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Jens Weidmann tritt als Chef der Bundesbank zurück – paßt nicht zu Scholz-Regierung

Abgang von Weidmann macht Weg zur Haftungs-Union in der Eurozone noch wahrscheinlicher

Jens Weidmann, Chef der Bundesbank, tritt Ende des Jahres von seinem Amt zurück. Das meldete soeben die Bundesbank:

Offiziell tritt Jens Weidmann zurück, weil er sich nach zehn Jahren nun einer anderen Aufgabe widmen wolle. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Rücktritt von Jens Weidmann im Zusammenhang mit der Formierung der neuen Bundesregierung unter SPD-Kanzler Olaf Scholz steht.

Jens Weidmann galt als ein „Mann Merkels“ (auch wenn die Kanzlerin Jens Weidmann nicht selten die nötige Unterstützung gegenüber den Südländdern der Eurozone verweigerte) und dürfte angesichts der absehbaren Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP nicht mehr als der richtige Mann an der Spitze der Bundesbank gelten.

Ist damit der Weg frei für einen „echten Italiener“ an der Spitze der Bundesbank – gemeint ist „Marcello Fratzscherino„, alias Marcel Fratzscher, dessen Ambitionen auf das Amt des Bundesbankchefs und damit auch Mitglied der EZB kein Geheimnis sind? Fratzscher befürwortet eine ultralaxe Geldpolitik und ist geradezu prädestiniert für den „EZB-Sprech“, wonach die Inflation doch nur vorüberhend hoch sei, zumal die Teuerungsraten in den Jahren zuvor zu niedrig gewesen seien.

Mit dem Abgang von Jens Weidmann wird der Weg zu einer Haftungs-Union in der Eurozone noch wahrscheinlicher!

 

Jens Weidmann tritt ab

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Foto: Chatham House – Dr Jens Weidmann, President of the Deutsche Bundesbank Uploaded by Magnus Manske CC BY 2.0



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4 Kommentare

  1. Super Statement!!! Das könnte unter Marcel Fratzscher einen echten „Durchbruch“ für die Modern Monetary Theory (MMT) auch in Deutschland geben. Damit würde die einst ruhmreiche Erfolgsgeschichte der BuBa endgültig zu Grabe getragen. Kein Widerstand mehr aus Deutschland auf Ebene der EZB – der Traum jedes geldpolitischen Italieners in Europa ;o)

  2. Die EZB hat ja schon lange den Pfad der Geldpolitik verlassen, und ist zu einem verlängerten Arm von Regierungen mutiert, um deren ungezügelte Schuldenmacherei zu finanzieren. Ich kann Jens Weidmann verstehen, darauf hätte ich auch keine Lust mehr, da man sowieso nichts mehr ausrichten kann und die Gelddrucker und Inflationstreiber im Rat in der Mehrheit sind.

    @Markus Fugmann: Ich sehe es schon kommen, Sie landen noch bei der Zentralbank.:-) Wenn Marcello jetzt Bundesbankchef wird, und 2027 größere Neubesetzungen im EZB Gremium anstehen, ist der Weg für Sie frei. Es sei denn, sie werden 2025 doch zum Finanz-Kanzler gewählt.

  3. Jetzt kann uns nur noch die Frauenquote retten.

    1. Unabhängig vom Geschlecht: Ich würde es präferieren, wenn man bei der Neubesetzung des
      deutschen Notenbankpräsidenten die Berufsfelder „Gärtner“, „Umweltschützer“ und „Soziologen“
      und vor allem Fahrradfahrer i.w.S. berücksichtigen würde. Auch einen Herrn Lauterbach
      könnte ich mir gut vorstellen. Bankspezifische Kenntnisse sind nicht vorrangig notwendig.
      Die südlich ausgerichteten Aufgabenfelder, die keine Alternative zulassen, sind
      klar vorgegeben. Sachlich: Die totale Vergemeinschaftung der Schulden im Euroraum
      ist nicht mehr zu verhindern.

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