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Jackson Hole: Die Zentralbanken sitzen in der Falle

In diesen Tagen trifft sich die internationale Finanzelite in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming zur alljährlichen geldpolitischen Konferenz der Federal Reserve Bank of Kansas. Unter dem Motto „Die Förderung einer dynamischen…

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Gastkommentar von Ernst Wolff

In diesen Tagen trifft sich die internationale Finanzelite in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming zur alljährlichen geldpolitischen Konferenz der Federal Reserve Bank of Kansas. Unter dem Motto „Die Förderung einer dynamischen Weltwirtschaft“ diskutieren führende Vertreter der internationalen Zentralbanken mit Ökonomen und Topmanagern aus aller Welt die aktuellen Probleme im Finanzsektor.


Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches „Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs“, erschienen im Tectum-Verlag, Marburg.

Anders als das Motto vermuten lässt, findet das Treffen vor dem Hintergrund einer sich immer mühsamer dahinschleppenden Weltwirtschaft statt, die trotz zehnjähriger intensiver Bemühungen nicht mehr in Gang kommt. Der Grund: Die globale Realwirtschaft wird von einem Finanzsektor ausgesaugt, dessen Manipulation inzwischen ein historisch nie dagewesenes Ausmaß angenommen hat und der mittlerweile vor allem von den Zentralbanken beherrscht wird.

Motor der Entwicklung: Die Zentralbanken

Seit der Krise von 2007 haben die großen Zentralbanken der Welt mehr als 18 Billionen Dollar ins System gepumpt („Liquidität geschaffen“) und weltweit mehr als 670 Mal die Zinsen gesenkt („für billiges Geld gesorgt“) . Zwar hieß es, das billige Geld werde zur Ankurbelung der Wirtschaft vergeben, doch tatsächlich ist der Löwenanteil auf direktem Weg ins globale Finanzcasino geflossen, wo er Aktien, Anleihen- und Immobilienkurse in schwindelerregende Höhen getrieben, einen riesigen Schuldenberg erzeugt und das größte je gesehene Ungleichgewicht zwischen Realwirtschaft und Finanzsektor geschaffen hat.

Obwohl Politiker aller Schattierungen nach der Finanzkrise von 2007 / 2008 versprochen hatten, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen und der internationalen Spekulation Einhalt zu gebieten, ist das Gegenteil geschehen: Der Finanzsektor ist heute noch weniger reguliert, die eingesetzten Summen sind noch größer und die Risiken damit noch höher als vor dem Beinahe-Crash von 2007 / 2008.

Inzwischen treiben die Zentralbanken diesen Prozess immer kräftiger voran. Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres haben sie neues Geld in Höhe von 1,5 Billionen Dollar geschöpft und in Umlauf gebracht. Dazu haben sie in riesigem Ausmaß Staats- und Unternehmensanleihen gekauft und sich als Großaktionäre betätigt.

Während die Europäische Zentralbank (EZB) zahlungsunfähige Staaten (und damit auch deren Regierungen) über Wasser hält, gehört die Bank of Japan (BoJ) inzwischen bei mehr als 800 an der Tokioter Börse notierten Unternehmen zu den zehn größten Aktionären. Die Schweizer Nationalbank (SNB) hält weltweit Beteiligungen an mehr als 6.500 Unternehmen, davon 20 % in Aktien.

Die Konzerne wiederum nutzen das von den Zentralbanken erhaltene billige Geld, um die eigenen Aktien zurückzukaufen und deren Kurse (und die daran gekoppelten Boni der Manager) noch weiter in die Höhe zu treiben – ein Mechanismus, der vor allem bewirkt hat, dass der Aktienkurs eines Unternehmens und sein Erfolg am Markt nichts mehr miteinander zu tun haben müssen.

Zwei Optionen, die beide ins Verderben führen

Dass das globale Gelddrucken bisher nicht zu einer im Alltag spürbaren Inflation geführt hat, liegt zum einen daran, dass kaum Geld in die Realwirtschaft geflossen ist. Zum anderen schwindet weltweit die Kaufkraft der Mehrzahl der Konsumenten, weil die Löhne international stagnieren oder – wegen der Ausweitung des Niedriglohnsektors – sogar sinken. Die Industrie kann deshalb die Preise für Konsumgüter nicht anziehen, ohne die Nachfrage und damit den eigenen Gewinn zu verringern.

Während also im Alltagsleben kaum etwas von einer Geldentwertung zu spüren ist, sind an den Aktien-, Anleihen- und Immobilienmärkten (also dort, wo das Geld hingeflossen ist) riesige inflationäre Blasen entstanden. Zudem hat das zur Kreditaufnahme verführende billige Geld gewaltige Schuldenberge erzeugt, die in vielen Fällen – wegen der stagnierenden Realwirtschaft – nicht mehr bedient werden können (sogenannte „faule Kredite“).

Beide Probleme – die Blasen an den Märkten und der historische Höchststand bei Schulden und faulen Krediten – stellen die Zentralbanker der Welt vor ein unlösbares Problem, da ihnen nur zwei Optionen offenstehen: Um eine weitere Zunahme der Blasen zu verhindern oder gar den Versuch zu unternehmen, sie zu verkleinern, müssten das Gelddrucken eingeschränkt und die Zinsen wieder angehoben werden. Um die Rückzahlung von Krediten zu ermöglichen und das Entstehen weiterer fauler Kredite zu verhindern, müssten dagegen die Zinsen weiter gesenkt und der Geldmarkt mit zusätzlichem billigem Geld versorgt werden.

Der einzige Ausweg aus einer ausweglosen Lage

Egal, wie man es dreht und wendet: Das gegenwärtige Finanzsystem befindet sich in einer ausweglosen Lage. Entweder es kommt zum Platzen der Blasen oder zum Zusammenbruch des Schuldenbergs. Beide Varianten werden mit Sicherheit zum Zusammenbruch gesellschaftlicher Strukturen, zu Massenarbeitslosigkeit, zum Bankrott einer riesigen Zahl mittelständischer Unternehmen und zu drastischen Einschnitten bei Sozialleistungen und Renten führen.

Das wiederum dürfte erhebliche politische Unruhen nach sich ziehen, die vor allem in Europa die lange genossene relative Ruhe beenden, aber so lange fruchtlos bleiben werden, bis eine Mehrheit der Menschen erkennt, dass es nur einen wirklichen Ausweg aus der gegenwärtigen Situation gibt: Korrupten Politikern das Vertrauen zu entziehen, das internationale Finanzcasino trockenzulegen und den Spekulanten der Finanzelite ein für allemal die Kontrolle über den Lauf der Welt zu entreißen.

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    randyhofbeck

    24. August 2017 11:19 at 11:19

    „Korrupten Politikern das Vertrauen zu entziehen, das internationale Finanzcasino trockenzulegen und den Spekulanten der Finanzelite ein für allemal die Kontrolle über den Lauf der Welt zu entreißen“ :
    1. nicht mehr wählen gehen
    2. sinnlosen konsum einstellen

    … dann macht mal …

  2. Avatar

    Jan

    24. August 2017 11:34 at 11:34

    Also revolte. Steine schmeißen, Köpfe abschneiden. Rauch und feuer. Geschrei und erst mal eine Menge Elend.
    Juhu.
    Gibt es noch irgendwo ein Robinson Crusoe insel?

  3. Avatar

    Leftutti

    24. August 2017 11:48 at 11:48

    Sehr guter Artikel, der in einfachen und klaren Worten in medias res geht.
    „Korrupten Politikern das Vertrauen zu entziehen, das internationale Finanzcasino trockenzulegen und den Spekulanten der Finanzelite ein für allemal die Kontrolle über den Lauf der Welt zu entreißen“ :
    1. Nicht mehr die Kumpel, stillen Dulder und Mitverbrecher der Finanzmafia wählen
    2. Das Geld in die Realwirtschaft bringen und dadurch den Konsum ankurbeln
    3. Die Finanzelite wirkungsvoll kontrollieren und bei Bedarf mit drastischen Strafen zur Verantwortung ziehen

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    Gerd

    24. August 2017 12:19 at 12:19

    Mein Fazit bezogen auf den Bericht und die ersten drei Kommentare:

    Alles bleibt beim Alten, eine Veränderung wird es nicht geben und die Dinge nehmen halt ihren unheilvollen Lauf.

    Denn das das Empfohlene vollzogen wird, glaubt ja wohl niemand ernsthaft.

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    Altbär

    24. August 2017 12:22 at 12:22

    Ich empfehle allen Permabullen den Kommentar 2/ 3 mal durchzulesen u.nachzudenken u. dann hoffe ich das sie die sogenannten Bären (REALISTEN) mindestens nicht mehr verhöhnen u.einsehen dass sie vielleicht falsch liegen könnten.

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    Jürgen Sprenzinger

    24. August 2017 12:22 at 12:22

    Alles gute Grundgedanken – ohne Zweifel. Stellt sich lediglich die Frage der Durchsetzung. Der deutsche Michel wird noch Äonen benötigen, bis er aufwacht. Und by the way: Angela Merkel wird wieder Bundeskanzlerin werden, die Flaschen in Berlin bleiben die gleichen, denn wir wollen doch gar keine Veränderung, nicht wahr?

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    Juke

    24. August 2017 14:01 at 14:01

    Das Problem ist aber doch damit noch lange nicht gelöst, dass Verantwortliche ausgetauscht werden. Wenn wir weiterhin ein Schuldgeldsystem / Fiatgeld verwenden, haben wir dank Zinseszins in 70 Jahren wieder genau dasselbe Problem. Warum wird DAS nicht diskutiert? Es ist halt so viel einfacher auf „die bösen“ zu schimpfen die an allem Übel Schuld sind. Hilft aber nichts. Viel mehr wäre es notwendig, die Bevölkerung mal über ihr eigenes Geldsystem aufzuklären, anstatt ihre Unzufriedenheit noch weiter anzuheizen.

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    PK

    24. August 2017 14:39 at 14:39

    der Artikel wiederholt gebetsmühlenartig die immer wieder gleichen Argumente, die nach Meinung der sich für besonders schlau haltenden Zunft der Crashpropheten und Untergangsgurus schon seit 6 Jahren zum Kollaps hätten führen sollen.
    Hier werden nur 2 Szenarien als möglicher Ausgang zur Auswahl gestellt, dabei ist die allerhöchste Wahrscheinlichkeit eine Fortführung des aktuellen Zustandes.
    Und die Wahrscheinlichkeit der Fortführung steigt mit jedem Jahr, an dem die Finanzmärkte Zeit hatten sich an diese Verwerfungen und Manipulationen zu gewöhnen.
    Ein System, in dem es (wie aktuell) keine Zinsen mehr gibt und durch Inflation so die realen Staatsschulden langsam abgebaut werden ist zumindest prinzipiell in der Lage einen stabilen Zustand zu erzeugen.
    Kommt es tatsächlich zu einem Crash (zu dem es eines externen Schocks bedarf), wird es übrigens ein Crash der Währungen und des Papiergeldes sein und wirklich jede Anlageform, und das schließt Aktien und Immos ein, werden am Ende besser dastehen als Dollar und Euro.

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    Bernd

    24. August 2017 14:52 at 14:52

    Ich musste beim Lesen des Artikels an die Szene aus dem Film Eric der Wikinger: „wir sinken nicht“ denken (YouTube). Das am Ende des Artikels beschriebene erreichen der kritischen Masse wird nicht passieren. Warten wir ab wie die Korrektur verläuft. Man muss lachen können wenn es nicht’s mehr zu lachen gibt.

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    Einsiedler

    24. August 2017 21:34 at 21:34

    Island hat auf beeindruckende Weise vorgemacht wie mit Finanzverbrechern umzugehen ist, sie haben diese seelische und moralische Inzucht, erstmal in den Knast gesteckt. Die Staatssimulation BRiD hat aber nicht ansatzweise „Eier in der Hose“ sowas auch nur ansatzweise hinzubekommen.
    Lukas 16,13: „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon“

    • Avatar

      Lars

      25. August 2017 01:10 at 01:10

      Ich liebe Island. Knast für Finanzverbrecher klingt doch schon mal gut. Wenn Island das kann, weiß man, dass es möglich ist. Lukas 16 oder 13 hin oder her, die Lumpen gehören erst einmal drei Jahre in den Knast, bevor man ihre Vergehen überhaupt verhandelt. Unabhängig, ob sie Eier oder Eierstöcke haben…

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    Columbo

    25. August 2017 09:09 at 09:09

    Der Artikel ist gut, der Schluß unglaublich naiv. Korruption wird es geben, solange es den Menschen gibt.
    „Finanzcasino trockenlegen“ oder „Spekulanten der Finanzelite kontrollieren“, wie soll das denn gehen? Macht das ein neuer Messias? Auch wir hier reden hauptsächlich darüber, wie man Geld vermehren und nicht wie man „Finanzcasinos“ trockenlegen könnte.
    Versuchen, die Welt zu verbessern ist ok, die Wirklichkeit sollte man dabei nicht aus den Augen verlieren.

  12. Avatar

    Gerd

    25. August 2017 10:35 at 10:35

    Die Schlussfolgerungen des Autors halte ich für nicht zielführend und auch nicht schlüssig.

    Zum einen gibt es für ihn ausschließlich eine entweder ausweglose Situation oder im anderen Fall eine ausweglose Situation. Bei ihm muss es krachen.
    Dass man die Situation ggf. auch gemäßigt durch milde Anpassungsmaßnahmen beherrschbar machen könnte, schließt er aus.

    Das wäre demnach aber auch nicht anders, wenn die korrupte Finanzelite entfernt würde. Denn bevor es einen Neuanfang mit nur noch total anständigen Menschen geben können würde, müsste ja gemäß seiner Meinung zunächst mal unweigerlich die Blase platzen oder der Schuldenberg einstürzen.

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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