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Devisen

Japan erhöht QE – auch wegen Trump!

Obwohl auch in Japan die Inflation steigt, erhöht die Bank of Japan das Volumen ihres QE. Also muß es der Notenbank um etwas anders gehen – und dieses Andere hat unmittelbar mit dem Regierungswechsel in den USA, also mit Trump zu tun..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Japans Notenbank hat heute völlig überraschend verkündet, das Volumen der Käufe von japanischen Anleihen hochzufahren – von zuvor 410 Milliarden Yen auf nun 450 Milliarden Yen, also eine Steigerung von knapp 10%. Überraschend ist dieser Schritt vor allem deshalb, weil die Notenbank noch am Mittwoch entgegen der Erwartung der Märkte keine Käufe getätigt hatte – und damit Spekulationen vorschub leistete, das Volumen der Anleihekäufe zu reduzieren, also Tapering zu betreiben (daher die Schwäche bei Dollar-Yen). Nun als die plötzliche Ausweitung der Käufe, warum nur? Dabei hatten doch heute Nacht veröffentlichten Daten gezeigt, dass die Verbraucherpreise in Japan mit +0,3% zum Vorjahresmomnat etwas stärker grstiegen sind als erwartet (Prognose war +0,2%) – und eigentlich hatte die japanische Notenbank ihr QE auf Geheiß von Ministerpräsident Abe doch nur begonnen, um Inflation zu erzeugen nach der langen Deflations-Phase!

Also muß es der Notenbank um etwas anders gehen – und dieses Andere hat unmittelbar mit dem Regierungswechsel in den USA, also mit Trump zu tun. Genauer gesagt: mit der Reaktion der Märkte auf den Sieg Trumps und die damit verbundene Erwartung von Stimuli für die US-Wirtschaft, die dann Inflation erzeugen. Und Inflation wiederum ist Gift für den Markt für Staatsanleihen, ob in Japan oder an den westlichen Anleihemärkten mit ihren Null – oder Mini-Zinsen. Die Erwartung steigender Inflation wiederum lässt die Anleiherenditen steigen, weil die Investoren einen Ausgleich bei der Rendite verlangen, wenn sie davon ausgehen, dass die Preise steigen.

Und genau das passiert: die Renditen steigen, auch bei japanischen Staastanleihen. Heute etwas hatte die 40-jährige japanische Anleihe erstmals seit knapp einem Jahr wieder die Marke von 1% bei der Rendite erreicht – für die Notenbank ein Warnsignal, und eben ein Grund auf die Bremse zu treten, indem man durch künstliche Nachfrage den Anstieg der Renditen ausbremst:

Faktisch ging der Anstieg der Renditen der Bank of Japan unter Führung des „Hexenmeisters“ Kuroda also zu schnell. Sie will vor allem die Renditen der 10-jährigen Anlehe bei 0,0% halten – daher kauft sie im Rahmen ihres QE Anleihen mit Laufzeiten 5 bis 10 Jahre. Ziel ist es, die Zinskurve zu versteilen, um den Banken zu verstärker Kreditvergabe zu animieren (wenn die Zinskurve steigt, steigen auch die Margen der Banken bei der Kreditvergabe).


Haruhiko Kuroda, Chef der Bank of Japan
Foto: Asian Development Bank, CC BY 2.0

Das zweite Ziel ist nicht weniger wichtig: der Yen soll nicht zu stark werden für das vom Export abhängige Japan. mit den verstärkten Anleihekäufen erhöht die Bank die Geldmenge, was den einzelnen Yen tendentiell entwertet. Daher die Reaktion des Yen, der zu allen anderen wichtigen Währungspaaren unter Druck kommt, auch gegenüber dem Dollar:


(Dollar-Yen)

Die heutige Aktion der japanischen Notenbank ist damit der Versuch, sich einem durch den Wahlsieg Trumps ausgelösten Trend (steigende Renditen) entgegen zu stellen. Gelingen wird das nicht vollständig – aber die Notenbank signalisiert mit dem heutigen Schritt, dass sie bereit ist, das Bremspedal zu drücken..

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    nordsüd

    27. Januar 2017 10:54 at 10:54

    wie immer sehr informativ!
    Aber wieso „Bremspedal“?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      27. Januar 2017 10:58 at 10:58

      @nordsüd, Bremspedal im Hinblick darauf, den Anstieg der Renditen bei japanischen Staatsanleihen zu bremsen..

      • Avatar

        nordsüd

        27. Januar 2017 10:59 at 10:59

        Danke!

      • Avatar

        gerd

        27. Januar 2017 12:24 at 12:24

        Ich gestehe ein klein wenig reumütig, kaum hatte ich abgeschickt, kam mir selbst der Gedanke, dass der Wunsch die Deflation zu bekämpfen noch effektiver ist, wenn die Notenbank die Rendite niedrig hält.

    • Avatar

      gerd

      27. Januar 2017 12:12 at 12:12

      wie immer sehr s p e k u l a t i v informativ.

      Ich weiß nicht, wer es weiß, ob es das Ziel der Japaner ist, die Renditen zu drücken, weil sie Angst haben vor Inflation.
      Ich jedenfalls las bisher immer, dass sie die Deflation bekämpfen wollten.

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        27. Januar 2017 12:14 at 12:14

        @Gerd, ein Mißverständnis! Die Japaner haben nicht Angst vor Inflation, sondern vor dem Anstieg der Renditen, die die immense Schulden-Last Japans untragbar machen würde!

        • Avatar

          Feldmaen

          27. Januar 2017 12:33 at 12:33

          Aber beißt sich da nicht die Katze in den Schwarz? Erhöhung der Geldmenge führt eher zu Inflation(serwartung) also wieder Schub für die Renditen. Wo soll das hinführen?

  2. Avatar

    Marcus

    27. Januar 2017 12:28 at 12:28

    Dieser Versuch wird genauso erfolglos sein wie die angestrebte Schwächung des Yen. Um wirklich Durchschlagskraft zu erzielen, müsste die BoJ den kompletten Anleihemarkt übernehmen was bedeutet, das sie alles aufkauft was verfügbar ist. Als ultimativ letzten Schritt müsste man dann direkt von der Regierung kaufen so dass der japanische Bondmarkt dann praktisch komplett ausradiert ist, was meiner Ansicht nach derzeit (noch) nicht der Fall ist.

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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