Asien

Japan treibt die Märkte

Spekulationen, dass Ministerpräsident Abe Yasuhisa Shiozaki zum neuen Minister für Arbeit und Gesundheit machen werde, treiben nicht nur die Märkte in Japan, sondern sorgen auch in Europa für Auftrieb. Das Gesundheitsministerium ist verantwortlich für den 1,2 Billionen Dollar schweren Pensionsfond GPIF.

Yasuhisa Shiozaki gilt dabei als klarer Befürworter einer auch von Abe favorisierten Strategie: der Fond, der überwiegend in japanische Staatsanleihen investiert ist, solle die Möglichkeit erhalten, einheimische und internationale Aktien zu kaufen. Es ist also die Hoffnung auf weitere Liquidität, die auch in Europa für Euphorie sorgt. Schätzungen zufolge dürfte der GPIF innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre 16 Billionen Yen verkaufen, um so risikoreichere assets zu erwerben – ein Geschenk für die liquiditätsgetriebenen Aktienmärkte.

Shiozaki hatte sich in der Vergangenheit mehrfach dafür ausgesprochen, dem Fond mehr Autonomie zu verleihen und mehr Investmentprofis einzustellen. Sollte der GPIF in großem Maßstab japanische Staatsanleihen verkaufen, stellt sich die Frage, wer diese Anleihen dann übernimmt – inzwischen ist der Markt durch das Anleihekaufprogramm der Bank of Japan weitgehend ausgetrocknet. So dürfte dann die japanische Notenbank gewzungen sein, die Bestände des Pensionsfonds zu übernehmen.

Dass die ökonomische Lage in Nippon nach wie vor schwierig ist, zeigen die heute Nacht veröffentlichten schwachen Daten zu den Autoverkäufen: sie fielen auf den tiefsten Stand seit drei Jahren. Besser dagegen fielen Zahlen zu den Einkommen der Japaner aus: sie stiegen um 2,6% im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings liegt die Inflation in Japan deutlich über diesem Wert, so dass die Japaner zum 13.Mal in Folge faktisch Einkommensverluste verkraften müssen.



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

4 Kommentare

  1. Fukushima Daiichi Teil2.Während Teil1 eine relativ unvorhersehbare Naturkatastrophe(Kernkraftwerke im erdbebengefährdeten Japan direkt am Meer?)war ist Teil2 Fiatmoney in Reinkultur.Tora,tora,tora Nippon.Die Weltbörsen freuen sich(warum?) über den bevorstehenden Suizid!Ein wichtiger Konkurrent weniger.Ich kann gar nicht so viel fressen,wie ich kotzen möchte.Ich würde gerne darauf verzichten, Zeitzeuge der Selbstvernichtung des Kapitalismus zu werden,denke aber,dass ich es nicht verhindern kann!Wenn man dann mal Pleite ist,kann man ja immer noch als Vasall der Yankees,einen Konflikt mit China um die „strategisch wichtigen“Senkaku-Inseln beginnen!Der einst(lang ist’s her)unabhängige deutsche Bundestag wird dann natürlich dem historischen Verbündeten,Waffen&Soldaten schicken,gell Urselchen!(Sollte der wahnsinnig attraktive Arbeitgeber Bundeswehr dann noch über ausreichend „Man-,bzw.Womenpower verfügen.)Schwerter zu Pflugscharen&Stasi in die Produktion.Ich bin Wessi durch&durch und war auch nie im sozialistischen Paradies!Nun,so scheint es mir,kommt das Paradies unangemeldet zu mir.Hilfe,was soll ich tun?

  2. Das erinnert doch an gute, alte Zeiten Nikkei 40.000 Punkte und eine Softbank mit KGV v. 400.000 ;-)

  3. Das ist ein Versuch den 1,2 Billionen Dollar schweren Pensionsfond GPIF zu Retten. Japan ist das am Hoechsten verchuldete Land, das Problem wird wirklich sein die Anleihen an den Mann zu bringen. Wenn die BOJ die Dinger zurueck nimmt ist der Fond nur 1,0 Billionen Dollar wert. Wenn dann der Rest in die viel hoch bewerteten Maerkte fliessen ist es das AUS fuer den Fond.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage