Folgen Sie uns

Allgemein

Jamaika abgesagt, Merkel angezählt – turbulente Tage stehen an für Dax und Euro

Es gibt einen Spruch bei Profis in der Finanzszene. Erster zu sein ist oft besser als der Klügste zu sein. Trifft das auch auf Christian Lindner zu? Die FDP hat die Chance genutzt, und als erster die Sondierungsgespräche für die Jamaika-Koalition…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Es gibt einen Spruch bei Profis in der Finanzszene. Erster zu sein ist oft besser als der Klügste zu sein. Trifft das auch auf Christian Lindner zu? Die FDP hat die Chance genutzt, und als erster die Sondierungsgespräche für die Jamaika-Koalition platzen lassen. Man könne das nicht mit tragen, sonst müsse man seine Grundsätze verraten. Möglich ist, dass Lindner damit bei der eigenen Wählerschaft und einigen potenziellen Wählern das vermeintliche Profil der FDP geschärft hat, und ihnen damit zeigen will: Seht her, wir stehen zu unseren Inhalten. Das könnte man den Wählern bei Neuwahlen unter die Nase reiben. Seht her, wir blieben standfest, wir wollten uns nicht für „faule“ Kompromisse verkaufen.

Wird die FDP daher bei Neuwahlen weiter zulegen? Möglich wäre es. Vielleicht gewinnt sie Stimmen dazu, vielleicht aber genau so die AfD, und ein bisschen die SPD, weil sie sich gleich nach der Wahl klar von einer neuen Koalition abgewandt hatte? Alles noch unklar! Alles hypothetisch. Erst mal muss es ja zu Neuwahlen kommen. Aber welche Alternative ist realistisch? Die SPD hat sich inzwischen so oft und klar von einer Regierungsbeteiligung distanziert, dass sie nicht mehr zurück kann. Und eine Minderheitsregierung von CDU/CSU? Man wäre bei jeder Einzelentscheidung im Bundestag völlig erpressbar.

Es ist kaum vorstellbar, dass sich Angela Merkel das antun würde. Neuwahlen sind wahrscheinlicher denn je. Hätte man doch letzte Woche mal genauer finanzmarktwelt.de gelesen… genug des Eigenlobs! Ob Angela Merkel und Horst Seehofer Neuwahlen noch im Amt erleben werden? Auch das ist ungewiss. Bei Neuwahlen dürfte ein Satz von Angela Merkel für die CDU verheerend werden. Nämlich ihr Satz direkt nach der Bundestagswahl, dass sie nicht wüsste, was man falsch gemacht habe (massiver Verlust an Stimmen bei der Wahl für die CDU). Wenn sie erneut antritt, und die CDU dann erneut Stimmen verliert, könnte sie das eigentlich nicht mehr im Amt überleben!

Ein Beben für Aktien- und Devisenmärkte wird immer wahrscheinlicher. Die Märkte vor allem in Europa haben sich all die Jahre während der ganzen Unruhen (Brexit, Griechenland etc) an der Merkel-Stabilität berauscht. Mutti ist und bleibt im Amt, dann wird alles gut, wie immer. Was ist der Grund für diese politische Unklarheit? Es wird kaum ausgesprochen derzeit: Die AfD hat den etablierten Parteien die entscheidenden Stimmen „geklaut“. Deswegen können sie jetzt nicht wie üblich mal eben so eine Koalition bilden.

Mit der AfD kann und will aber niemand etwas anfangen, von daher sind Neuwahlen mehr als wahrscheinlich. Ein Erdbeben steht bevor. Reagiert der Markt schon heute mit fallenden Aktienkursen und fallendem Euro? Oder dauert es erst bis zur Neuwahl? Oder ist es ein Schock auf Raten? Nach der Bundestagswahl haben vor allem ausländsiche Pressevertreter den massiven Stimmenverlust für Angela Merkel kaum wahrgenommen, sondern nur vermeldet, dass sie mal wieder die Wahl gewonnen habe. Abgehakt war das Thema. Dass es jetzt keine Koalition gibt, wird viele im Ausland überraschen.

Jetzt betritt Deutschland politisches Neuland, dank der AfD. Was nun politisch in den nächsten Tagen in Berlin passiert, ist für alle Neuland – und niemand weiß im Augenblick,, wie es weiter geht. Also kann sich der Börsianer, der vor allem Dax und Euro handelt, auf überraschende Kursausschläge in den nächsten Tagen und Wochen gefasst machen.


FDP-Chef Christian Lindner. Foto: Olaf Kosinsky / Wikipedia (CC BY-SA 3.0 de)

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    frank

    20. November 2017 09:41 at 09:41

    Klasse Aktion von Christian Lindner. Der Typ hat echt was drauf! Er und die FDP können davon nur profitieren. Entweder bei Neuwahlen oder bei Neuverhandlungen. Jetzt hat die FDP eine bessere Verhandlungsposition. Chapeau!

  2. Avatar

    frank

    20. November 2017 09:46 at 09:46

    Ich könnte mir sogar vorstellen, bei Neuwahlen FDP zu wählen. Die neue FDP finde ich echt klasse. Vor allem ihre klare Kante bei der Einwanderungspolitik, das ist mir eh das Wichtigste! Also Erststimme wird an die AfD gehen, Zweitstimme and FDP.

  3. Avatar

    Hondo

    20. November 2017 09:47 at 09:47

    Dem Dax nach sind wohl Alle ziehmlich froh das die Ära Merkel zu Ende geht??
    Ist ja cool. Endzeitstimmung “ machen wir noch ein Faß auf ? Party all the time“

    • Avatar

      Gerd

      20. November 2017 10:07 at 10:07

      US-$ auch schon wieder bei 1,18

  4. Avatar

    frank

    20. November 2017 09:49 at 09:49

    Neuwahlen wären klasse. Merkel und Seehofer wären ziemlich sicher weg. AfD dürfte profitieren und eine starke rechts-liberale FDP wäre sehr gut für die Regierung.

    • Avatar

      Gerd

      20. November 2017 10:03 at 10:03

      M.E. profitiert die AfD überhaupt nicht, im Gegenteil.
      Ohne Merkel kehren ehemalige CDU-Wähler der AfD wieder den Rücken.

      Und ohne Seehofer? Nach dem ersten Anschlag in Frankreich Anfang November 2015 hat Söder gefordert, dass das aber nun endgültig der Anlasse sein muss, die Merkelsche Flüchtlingspolitik zu stoppen. Er wurde aber von Seehofer derbe zurückgepfiffen. Söder hätte den leeren Worthülsen Seehofers über eine Verfassungsklage auch Taten folgen lassen.
      Das heißt auch in Bayern für sehr viele Wähler: warum jetzt noch AfD wählen?
      AfD wirkt – und das ist auch gut so.

      • Avatar

        frank

        20. November 2017 10:37 at 10:37

        ja, AfD wirkt! darum gehts ja. Wahlentscheidend für mich ist die Beendigung der katastrophalen Flüchtlingspolitik – wer dies durchsetzt ist mir letztlich gleich. Es ist mir im Prinzip wurscht. Ob eine AfD oder eine neue rechte CSU bzw. rechte FDP ist mir gleich… Ich bin bzw. war auch nur ein Protestwähler und halte auch nicht viel von der AfD bzw. hat die AfD kein tragfähiges Konzept und keine tragfähigen Politiker. Söder gefällt mir auch gut, er wäre ein guter Ministerpräsident in Bayern, rechts-konservativ und trotzdem sozial, so wie die CSU eigentlich sein sollte.

      • Avatar

        Robert14021984

        20. November 2017 10:57 at 10:57

        Seh ich anders… Die AFD Wähler sind viele die aus trotz der etablierten Parteien gewählt haben. Und ich glaube auch kaum das die Teileweise 27 % Afd Wähler im Osten umlenken und zur CDU zurück gehen. Hinzu kommen noch so Leute wie ich und fast mein ganzes Umfeld, die gar nicht bei der Wahl waren… Und eins ist sicher.. CDU und SPD Wähle ich sicher nicht sollte nochmal eine Wahl anstehen.

  5. Avatar

    Marcus

    20. November 2017 10:46 at 10:46

    Die FDP zeigt wenigstens Rückgrat ! Diese ganzen Jammerlappen in den sozialen Netzwerken und in Berlin führen sich auf wie kleine beleidigte Kinder denen man den Lutscher abgenommen hat. Merkel ist politisch am Ende, und das ist auch gut so. Die massiven Fehlentwicklungen unter ihrer Kanzlerschaft müssen jetzt korrigiert werden, und neues Personal muss wieder Führungsstärke und Entscheidungskraft zeigen.

    Und es müssen die wirklichen Probleme in diesem Land angegangen werden.

  6. Avatar

    Gixxer

    20. November 2017 11:04 at 11:04

    Ich finde gute, dass die Sondierungen beendet wurden, von wem das ausging, ist mir egal.
    Ich geh aber davon aus, dass dies von Lindner so geplant war. Er spekuliert auf Neuwahlen und mit der Aktion erhofft er sich Stimmen von der AfD (Protestwähler).
    Ich denke daher auch, dass die AfD nicht von Neuwahlen wird profitieren können. Ob es allerdings die FDP können wird, bleibt abzuwarten.

    Mal was ganz anderes: Die Paradise Papers sind schon fast wieder vergessen. Wenn das Thema allerdings wieder in Erinnerung kommt, könnte sogar Die Linke profitieren.
    Man wird sehen.

  7. Avatar

    nodlimax

    20. November 2017 11:43 at 11:43

    Sollten Neuwahlen tatsächlich kommen, was ich nach aktuellem Stand noch bezweifle, so würde ich aber davor warnen die FDP zu wählen.

    Wenn die FDP wieder mehr Stimmen erhält, ist Schwarz-Gelb erneut sehr wahrscheinlich mit Merkel als Taktgeber. Und das wäre doch ebenfalls eine Katastrophe. Am Ende kann man sich nur wünschen, dass vor allem CDU und SPD Stimmen verlieren. Und auch gerade die Grünen mit ihren Schwachsinnigen Forderungen sollen aus dem Bundestag fliegen.

    Wenn es nach den Grünen geht, gibt es bei uns weder Kohle noch Kern oder Gaskraftwerke. Alles wird über Wind und Sonne gemacht und sorgt bei der kleinsten Wetterumschwung für massive Stromausfälle. Und wer im Winter Strom haben will, muss erst mal Schnee schippen gehen…

    • Avatar

      Mulinski

      20. November 2017 13:11 at 13:11

      Und dazu fahren wir alle nur noch E-Autos aus erneuerbarer Energie. Als Strom und Mobilität nur noch für die oberen 10.000 dank grünem Klimawahn!

  8. Avatar

    Columbo

    20. November 2017 12:08 at 12:08

    Wieder einmal bewahrheitet sich die Regel: Politische Börsen haben kurze Beine, diesmal sehr kurze. Es wird zwar viel geschwätzt(auch hier), aber niemand nimmt das Theater wirklich ernst. Dax wieder über 13.000. Alles wird gut.

  9. Avatar

    Bernd

    20. November 2017 12:26 at 12:26

    Was die Spatzen schon von den Dächern pfeifen hat die Systempresse noch nicht mitbekommen: Merkel und Seehofer liegen in den letzten Zuckungen!! Die Konsequenz hieraus wird nun ein monatelanges innerdeutsches Gezeter um Neuwahlen sein, bei dessen Ausgang eine wie auch immer geartete „no-name-Regierung“ das Ruder eines gestrandeten Narrenschiffs übernimmt. Diese Situation werden die noch seetüchtigen Narrenschiffen in der EU zu nutzen wissen um ihre irrwitzigen Ideen der Schuldenunion voranzutreiben. Man sollte in den nächsten Wochen genau darauf achten was der neue französische KaLeu Hein-Marcon von sich gibt.!

  10. Avatar

    asyoulike

    20. November 2017 13:16 at 13:16

    Moin, moin,
    es stellt sich m.E. doch die Frage, wozu braucht man eine Regierung? Um Staatsgäste zu empfangen? Das könnte ein Verwaltungsbeamter auch. Die Politik wird doch in Brüssel bzw. für die BRD in Washington gemacht.
    Ob dieses politische Hin und Her für den DAX relevant ist? Welcher ausländischer Investor schaut schon auf die Regierung in Berlin? Die Konzern in DAX und Co. sind international tätig, in der BRD ist doch oft nur die Zentrale.
    Einen nachhaltigen Zusammenhang zwischen DAX und Regierung in Berlin kann ich nicht sehen.

  11. Avatar

    Mulinski

    20. November 2017 15:00 at 15:00

    Bravo, die FDP hat ihre Lehren gezogen aus den Konsequenzen nahc ihrem Verrat an ihren Werten nur für den Machterhalt als es um die EURO-Rettungspolitik ging.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

Avatar

Veröffentlicht

am

Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

weiterlesen

Allgemein

Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

weiterlesen

Allgemein

Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen