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Jeff Gundlach: 2016 kommt es darauf an, Kapital zu bewahren..

FMW-Redaktion

Gestern hatten wir Ihnen Jeff Gundlach vorgstellt, der an der Wall Street einen legendären Ruf genießt aufgrund seiner akuraten Prognosen (siehe dazu unseren Artikel „Vergessen Sie Warren Buffett – Jeff Gundlach ist der Magier der Märkte!“). Gestern Abend (deutscher Zeit) dann hat Gundlach in seinem jährlichen Webcast seine Ausblick auf das Jahr 2016 gegeben. Tenor: 2016 gilt es, sein Kapital zu erhalten:

“This is a capital-preservation market, not a money-making environment. 2016 is not looking all that great, potentially.”

Die gefallenen Rohstoffpreise sieht Gundlach als Zeichen für die starke Abkühlung der Wirtschaft Chinas, das daher seine Währung weiter abwerten müsse, was wiederum destabilisierende Effekte auf die Weltwirtschaft habe. Gundlach ist daher sehr pessimistisch besonders für das erste Quartal diesen Jahres:

“We could be looking at a really ugly situation during the first quarter of 2016. It’s particularly more likely to happen if the Fed keeps banging this drum of raising interest rates against falling inflation.”

Mit den Zinsanhebungen wolle die Fed eine nicht existierende Inflation bekämpfen und werde so das BIP der USA schädigen (das daher auf +1,3% falle). Die amerikanischen Aktien würden daher den Junk-Bonds auf dem Weg nach unten folgen, zumal der produzierende Sektor in den USA sich bereits in einer Rezession befinde. Der kollabierende Ölpreis wiederum, den Gundlach vor einem Jahr korrekt vorhergesehen hatte, werde zu weiterer politischer Destabilierung führen:

„Oil goes below $40, it’s frightening for geopolitical behavior,” he said. “Guess what, folks? It’s below $40 and this frightening political behavior is upon us.

Gundlach bleibt dabei sehr negativ für die Junk-Bonds in den USA – selbst wenn sich der Ölpreis auf 45 Dollar erholen könne. Dieser Preis sei dann aber nach wie vor nicht hoch genug, um zahllose Pleiten bei Fracking-Unternhmen zu vermeiden – mit herben Folgen für den High-Yield-Markt.

Für US-Staatsanleihen erwartet Gundlach eine große Bewegung – er wolle zunächst abwarten, bis diese Bewegung beginne und sich dann prozyklisch engagieren. Aus dem Subtext seiner Aussagen geht jedoch hervor, dass Gundlach einen Anstieg der Renditen erwartet, da US-Staatsanleihen als sicherer Hafen angesichts der von ihm erwarteten Turbulenzen fungieren.

Bullisch ist Gundlach nach wie vor für den Goldpreis – seine Prognose für Gold im letzten Jahresausblick war der einzige Irrtum gewesen – alle anderen Prognosen waren eingetroffen (Null-Inflation, Ölpreis-Fall, Crash am Junk-Bond-Markt etc.). Für Gold sieht der Chef von „The DoubleLine Capital“ in 2016 eine Zielmarke von 1400 Dollar.



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