed davor gewarnt, die Zinsen „vorzeitig“ anzuheben – so Davon betroffen seien insbesondere die Schwellenländer, aber im Gefolge der Turbulenzen dort auch die globalen Märkte insgesamt, so der Chefberater für Finanzmärkte beim IWF, José Viñals, in einem Vorbericht des IWF, der in einigen Tagen veröffentlicht werden wird.

Die Stabilität der Finanzmärkte sei nach wie vor fragil, die Risiken seien nach wie vor vorhanden, so José Viñals:

„Global financial stability is not yet assured and downside risks prevail.“

Auslöser für neue Turbulenzen dürften nach Ansicht des IWF vor allem eine Zinsanhebung in den USA sein – daher sollte die Fed warten, bis in den USA die Inflation anziehe und der Arbeitsmarkt sich weiter stabilisiere:

„The U.S. should wait to raise policy rates until there are further signs of inflation rising steadily, with continued strength in the labor market.“

Schon seit längerem warnt der IWF die USA vor einer Zinsanhebung – und sorgt vor dem am Wochenende stattfindenden Treffen von Finanzministern und Notenbankern damit für Zündstoff. Besorgt ist der IWF insbesondere über die große Verschuldung in China und den Schwellenländern – sie hätten insgesamt drei Billionen Dollar Schulden zuviel angehäuft. Würden die USA die Zinsen anheben, wären massive Insolvenzen in diesen Ländern die Folge. Und das wiederum würde dann auch die globalen Finanzmärkte schwer unter Druck bringen:

„Risk premia could decompress in a disorderly way causing a vicious cycle of fire sales, redemptions and more volatility.“

In der letzten Woche hatte das Institute of International Finance geschätzt, dass Investoren in diesem Jahr eine Billionen Dollar aus den Schwellenländern abziehen werden. Davon betroffen sind insbesondere die Kredit-gebenden Banken in den Schwellenländern, deren Kapitalpuffer inzwischen dünn geworden sei.

Das Hauptproblem sieht der IWF aber in der Fehlpreisung von Risiken an den Finanzmärkten, die durch die Geldpolitik der Notenbanken ausgelöst worden sei: die Investoren seien so in hoch-risikoreiche Anlagen gedrängt worden. Viele Risiken von Investoren seien am Derivatemarkt noch zusätzlich gehebelt, was jedoch in den Berichten der Unternehmen nicht dargestellt werde: so habe eine Untersuchung von Anleihefonds durch den IWF gezeigt, dass die tatsächlichen Risiken aufgrund der Nutzung von Derivaten um den Faktor drei höher sein als von den Fonds dargestellt. Viele davon seien nicht wirklich liquide, und könnten daher bei einem Abschwung an den Märkten eine regelrechte Panik auslösen.



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1 Kommentar

  1. Das hat der Dow verstanden und hat sofort die Crash-Position eingenommen!

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