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Jackson Hole – was passiert heute, was passierte in den letzten Jahren?

Was ist heute aus Jackson Hole zu erwarten? Ein Ausblick - und ein Rückblick..

FMW-Redaktion

Was ist heute aus Jackson Hole zu erwarten? Die Rede Yellens hat den Titel „Finanzstabilität“, und im Grunde geht es um eine einzige wichtige Frage: was ist wichtiger für Yellen – die Finanzstabilität, nachdem die „financial conditions“ trotz der Zinsanhebungen der Fed immer noch extrem lax sind, oder die Sorge um die geringe Inflation?

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Yellen im Sommer 2014 bereits ein ähnliches Thema hatte, damals lautete der Title ihrer Rede “Monetary Policy and Financial Stability”. Damals waren die „financial conditions“ ähnlich lax wie heute – und Yellen meinte damals, dass die laxen Finanzbedingungen eine keine restriktiver Geldpolitik rechtfertigen würden. Die Grundfrage ist nun, ob Yellen das nun anders sieht, nachdem viele ökonomische Parameter wie der US-Arbeitsmarkt zumindest optisch besser aussehen als damals.

Die Rede Draghis dagegen hat keinen spezifischen Titel, dauert aber laut Programm 60 Minuten, während Yellens Rede nur 30 Minuten dauert. Die Frage ist hier, ob sich Draghi zur Euro-Stärke äussern wird oder nicht, EZB-Insider hatten vorher durchblicken lassen, dass er keine Aussagen zum Ende des QE etc. machen wird, aber Aussagen zum Euro wären ein indirekter Hinweis auf das weitere Vorgehen der Notenbank.

Blickt man zurück, was in den letzten Jahren in Jackson Hole passiert, so war sicher die wichtigste Rede die von Ben Bernanke im Jahr 2012. Er ließ damals durchblicken, dass mehr Stimulusmaßnahmen erforderlich seien, um den US-Arbeitsmarkt zu stärken – und wenig später, am 13 September 2012 verkündete die Fed dann das „QE3“. Die Aktienmärkte und Anleihemärkte haussierten in Reaktion auf die Rede Bernankes, der S&P500 stieg vier Monate in Folge an.

2013 war das Bild schon ganz anders: Bernanke hatte im Mai 2013 das Tapering angekündigt, die Anleiherenditen schossen darauf hin nach oben (Taper Tantrum). Drei Fed-Mitglieder äusserten sich damals in Jackson Hole jedoch unterschiedlich zum Tempo der Reduzierung der Käufe, die (Anleihe-)Märkte beruhigten sich darauf hin wieder.

2014 hatte Yellen ihr Debut in Jackson Hole, sie zeigte sich damals sehr optimistisch für die US-Wirtschaft – kurz nach ihrer Rede stieg der S&P500 damals erstmals über die 2000er-Marke, der Dollar stieg fast auf das Hoch aus dem Jahr 2009, weil Yellen eine straffere Geldpolitik ankündigte (die dann bekanntlich dann doch nicht kam!).

Gleichwohl blieb die Sorge um Zinsanhebungen, und im Jahr 2015 verstärkte Fed-Vize Fischer diese Bedenken, als er in Jackson Hole meinte, dass ein Anstieg der Inflation zu erwarten sei. Im Dezember 2015 erhöhte dann die US-Notenbank schließlich erstmals die Zinsen.

Im Vorjahr (2016) war erneut die Frage, wann die Fed erneut agieren würde – was sie dann schließlich erneut im Dezember (2016) dann auch tat. Ab September ging es für die US-Märkte tendenziell dann nach unten, vorwiegend aufgrund der einsetzenden Schwäche des Schwergewichts Apple, weniger wegen Aussagen aus Jackson Hole.


Schöne Landschaft in Jackson Hole
Foto: Gemeinfrei



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1 Kommentar

  1. Schöne Zusammenfassung. Das macht fmw aus. Informationen und Fakten zum richtigen Zeitpunkt wenn sie auch sinnvoll sind

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