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Japan stark, China schwach, Dax eher Richtung Japan..

FMW-Redaktion

Gemischte Vorgaben aus Asien: der Nikkei profitiert nach wie vor von der Entscheidung der Bank of Japan (Negativzinsen), während in China die Märkte liecht unter Druck sind. Grund sind weniger die gemischten Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte – offizielle Einkaufsmanagerindizes schwächer, Caixin Einkaufsmanagerindex jedoch besser – als vielmehr das bevorstehende Neujahrsfest. Chinas Privattrader, die den Markt dominieren, machen Kasse, weil Sie Geld brauchen für die Feiertage. Daher dürfte sich auch der Dax davon eher nicht nachhaltig beeindrucken lassen:

Shanghai Composite -1,77%
CSI300 -1,55%
ChiNext -0,06%
Nikkei +1,98%

Heute ist der Tag der Einkaufsmanagerindizes im verarbeitenden Gewerbe: Deutschland, Eurozone, aber dann vor allem in den USA der ISM Index. Dazu – und das ist fast wichtiger, weil die Fed stark darauf achtet – die US-Verbraucherpreise, die anhand des PCE-Deflators ermittelt werden (also die breite Preisentwicklung erfassen und nicht nur die Entwicklung anhand eines Warenkorbes).

Wir gehen davon aus, dass die am Freitag gestartete Bewegung sich fortsetzen wird, die Negativzinsen in Japan schwächen den Yen als sicheren Hafen und dürften zu verstärkter Risikoneigung führen im kurz- bis mittelfristigen Zeitfenster. Dabei geht der Trend zu Negativrenditen weiter, gesucht sind auch Staatsanleihen, heute Morgen etwa erreicht der Bund-Future (März-Kontrakt) ein neues Kontrakthoch. Es ist zu erwarten, dass die Suche nach Rendite auch für den amerikanischen High-Yield-Markt positiv ist, und das wiederum stützt dann die Aktienmärkte.

All das wird nicht wie an der Schnur gezogen funktionieren, sich als größeres Schema aber dann wahrscheinlich durchsetzen. Der Dax könnte dabei durchaus noch einmal in den Bereich 9700 fallen, vielleicht sogar noch einmal die Unterstützungzone 9575/80 testen (letzteres eher unwahrscheinlich). Aber es sind dann wohl die US-Märkte, die die Richtung vorgeben werden – und die wollen, so sieht es derzeit aus, nach oben.

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2 Kommentare

  1. Hallo Herr Fugmann,
    wie ist ihre Einschätzung dazu, dass der Chef der japan. Notenbank Kuroda vor 1,5 Jahren gesagt hat, die 125 (Yen/USD) sei für sie eine rote Linie, weil der Yen sonst zu schwach wäre. Die Märkte waren dann auch genau da hin gelaufen.
    Wie schaut das denn nun aus? Wird es da nicht erneut drehen (müssen)? Oder haben die Japaner diese Grenze durch den letzten Schritt der jap. Notenbank aufgegeben?
    Viele Grüße
    V

    1. @V, in Asien zählt, was man macht, nicht was man sagt. Und Kuroda versucht, die Inflation durch eine Schwächung des Yen anzuheizen, daher der Negativzins. Daher dürfte die Bank of Japan durchaus nichts mehr dagegen haben, wenn USD/JPY über die 125 geht nach meiner Einschätzung..

      Viele Grüsse!

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