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Jede Wette: Das wird ein heißer September!

FMW-Redaktion

Jede Wette: Das wird ein heißer September. Warum? Nachdem Alexis Tsipras heute zurücktreten wird, sollen am 20. September Neuwahlen stattfinden. Man darf getrost davon ausgehen, dass vorher in der Rest-Syriza noch so richtig „ausgekehrt“ wird, also die Abweichler bei Seite geschoben werden. Wie viele Stimmen wird eine neue Syriza bekommen? Wie auch immer, es wird eine große Schlammschlacht in den nächsten vier Wochen geben. Es wird wieder um EU-Terrorismus, IWF-Verbrecher und Schäuble den bösen Unterdrücker gehen.

Und drei Tage vor der Griechenland-Wahl wird die US-Notenbank Federal Reserve aller Voraussicht nach einen MiniMiniMini-Zinsschritt vornehmen, vielleicht 0,05 oder 0,1% Erhöhung? Das dürfte nach den richtungslosen Aussagen von gestern Abend am Wahrscheinlichsten sein. Wie man gestern Abend in den US-Aktienindizes besichtigen durfte: Es geht nach wie vor kräftig zur Sache rund um das Thema Zinsanhebung JA oder NEIN. Je näher der Termin rückt, desto nervöser die Märkte. Da sollte man jetzt auf die Zwischentöne hören, wenn Fed-Mitglieder sich wie so oft zwischendurch „mal äußern“.

Am Forex-Markt scheint man klarer zu sehen als bei den Aktien. Der US-Dollar legt seit Tagen auf breiter Front zu (also pro Zinsanhebung). Vor allem die schwächsten Währungen (Türkei/Russland), wo sich die Notenbank nicht wehrt oder nicht wehren möchte, gehen den Bach runter gegen den Dollar. Gerade die türkische Lira wurde die letzten Tage böse verprügelt – erst heute Nacht wurde sie bei niedrigen Umsätzen runtergedrückt – USDTRY stieg von 2,94 auf 3. Aber in den letzten drei Stunden konnte man endlich mal eine Verschnaufpause einlegen runter auf 2,91. Ein Händler sagte „erstmal Luft holen und Zeit nehmen für Gewinnmitnahmen im USDTRY“. Der Euro konnte sich nach den heutigen US-Konjunkturdaten (Philly Fed) erstaunlich gut behaupten und kratzt gerade an der 1,12.

Zu den Themen Griechenland + US-Zinsen kommt noch dazu, dass der chinesische Staatsapparat es nicht schafft Ruhe in den Aktienmarkt zu bekommen. Werden die gerade aus Devisenreserven ausgeschütteten ca. 90 Milliaden US-Dollar an zwei Banken helfen den Aktienmarkt zu stabilisieren? (gehen wir mal davon aus, dass die Mittel dorthin fließen). Diese Woche zwei weitere kräftige Abstürze im Shanghai Composite Index, und noch scheint kein Ende in Sicht.

Die sicheren Häfen Gold und Bundesanleihe scheinen mit steigenden Kursen im Augenblick wieder ihre traditionelle Rolle einzunehmen. Zu viel Unsicherheit und Chaos? Rein in den sicheren Hafen! Und der Dax? Der hat heute Nachmittag Charttechnik und Co hinter sich gelassen. Nach den Shanghai-Vorgaben von heute früh kam dann heute Nachmittag der Tsipras-Rücktritt + der Termin für die Neuwahlen dazu. Der Dax geht mit -2,34% in den Feierabend. Nach unten ist erstmal viel Luft. Das Motto lautet erstmal „von Tag zu Tag schauen“, was Shanghai jeweils bis 9 Uhr deutscher Zeit macht – wie beim Fußball „von Spiel zu Spiel schauen“. Und in ein, zwei Wochen schauen wir dann auch immer konkreter auf das neue Athener Chaos und die zunehmende Nervösität vor der Zinsentscheidung in den USA.



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2 Kommentare

  1. Klasse Artikel. Sie bringen es auf den Punkt.

  2. Mal abgesehen von dem auf diesem Kanal inzwischen üblichen Syriza-Bashing gibt es noch ganz andere mögliche bis periodisch verlässliche Determinanten für diesen Herbst (Vorsicht: böser Verschwörungstheorien verdächtig!):

    http://www.rottmeyer.de/das-sabbatjahr-201415

    (haut nicht immer hin, aber erstaunlich oft)

    https://www.youtube.com/watch?v=rkELgi6EkNo&feature=youtu.be

    (besonders interessant so etwa zwischen Minute 7 und 25)

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