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Jackson Hole – was läuft wie ab?

Heute ist es endlich so weit: um 16Uhr beginnt die viel beachtete Rede Janet Yellens in Jackson Hole..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Heute ist es endlich so weit: um 16Uhr beginnt die viel beachtete Rede Janet Yellens in Jackson Hole (über Jackson Hole siehe unseren Artikel „Jackson Hole und die Fed: Was ist da eigentlich los?“):

„Jackson Hole ist ein Ort oder besser gesagt ein Tal im US-Bundesstaat Wyoming (Nordwesten der USA), wo man auch viel Wintersport betreibt. Dort veranstaltet die „Federal Reserve Bank of Kansas City“ jedes Jahr das sogenannte „Fed Symposium“, welches dieses Jahr von Donnerstag bis Samstag andauert. Journalisten sind sehr begrenzt zugelassen, und müssen sogar Eintritt zahlen. 1982 stimmte Fed-Chef Paul Volcker einem Vorschlag zu das eher langweilige Treffen aus Kansas City nach Jackson Hole zu verlegen, weil er Angler war und hier einen tollen Platz vorfand. Außerdem sollte das jährliche Treffen einfach ein spezielles Prestige erhalten, und wurde deshalb fortan im Rahmen dieser „Ranch-Atmosphäre“ veranstaltet. Die Offiziellen sollen angeblich in spartanisch kargen Zimmern ohne Fernseher untergebracht sein.“

Jackson Hole
Foto: Jon Sullivan, Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Das Symposium trägt in diesem Jahr den Titel „Designing resilient monetary frameworks for the future“ (auf deutsch etwa: „Das Design eines tragfähigen Rahmens der Geldpolitik für die Zukunft“) – nur was ist bislang eigentlich tragfähig an der Politik der großen Notenbanken?

Wie auch immer.. normalerweise ist das Treffen in Jackson Hole eher ein intellektueller Austausch akadamischer Spitzfindigkeiten in Sachen Geldpolitik mit wenig konkretem Bezug zur aktuellen Geldpolitik – und auch diesmal deutet der Titel des Symposiums eigentlich darauf hin, dass es deutlich mehr um die Zukunft geht als um die Gegenwart. Aber Yellen ist unter Druck durch die Erwartung der Märkte, etwas zur aktuellen Zinspolitik zu sagen. Tut sie das nicht, wäre das negativ für den Dollar, der in Erwartung einer eher hawkishen Rede Yellens zuletzt aufgewertet hatte.

Dass von Jackson Hole eine wichtige Botschaft ausgeht war zuletzt im Jahr 2010, als Ben Bernanke seine Rede dort nutzte, um das QE der Fed anzukündigen (QE2). Kommt diesmal Erhellendes von Yellen? Die Märkte haben dafür eine leicht gestiegene Wahrscheinlichkeit eingepreist – so stieg laut Fed Fund Futures die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschrittes schon im September von Tag zu Tag leicht an und steht derzeit bei 32%, für den Dezember jetzt bei 57%.

Gastgeberin ist übrigens Esther George, die Chefin der die Veranstaltung ausrichtenden Kansas-Fed. Sie ist pikanterweise ein „dissenter“, also ein Abweichler, weil sie schon länger dafür eintritt, dass die Zinsen angehoben werden müßten – sich damit aber bekanntlich nicht durchsetzen konnte.

Blickt man auf das Programm der Veranstaltung (hier der Ablauf im Detail), wird klar, dass es neben der Rede Yellen heute vor allem morgen ab 12.25Uhr deutscher Zeit noch einmal spannend werden könnte: denn dann werden der Chef der Bank of Japan Kuroda und EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré sprechen (dazu noch der Chef der mexikanischen Notenbank, Agustín Carstens).

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Gerd

    26. August 2016 12:18 at 12:18

    Fällt mir gerade noch ein:
    Seit Jahren gibts es mindest einmal in der Woche ne Zinsveränderungsdiskussion. In der letzten Zeit fühlt sich anscheinend jedes einzelne FED-Mitglied bemüßigt, seine individuelle Meinung dazu kundzutun. Schließlich soll sein Name ja auch die Erinnerung zurückkehren, falls er sich mal zu was Höherem berufen fühlt.

    ABER:
    Das ist m.E. so was von unwichtig, ob die Zinsen jetzt oder im September oder Dezember oder gar nicht mehr erhöht weden.
    Es geht da nur um 0,25%, bei einem immer noch historisch absolutem Niedrigzinsumfeld.
    Werden derart niedriger Zinsen erhöht und die Konjunktur, resp. die Gewinne sprudeln, ist das voll in Ordnung.
    Werden die Zinsen n i c h t erhöht und die Konjunktur läuft n i c h t , ist es leider trotzdem unschön.

    Kurz und knapp.
    Gute Konjunktur: 0,25%Zinsveränderung völlig unmaßgeblich.
    Schlechte Konju: o,25%Zinsveränderung völlig unmaßgeblich.
    Noch knapper: 0,25%Zinsveränderung ist völlig unmaßgeblich.

    Vielleicht sollte jeder Handelnde mal anhand der Wirtschaftsmeldungern selber versuchen, wohin der Hase, eh die Wirtschaft läuft.

    Einschränkung: Weil die Marktteilnehmer aber dennoch im Laufe der Zeit eine mögliche Kleinst-Zinsveränderung als überirdisch wichtig hochgestuft haben, hat es für die Kurzfrist-Trader unter uns natürlich schon eine gewisse Bedeutung.

    • Avatar

      Gerd

      26. August 2016 12:25 at 12:25

      Vielleicht besser zu verstehen, was ich meine, wenn der folgend Passus so gelautet hätte:

      Kurz und knapp.
      Gute Konjunktur: 0,25%Zins-Erhöhung völlig unmaßgeblich.
      Schlechte Konju: o,25%Zins-NICHT-Erhöhung völlig unmaßgeblich.
      Noch knapper: 0,25%Zinsveränderung ist völlig unmaßgeblich.
      Wichtig ist, ob die Wirtschaft brummt oder summt.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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Beschlossen: Dax mit 40 Aktien und neue Qualitätskriterien – hier die Details

Claudio Kummerfeld

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Der Wirecard-Skandal hat die deutsche Börsenlandschaft erschüttert. Ein Dax-Wert geht pleite und löst sich sang und klanglos als Luftnummer in Rauch auf. Die Vorstände sind in Haft oder auf der Flucht. Was für ein Debakel für die Deutsche Börse. Die Aufnahme- und Qualitätskriterien für die Indizes wie dem Dax waren wohl mangelhaft. Nach der Konsultation von Marktteilnehmern hat die Deutsche Börse jetzt Änderungen beschlossen. Hier alle Details, im Wortlaut von der Deutschen Börse:

Ab September 2021 wird der Leitindex DAX um zehn Werte auf insgesamt 40 Werte erweitert. Damit wird er die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug verkleinert sich der MDAX-Index auf 50 statt bisher 60 Werte.

Ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen.

Ab März 2021 wird es Bestandteil der Indexmethodologie, dass zukünftig alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum Indexausschluss.

Infolge dessen entfällt für alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes die Pflicht zur Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung im Regulierten Markt ist künftig ausreichend. Diese neue Regel wird eingeführt, um dem Indexanbieter zu ermöglichen, im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren zu können.

Zusätzlich müssen ab März 2021 alle Neuzugänge zur DAX-Familie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gilt eine Übergangsfrist, um Kontinuität in der DAX-Familie zu bewahren; sie müssen die Vorgabe ab September 2022 erfüllen.

Ab 2021 gibt es bei den DAX-Indizes zweimal im Jahr eine planmäßige Hauptüberprüfung (März und September). Zurzeit gibt es eine derartige Überprüfung nur im September.

Um die Regeln zu vereinfachen, ohne jedoch auf Investierbarkeit zu verzichten, werden ab der Überprüfung im September 2021 Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt; stattdessen müssen Indexmitglieder eine Mindestliquidität aufweisen.

Nicht übernommen wird der Vorschlag zum Ausschluss von Unternehmen mit Beteiligung an kontroversen Waffen. Stephan Flägel: „Wir haben ein sehr heterogenes Meinungsbild zu den Themen Nachhaltigkeit und ESG außerhalb der Vorschläge, die wir zur Governance gemacht haben, bekommen. Es wird von vielen Seiten die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob diese Kriterien bei der Auswahl der DAX-Mitglieder eine Rolle spielen sollten. Deshalb werden wir den Austausch mit den Marktteilnehmern fortführen. Nachhaltiges Investieren ist und bleibt einer der wichtigsten Trends an den Finanzmärkten und wird das Investitionsverhalten in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Thema ESG hat für Qontigo sehr hohe Priorität. Im März haben wir bereits den DAX 50 ESG Index gestartet und wir verfügen seit Längerem über eine breite Palette an ESG-Indizes, die wir auch künftig weiter ausbauen werden.“

Dax und MDax werden von der Deutschen Börse ermittelt
Foto: Deutsche Börse AG

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