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Januar 2018 und heute: ein Vergleich – war die Welt damals besser?

Nun ist es so weit: der global wichtigste weil mit Abstand mit der höchsten Marktkapitalisierung versehene Leitindex der Welt, der S&P 500, hat die gewissermaßen logische Zielzone der Rally seit Ende Dezember erreicht!

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Damit sind wir nun am alten Allzeithoch aus dem Januar 2018 angekommen! Verdammt lang her, der Januar 2018! Aber war die Welt der Finanzmärkte damals nicht weniger problematisch?

 

Der Vergleich Januar 2018 mit der Lage heute:

  • im Januar 2018 war vor allem die Welt der Gewinnerwartungen noch absolut in Ordnung, die Gewennsteigerungen lagen damals bei 20%, der damals kurz vorher verabschiedeten US-Steuerreform sei Dank. Heute liegen die Gewinnerwartungen für das 1.Quartal im negativen Bereich – mit der (bislang unbewiesenen Hoffnung), dass es danach wieder bergauf gehen wird
  • die globale Konjunktur schien voll intakt, kaum ein Wölkchen trübte den Himmel über den Finanzmärkten in dieser Frage. Heute wissen wir, dass ab Januar 2018 die Abkühlung der deutschen Wirtschaft begann und auch China erste Schwächzeichen offenbarte:

 

 

ifo Index (source: tradingeconomics.com)

  • der Handelskrieg war noch nicht am Horizont erkennbar, man ignorierte die Rhetorik Trumps und meinte bis September 2018, dass es nicht zum Handelskrieg kommen könne, weil China in diesem Handelskrieg als der Exporteur seiner Waren in die USA die deutlich schlechteren Karten habe und daher klein beigeben werde
  • ebenso noch keine Anzeichen von Zöllen gegen Autos aus der EU
  • die Fed war damals noch auf ihrem Zinsanhebungskurs – allerdings empfand man das als nicht problematisch, weil man erstens nicht glaubte, dass die Notenbank wirklich öfter die Zinsen anheben würde, und zweitens war damals die Bilanzreduzierung der Fed noch nicht begonnen und als Problem eingestuft. Im Dezember 2018 sorgte dann Jerome Powell mit seiner Aussage, die Bilanzreduzierung laufe auf Autopilot für einen herben Abverkauf an der Wall Street

 

In der Summe kann man sagen: aus Sicht der Finanzmärkte war die Welt im Januar 2018 deutlich positiver als heute Zwar folgte – wohl als Gewinnmitnahme nach dem Moto, „buy the rumor, sell the fact“ – dann im Februar 2018 ein herber Abverkauf (verschärft durch schief liegende Vola-Spekulationen), aber der Trend war noch voll intakt und die Wall Street stieg dann dementsprechend auch weiter und erreichte schließlich im September 2018 ein neues Allzeithoch.

Aber dann im Dezember erfolgte der Bruch der seit dem Jahr 2009 bestehenden Aufwärtstrendlinien bei den US-Indizes S&P 500 und Nasdaq (nicht aber beim Dow Jones!) – und nun versucht etwa der Nasdaq 100 genau diese gebrochene Aufärtstrendlinie wieder zu überwinden:

 

Aus all dem wird klar: wir sind jetzt in einer neuralgischen Situation an den US-Aktienmärkten! Und wir glauben nicht, dass die Welt nun besser ist als im Januar 2018..

 

Der Januar 2018 kommt einem schon fast so lange vorbei vor wie dieser Fernseher aus den 1950er-Jahren

CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=54700



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