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Janet Yellen unter Druck

FMW-Redaktion

Janet Yellen steht heute unter Druck: bei ihrer Rede vor dem economic club of New York (ab 17.20Uhr) wird sich zeigen, ob die Fed-Chefin ihren „dovishen“ Ansatz wiederholen wird. Das scheint insofern unwahrscheinlich, als in den letzten Tagen immer mehr Fed-Mitglieder sich „hawkish“ geäußert haben und damit Druck auf die Fed-Chefin ausüben.

Janet-Yellen
Heute unter Druck durch andere Fed-Mitglieder: Janet Yellen
Foto: Federal Reserve

Vor allem James Bullard ist eine zentrale Figur in dem Spiel: in einem Interview hatte er kürzlich den Druck auf die Fed-Chefin erhöht und gefordert, dass Yellen zu ihrem Wort stehen müsse, wenn die Inflation weiter anzöge und der Arbeitsmarkt weiter in Richtung Vollbeschäftigung tendiere. Yellen hatte offenkundig in Shanghai mit anderen Notenbankchefs beim G20-Treffen vereinbart, erst einmal die Füsse still zu halten und damit vor allem den Emerging Markets einen Ruhepause zu gönnen. Diese Strategie ist aufgegangen: der MSCI Emerging Markets-Index hat im März (also direkt im Gefolge des G20-Treffens), satte 10% zulegen können – der größte monatliche Zugewinn seit vier Jahren.

Aber damit könnte bald Schluß sein: zwar dürfte sich Yellen auch heute alle Optionen offen halten, allerdings eben auch wieder betonen, dass es sich bei der April-Sitzungg der Fed um ein „Live-Meeting“ handele, an dem also ohne Vorwarnung die Zinsen angehoben werden könnten. Zentral für die Märkte, aber auch die Fed selbst, dürften die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag werden.

Das Problem der Märkte besteht darin, dass sie fest von einer dovishen Janet Yellen ausgehen. Aber die Dynamik innerhalb der Fed könnte die Fed-Chefin zu verbalen Zugeständnissen an die anderen Mitglieder der Notenbank bewegen – und damit eine negative Überraschung darstellen. Die US-Aktienmärkte sind stark gelaufen, Rohstoffe haben sich erholt, der Dollar ist schwächer geworden, die US-Konjunkturdaten absolut ok für die Fed – und die Inflation zieht seit November an. Das alles ist eine Mixtur, die eine Zinsanhebung schon im April eher begünstigt – auch wenn die Märkte eben nicht daran glauben und davon ausgehen, dass die amerikanische Notenbank blufft.

Dabei wäre eine zeitnahe Zinsanhebung auch taktisch sinnvoll für die Fed. Je länger die Notenbanker wartet, umso stärker gerät man in den US-Wahlkampf, der in seiner heißen Phase keine gute Kulisse für Zinsanhebungen darstellt. Summ summarum ist also das Potential für eine negative Überraschung durchaus groß – während eine dovishe Yellen bereits eingepreist ist..



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