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Jerome Powell: Headlines der PK- werden Zinsen länger unverändert lassen!

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Die wichtigsten Aussagen des Fed-Chefs Jerome Powell in Schlagzeilen:

FMW-Kurzfazit: Powell signalisiert, dass die Fed absehbar nicht mehr die Zinsen senken wird, aber eben auch nicht anheben wird (dazu müßte die Inflation schon sehr stark steigen, so Powell). Für die Aktienmärkte ist das erst einmal ok..

– unsere Aufgabe ist es, dem amerikanischen Volk zu dienen

– Powell wiederholt den Tenor des FOMC-Statements

– Inflation unter unserem Ziel; Infllationsdruck begrenzt, das könnte zu einem Fall der Inflationserwartungen führen, aber wir gehen davon aus, dass die Inflation dennoch die 2% erreichen wird

– wir sehen den aktuelllen Zinssatz absehbar als angemessen an (FMW: Subtext: das war es jetzt erst einmal mit Senkungen, wenn nichts Dramatisches passiert!)

– „funding pressure in money markets“: daher haben wir POMO eingeführt bis Januar; aber diese Maßnahmen sund rein technisch (FMW: wer es glaubt, wird selig!)

– Powell erklärt den angeblichen Unterschied zu QE – damals galt es, die langfristigen Zinsen zu senken um Kreditvergabe zu stimulieren

– Powell fertig mit seinem Statement, jetzt Fragen..


– Ökonomische Risiken haben seit lettzer Fed-Sitzung eher abgenommen, aber die politischen Risiken nicht

– vor allem Deal im Handelsstreit könnte unsere Sicht der Dinge positiv verändern, mit Abstrichen auch der Brexit

– Powell signalisiert weiter, dass keien Änderungen mehr kommen ohne deutliche Änderungen der Daten oder (politischen) Entwicklungen:

– Powell: denken derzeit nicht darüber nach, die Zinsen wieder anzuheben

– Powell signalisiert, dass bis Mitte nächsten Jahres keine geldpolitischen Änderungen zu erwarten sind

– Inflation müsste schon deutlich steigen, bevor wir Druck haben würden die Zinsen wieder anzuheben – das gefällt der Wall Street, US-Indizes höher

– Powell mit unscharfen Aussagen zu dem, was am Repo-Markt wirklich los ist..“liquidity didn´t seem to flow“ (FMW: aha!)

Das war´s mit der PK: Aktien moderat nach oben, die Renditen bei Staatsanleihen fallen, der Dollar etwas schwächer..
Wir berichten dann ab 21Uhr über die Zahlen von Facebook und dann ab 21.30Uhr über die Apple-Zahlen!

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    Marko

    30. Oktober 2019 19:54 at 19:54

    „Die wichtigsten Aussagen des Fed-Chefs Jerome Powell in Schlagzeilen:

    BORN-4-Trading
    – unsere Aufgabe ist es, dem amerikanischen Volk zu dienen“

    Was man bei der FED sagen kann, Top-Class, im Gegensatz zu deren 08/15-Leader. 😀

    Generell gesehen war das erwartet worden, aber : eine Zinserhöhungsphase steht uns bevor, dies aber nur GEMEINSAM und in ABSPRACHE mit der EZB, weil, ohne EZB wird das nix für die FED… 😉

    Das wird wohl noch a bisserl dauern, wegen den „Brexit-Freaks“, aber : generell gesehen, muss der Markt raus aus dem „Lehman-Loch“.

    QE-Programme sind Marktverzerrungen…

    Weil, Anlehemarkt, Marktverzerrungen usw…

  2. Avatar

    Hesterberg

    30. Oktober 2019 20:12 at 20:12

    Einfach nur köstlich, die Kommentare von zerohedge. Seit Wochen wurde ich nicht mehr so amüsiert.

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    Roberto

    30. Oktober 2019 20:22 at 20:22

    Es hiess doch das die Märkte die Hoffnung auf Zinssenkungen einpreisen und daher steigen. Nunmehr scheint es so, als ob schon allein die Ankündigung das man gar nichts macht und keine Zinsen anhebt ausreicht um die Märkte steigen zu lassen. Wie soll unter all diesen ständigen Argumenten der Markt überhaupt noch fallen ???
    Jede Interpretation ist für den Markt Positiv. Egal was kommt.
    Soviel zu den armen Permabären. Sorry, aber ist nicht persönlich gemeint.

    • Avatar

      leftutti

      30. Oktober 2019 21:05 at 21:05

      @Roberto
      erst einmal, das ist alles nur für das amerikanische Volk! Niemandem sonst dient die FED, ganz wichtig! Nicht Trump, nicht den Börsen, nicht den Banken, nicht den Milliardären. Nur dem Volk!

      Das Theater ist vergleichbar mit den Immobilien in Berlin. Kaum einer steckt etwas rein für die Wertsteigerung, die Preise explodieren. Nach einem Regenguss tropft es ins Bett, die Preise steigen. Im Winter ohne Minustemperaturen wird Schnee geräumt, die Preise halten. Ein Chinese kauft mein Haus, die Preise jubeln.

      Soviel zu den armen Perma-Zitronen in den Häusern. Keiner presst jemanden persönlich aus, doch ein paar EUR pro qm müssen schon noch realisierbar sein. Ist natürlich nicht persönlich gemeint.

      • Avatar

        Roberto

        30. Oktober 2019 21:51 at 21:51

        @leftutti, wooow, da hat sich aber jemand ausgeheult.

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      Columbo

      30. Oktober 2019 21:14 at 21:14

      @Roberto
      Verstehen tu ich das auch schon lange nicht mehr, aber es ist mir egal, sollen sie doch machen, mein Bärendasein ändert sich nicht. Ich beginne jetzt meinen Winterschlaf(Rente sei Dank) und im Frühjahr schaue ich dann mal, ob die Märkte immer noch spinnen.

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        Roberto

        30. Oktober 2019 21:58 at 21:58

        @Columbo, das klingt sehr vernünftig Columbo. Eigentlich will ich das auch schon seit einiger Zeit machen, aber irgendiwe lässt mich der Reiz einfach nicht los. Obwohl es allemal gesünder wäre, mal eine kreative Pause einzulegen um die Sicht der Dinge wieder neu ordnen zu können. Denn nach einer Weile wird man „betriebsblind“ und sieht die wirklich wichtigen Signale nicht mehr.

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    Verhaltensforscher

    30. Oktober 2019 21:53 at 21:53

    Roberto, kann es nicht lassen. Nach einigen vernünftigen Kommentaren muss er wieder gegen die Bären sticheln, obwohl er schon tausendmal erklärt hat, dass er auch eine Korrektur erwartet. Komisches Verhalten, Betonhirn ?

    • Avatar

      Jan

      30. Oktober 2019 22:09 at 22:09

      Der Mensch macht anscheinend alles Richtig, Rendite inkl.
      Und Sie?

      • Avatar

        Jan II.

        2. November 2019 00:47 at 00:47

        @Jan, der Meister aller Klassen hat bisher noch keinen einigen Beweis für erfolgreiches Trading und Rendite erbracht. Nur nachbörsliches Geschwafel, keinen einzigen Live-Trade bei Eröffnung. Ebenso bei Immobilien. „ANSCHEINEND“ alles richtig, Indizien, Beweise, Belege sind eher Fehlanzeige. Und was denken Sie?

        • Avatar

          quid pro quo

          2. November 2019 16:17 at 16:17

          @Lars Stimmt ja! Da hat jemand schön den Schwanz eingezogen!!!
          🙂 🙂 🙂

    • Avatar

      Roberto

      31. Oktober 2019 00:59 at 00:59

      @Verhaltensforscher, warum muss eigentlich jeder ( auch verhaltensforscher ) der nicht weiß wie er argumentieren soll mich Themenfremd angreifen ???
      Das hat sich bei bestimmten Personen mittlerweile hier festgefressen, dass wenn man keine Börsentechnische Antworten oder Argumente auf meine Kommentare hat, sich dann das Thema Immobilien annimmt um mich anzumachen ???
      Wie billig ist das denn ? Ich schreibe über die Börse und bekomme miesmachende Antworten auf das Thema Immobilien zurück. Das sagt schon eine Menge aus, wie ich finde.
      Und bestätigt meine Auffassung. Ein Verhaltensforscher der mich beleidigt, weil seine Kurse nicht in seine Richtung laufen.
      Aber das schöne ist, das bestätigt mich nur noch mehr in Meiner Einstellung und Auffassung zu manchen Personen hier. Und vor allem zu den Märkten 🙂

      • Avatar

        leftutti

        31. Oktober 2019 11:50 at 11:50

        @Roberto, an dieser Stelle möchte ich gerne etwas klarstellen, bevor deine Abneigung mir gegenüber in Hass umschlägt. Was die Immobilien betrifft, habe ich ein paar wenige Fälle und Beispiele aus der Flut an Meldungen angeführt, wie sie monatelang in allen Medien über die geschätzte VONOVIA berichtet wurden. Was ich damit eigentlich darstellen wollte, ist die Analogie zu den Aktienmärkten: Durch die Zinspolitik der Notenbanken wurde ein Großteil der Anleger mangels Alternativen in diese beiden Märkte getrieben, was natürlich zu Ausuferung, Pervertierung und Blasenbildung führen muss. Es gibt keine freien Märkte im klassischen Sinne mehr, weil einfach die Alternativen fehlen.

        Das war genau in deinem Sinne gemeint: Jede Interpretation ist für den Markt positiv. Egal was kommt, egal, wie sehr man die Wohnungen verwahrlosen ließ, egal, dass man den ganzen Winter die Fenster von leerstehenden Wohnungen nicht schloss oder haarsträubende Positionen bei den Nebenkosten abgerechnet wurden. Es wurde alles unternommen, um zu „billige“ Mieter zu vertreiben und nach dem Wechsel bis zum Anschlag der Erlaubten zu erhöhen. Und bei Bestandsmietern irgendwie noch die letzten Tröpfchen rauszupressen.

        Schade, dass du das persönlich auf dich beziehst. So hatte ich das nicht gemeint, tut mir leid. Wie ich dich einschätze, bist du ein seriöser und relativ anständiger Vermieter, der auch ein Interesse an der Werterhaltung und Instandhaltung seines Eigentums hat.

        Wie ich schon mindestens fünf Mal geschrieben habe, habe ich mit Aktienmärkten (noch) nichts am Hut. Ich beobachte das Ganze eher fasziniert und tatsächlich manchmal etwas kopfschüttelnd von der Seitenlinie aus. Weil ich nicht involviert bin, bin ich natürlich auch sehr objektiv und emotionslos, was Aktienkurse betrifft. Mir fällt aber schon auf, dass du am Ende von vielen deiner Kommentare einen kleinen Giftpfeil auf die Bären abfeuerst. Somit darfst du dich auch nicht wundern, wenn das zu verärgerten Reaktionen führt.

  5. Avatar

    Roberto

    31. Oktober 2019 13:41 at 13:41

    @Leftuuti, was ich nur möchte ist das man beim Thema bleibt. Ich bin hier auf dieser Seite weil ich mich mit Börse beschäftige und nicht mit Immobilien. Und meine Beiträge beziehen sich dann auch immer auch NUR auf die Börse. ichkann auch mit jedem gerne diskutieren ob ich börsentechnisch recht habe oder nicht. Aber es kommen immer wieder Antworten die mich und meine Tätigkeit/Beruf verunglimpfen. Das ist jetzt schon leider sehr offensichtlich.
    Und wie dieser „Verhaltensforscher“ mich als „Betonhirn“ bezeichnet ist doch mehr als beleidigend. Es scheint hier eine Gruppe zu geben, die schlechte Erfahrungen mit Vermietern gemacht haben und so frustriert sind, das sie mich ( auf einer Börsenseite ) als Projektionsfläche nehmen um sich auszutoben. Und das ist stark unter der Gürtellinie. Wenn Du z.B in einer KFZ Werkstatt arbeiten würdest und hier Börsenbeiträge schreibst. Was würdest Du davon halten, wenn bei jedem zweiten Kommentar als Antwort eine Beleidungung deines Berufes wäre und man dich als verantwortlichen sieht das die CO2 Werte unsere Umwelt verpesten usw, usw, usw….Du verstehst bestimmt, das dies völlig daneben ist. Aber bei mir ist das sehr häufig, wenn Du mal zurückliest was so als Antwort kam.
    ich wünsche Dir alles Gute und bin nicht nachtragend. Ich freue mich das Du so nett geantwortet hast 🙂

  6. Avatar

    md

    1. November 2019 01:20 at 01:20

    hallo @roberto, du musst das alles etwas sportlicher sehen.
    ich zb gehöre auch zur riege der bären und shorte den dow seit 20000. jede runde zahl habe ich geshortet und mittlerweile einen 5 stelligen batzen an geld verloren. wenn ich bloß nur währungspaare getradet hätte wäre ich vieleicht im plus. bei währungspaaren gibts zumindest eine gesunde grafik mit auf und ab’s.
    aber die indizes vor allem die ami indizes sind für meine wahrnehmung manipuliert. ne gesunde korrektur – fehlanzeige – bis dato.
    und ich vermute mal das auf der fmw seite, viele bären sind und wenn es zur verbalen aussernandersetzung kommt merkst du auch das du weit und breit alleine da stehst 🙂
    also wenn du dann mit worten wie “ ja ja ihr permabären“ kommst, solltest du auf antworten gewappnet sein, von einer schar bären die dir nicht so gefallen :).
    aber ich nehme mal an, du bist sportlich genug das wegzustecken.
    also kopf hoch und weitermachen. ihr bullen wird noch zerrissen von uns bären, hoffe ich mal.
    vg

    • Avatar

      quid pro quo

      1. November 2019 23:40 at 23:40

      @md, @Roberto
      Quid pro quo. md hat es verstanden. Roberto muss es noch lernen. Quid pro quo wird in der Soziologie und der Spieltheorie als Erklärungsansatz herangezogen, um kooperatives Verhalten bei Egoisten zu erklären. Sagt zumindest Wikipedia:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Quid_pro_quo

  7. Avatar

    Roberto

    1. November 2019 18:08 at 18:08

    @md, Danke für die Message:-) Klar kann ich das wegstecken…habe ja schon so einiges im Leben weggesteckt. Sonst wäre ich nicht da wo ich heute bin Gott sei Dank. Du hast vollkommen recht. Ich dachte nur das man mit den kommentaren auch diejenigen erreicht, die vielleicht nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern durchaus ihre Bäreneinstellung hinterfragen. Jeder ist sein eigenes Glückes Schmied sagt man doch so schön. Dieser Spruch ist sowas von wahr. Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende bevor ich hier noch irgendwas bullishes von mir gebe :-)))
    Ich gehe jetzt feiern :-), keine Sorge nicht wegen den Longgewinnen, es ist eine Geburtstagsfeier 🙂
    Ach sooo , bevor ich es vergesse: ohne Scherz…ich wünsche mir heute ein kräftiges Reversal bei den US Indizes, damit die Bärenseite endlich mal die nächsten 14 Tage feiern können. So zumindest sehe ich den Markt auf dailybasis. Und nun viel Erfolg und bis die Tage.

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Finanznews

Dax: immer das gleiche Spiel! Marktgeflüster (Video)

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Es ist immer das gleiche Spiel: wenn die US-Aktienmärkte geschlossen sind, geht beim Dax so gut wie gar nichts! So auch heute – gleichwohl ist der Dax heute der einzige der großen europäischen Indizes, die im Plus sind. Damit ist der deutsche Leiitndex nur noch einen Wimpernschlag von seinem Allzeithoch aus Anfang 2018 entfernt. Ab morgen beginnt die US-Berichtssaison mit voller Fahrt (nachdem die US-Finanzwerte berichtet haben) – kann die Wall Street dann ihren Siegslauf fortsetzen? Oder sind die Zahlen völlig egal, solange die Fed Liquidität ins System pumpt? Morgen meldet Netflix seine Zahlen – ein typischer Vertreter der Niedrigzinsenphase mit negativem Cashflow und hoher Verschuldung..

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Aktien

Aktienmärkte: Wird die Zukunft zu pessimistisch gesehen?

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Die Aktienmärkte notieren auf Allzeithochs und steigen weiter, während gleichzeitig die Konjunktur Schwächen zeigt. Und trotz der mit der Konjunkturentwicklung nicht im Einklang stehenden Allzeithochs geht die US-Großbank JPMorgan davon aus, dass Analysten zu pessimistisch in die Zukunft schauen. Die Gewinnerwartungen für 2020 seien zu niedrig. Was ist dran an JP Morgans Einschätzung?

Wenn Analysten die Zukunft zu negativ einschätzen, hat das in der Regel zwei Auswirkungen:

1) Die Aktienkurse in der Gegenwart sind niedriger, als sie bei korrekter Antizipierung der künftigen Gewinne sein könnten und
2) Die Aktienkurse werden nach Bekanntgabe der besser als erwartet ausfallenden Ergebnisse rasch steigen.

Denn für viele Anleger ist der Consensus der Analysteneinschätzungen, also deren durchschnittliche Gewinnerwartung, eine Richtschnur bei Anlageentscheidungen. JP Morgan berichtet nun, dass die Analystenerwartungen für die kommenden beiden Berichtsquartale unterhalb der Ergebnisse liegen würden, die in den vergangenen beiden Quartalen gemeldet wurden. Die kommenden beiden Berichtsquartale sind übrigens das 4. Quartal 2019 und das 1. Quartal 2020, da für das 4. Quartal 2019 noch keine bzw. kaum Unternehmensergebnisse veröffentlicht wurden.

Normalerweise sehen Bankanalysten die Zukunft zu positiv, jetzt jedoch angeblich zu negativ

Da das Weihnachtsquartal für viele Unternehmen das stärkste Quartal des Jahres ist, sei die Erwartung nicht stichhaltig, die Ergebnisse der beiden kommenden Berichtsquartale würden unterhalb der beiden vorhergehenden Quartale liegen. Normalerweise schätzen Analysten die Zukunft als zu positiv ein und korrigieren ihre zu positiven Annahmen im Jahresverlauf nach unten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Analysten im Dienste von Banken stehen, die erstens Vermögensverwaltung für ihre Kunden betreiben und daher ein Interesse an steigenden Kursen haben, zweitens Fonds vertreiben, deren Verkauf bei steigenden Kursen besser läuft und die drittens als Investmentbanken Kapitalerhöhungen und Börsengänge begleiten, die bei steigenden Kursen bedeutend einfacher oder überhaupt erst durchzuführen sind. Darum nennt man diese Analysten auch „Sell Side Analysts“, da ihre Arbeitgeber Aktien verkaufen und nicht kaufen wollen.

Die Citigroup ergänzt JPMorgans Aussagen dahingehend, dass seit April in jeder einzelnen Woche die Zahl der negativeren Einschätzungen die Zahl der positiveren Ausblicke überwog. Mehr Analysten stutzten also ihre Erwartungen zurück als umgekehrt. Dass zeitgleich eine Aktien-Hausse startet, verwundert. Ich verwies in den vergangenen Wochen bereits mehrfach darauf, dass die Anleger irrational handeln und belegte das am Beispiel von Apple. Seitdem Apple eine Umsatz- und Gewinnwarnung Anfang Januar 2019 herausgab, hat sich der Aktienkurs mehr als verdoppelt. Es ergibt jedoch keinen Sinn, einem Unternehmen einen mehr als doppelt so hohen Wert beizumessen, nachdem es bekanntgab, künftig weniger Geld zu verdienen. Und trotzdem geschah genau das – und zwar nicht nur bei Apple, sondern bei tausenden Aktiengesellschaften.

Sollten wir nun auf JP Morgans Einschätzung hören? Zumindest im vergangenen Jahr lag die Bank mit der Einschätzung genau richtig. Damals prognostizierte sie, dass die Aktienmärkte in den USA besser abschneiden würden als die Aktien der anderen Industrienationen und genau das trat ein.

Erste Ergebnisse sind positiv, doch die Aktienmärkte preisten das vielleicht schon ein!

Bislang haben etwa 6% der Unternehmen im S&P 500 bereits die Zahlen für das vierte Quartal veröffentlicht und konnten im Schnitt 3% Ergebniswachstum präsentieren. Setzt sich der Trend fort, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Analystenerwartungen von der Mehrheit der Unternehmen übertroffen werden können. Was folgt, wären bessere Analystenerwartungen für die kommenden Quartale, die in der Regel mit steigenden Kursen einhergehen.

JPMorgan wird aber noch konkreter. Die Bank erwartet, dass vor allem Rohstoff-, Luxus-, und Halbleiterunternehmen im 4. Quartal bessere Ergebnisse präsentieren könnten, als Analysten erwarten. Ich berichtete bereits in den vergangenen Wochen vom Boom bei Luxus-Aktien und von der Tatsache, dass in China die Rohstoffbranche eine der wenigen sei, die noch Geld verdienen kann. Insofern bestätigt die neue JPMorgan-Analyse meine eigenen Beobachtungen.

Zweifel hege ich jedoch an der Einschätzung, dass die Aktienmärkte die Möglichkeit übertroffener Analysten-Erwartungen noch nicht eingepreist haben könnten. Die stark gestiegenen Aktienkurse der vergangenen Monate deuten meiner Ansicht nach darauf hin, dass die Anleger die Zukunft bereits deutlich positiver sehen als die Bankanalysten. Denkbar ist also, dass eine weitere Boomphase ausbleibt, selbst wenn die Erwartungen jetzt übertroffen werden können.

Aktienmärkte haussieren - Tim Cook und Donald Trump
Die Apple-Aktie lief letztes Jahr extrem gut. Apple-Chef Tim Cook mit Donald Trump im November 2019 auf Fabrik-Besichtigung.

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Indizes

Aktienmärkte 2020: Warum (noch) kein Crash kommt

In den Medien werden Prognosen und Vergleiche mit dem Supercrash der Aktienmärkte von 1929 gezogen. Wie realistisch ist das?

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Verfolgt man die mediale Berichterstattung, so erhält man den Eindruck, als stehen wir wieder einmal vor dem Ende der Welt: Vergleiche mit dem Supercrash der Aktienmärkte von 1929 werden gezogen, wobei sich dieser Börsencrash in der heutigen Darstellung eher bescheiden ausnimmt. Übrigens ein Aspekt, den ich indes auch teile! In der heutigen Betrachtung werde ich wieder versuchen etwas Licht ins Dunkel, in das Wirrwarr der Nachrichten zu bringen.

Dabei werde ich ausnahmsweise einmal auf eine völlig andere als die von mir sonst angewandte Elliott-WellenCharttechnik zurückgreifen: die Markttechnik.

In meinen Langzeitanalysen der vergangenen Jahre hatte ich immer wieder, natürlich mit Hilfe der Charttechnik, versucht aufzuzeigen, daß sich die Aktienmärkte in der finalen Phase eines sehr langen nunmehr über elf Jahre währenden Aufwärtstrend bewegen. Allerdings hatte ich in meinen Betrachtungen auch immer wieder darauf verwiesen, daß die Aufwärtstrends noch ausnahmslos intakt sind und lediglich durch, in temporärer Hinsicht, größere Korrekturen unterbrochen wurden oder aktuell noch werden.

Als ich in meinen Analysen vom 03.10.2016 und 18.09.2017 für den Dow Jones Punktestände von 26.900 bzw. 29.690 Punkten prognostiziert hatte, hielten sich die damaligen Fangemeinden in äußerst überschaubaren Grenzen. Derzeit liegt, mit einem Punktestand von über 29.000 Punkten im Dow Jones, das größere Ziel bereits in greifbarer Nähe. Und wie aus Zauberhand schießen einige Prognosen schon wieder in astronomische Höhen.

Die Aktienmärkte sind noch nicht völlig heiß gelaufen - hier der Dow Jones

(Meine Prognose für den Dow Jones aus dem Jahr 2016)

Auch wenn zum Teil größere regionale Unterschiede zu konstatieren sind, kann der MSCI-Index durchaus als exemplarisch für die Aktienmärkte angesehen werden. Denn im Wesentlichen bewegt sich die Mehrzahl der relevanten internationalen Aktienmärkte nicht völlig konträr gegeneinander; hat die Globalisierung auch hier ihre unübersehbaren Spuren hinterlassen. Das Beispiel des MSCI-World-Index zeigt diesen Aspekt im Vergleich zum Dow Jones auf.

Aber ist die aktuelle Situation wirklich mit der von 1929 vergleichbar? Stehen wir tatsächlich vor dem größten Crash der dokumentierten Geschichte, wie es nicht selten zu lesen ist. Um ein Urteil hierüber zu fällen, lohnt der tiefere Blick in die Abläufe einer ausgereiften Börsenpanik, wie man einen Crash besser nennen sollte.

Welcher Elemente bedarf es überhaupt, damit sich eine Kurslawine lösen, damit eine scheinbar unkontrollierbare Panik ausbrechen kann. An zwei Beispielen kann man die immer wiederkehrenden Abläufe sehr schön ablesen: Der Tulpenwahn von Leyden aus den Jahren 1633 – 1637, und natürlich die Schwarzen Tage von 1929, der wohl pregnantesten Börsenpanik der jüngeren Geschichte.

 

Aktienmärkte: Euphorie als Vorraussetzung für den Crash

Gehen wir zunächst zurück in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts und damit zurück in die Mitte des Dreißigjährigen Krieges. Fast ganz Mitteleuropa war in dieser Zeit geprägt von Armut; Zerstörung und ausgeprägter Sittenverrohrung. Somit wuchs in den Köpfen der Menschen der Wunsch, der Traum nach einem besseren Leben. Der freigegebene Handel mit Tulpenzwiebeln war da eine willkommene Angelegenheit, ja für viele sogar die Erlösung. Denn an dem neu geschaffenen Markt konnte man relativ einfach große Summen verdienen, ohne dabei körperlich tätig zu werden. Und so verwundert es nicht, daß die Preise von 1634 bis 1637  explodierten und um satte 5900 % stiegen.

Dieser Aspekt veranschaulicht, daß der Markt völlig abgehoben war, daß der Markt absolut nichts mehr dem eigentlichen Handelsgut, einer einfachen Tulpenzwiebel, zu schaffen hatte. Nun kann man sagen: Das ist Jahrhunderte her, Gleiches würde uns heute nicht mehr passieren. Doch zeigen die verhängnisvollen Vorgänge in den Zwanzigern des 20. Jahrhunderts ganz ähnliche Muster auf.

 

Der Crash im Jahr 1929

Auch wenn die Arbeitslosigkeit in den USA ein niedriges Niveau aufwies, haben sich die Lebensverhältnisse für den überwiegenden Teil der Bevölkerung nicht wirklich verbessert. Und so blieb für fast 80 Prozent der Bevölkerung nur der Traum vom besseren Leben, wie es die bunten Plakate doch so schön propagierten, zu träumen.

Und so verwundert es auch diesmal nicht, daß die Erlösung aus diesem Dilemma in der wundersamen Geldvermehrung gesucht wurde. Als das geeignetste Mittel hierfür diente natürlich die Börse, diente der Aktienmarkt. Denn nur dort, so der Glauben der ahnungslosen Masse, konnte sich Geld allein nur durch Geld vermehren.
Ganz ähnlich den astronomischen Kursteigerungen und letztendlich auch Summen, welche ca. 300 Jahre zuvor für harmlose, leider nicht verzehrbare, Tulpenzwiebeln gezahlt wurden. Und so trieb die verblendete Masse die Kurse zu immer absurderen Höchstständen.

Kritische Stimmen, sowie auftretende unübersehbare Warnzeichen in Form von Kurskorrekturen, wurden selbstverständlich ignoriert; wer wollte denn schon außerhalb der breiten Masse stehen. Schließlich heißt es ja auch: The trend ist your friend! Die Spekulationsblase nimmt ein gigantisches Ausmaß an. Spekulieren ist Volkssport! Der wuchernde Kreditapparat ist mit 17–20 % Zinsen völlig überzogen, doch gelten 20 % Zinsen als normal. Die Masse hebt mal wieder völlig ab.

Am 03.09.1929 erreichte der Dow Jones dann ein Niveau von 381,17 Punkten. Die Anleger mussten sich 25 Jahre gedulden, denn erst am 23.11.1954 ist es dem Index gelungen, dieses Terrain wieder zu erobern. Das gehandelte Tief aus dem Jahr 1930 lag übrigens bei 41,22 Punkten, und damit 89 Prozent unter dem Hoch! Die Folgen sind bekannt!
Beide Börsenpaniken wurden durch die gleichen Elemente ausgelöst. Im Folgenden habe ich die wichtigsten Zutaten aufgelistet, deren Auftreten mir erforderlich erscheint, damit eine explosive Stimmung entstehen kann:

  • Fantasie der Masse auf überdimensionale Gewinne, meistens hervorgerufen durch neue Technologien oder neue Absatz-Märkte.
  • Keine gute wirtschaftliche Lage für einen großen Teil der Bevölkerung.
  • Hohe Kreditrate bringt Liquidität, bewirkt aber im Abwärtstrend Zwangsverkäufe.
  • Steuerung durch Medien mit permanent positiver Berichterstattung.
  • Eine Manie in der breiten Masse lässt die Kurse steigen, bis keine Käufer mehr zu finden sind.
  • Immer stärker auftretende warnende Stimmen werden ignoriert oder der Lächerlichkeit preisgegeben.
  • Falsche Propheten, genießen in der Öffentlichkeit ein hohes Ansehen, wirken beruhigend.
  • Abenteuerliche Prognosen übertreffen sich selbst.
  • Erste massive Anzeichen auf einen Trendwechsel werden „schöngeredet“.
  • Profis und institutionelle Anleger steigen aus und lassen und verstärken dadurch die negative Dynamik.

 

Meiner Einschätzung nach fehlen aktuell einige wichtige Zutaten, damit sich eine Korrektur epochaler Dimension einstellen kann. Da wäre als Erstes die fehlende Begeisterung der breiten Masse zu nennen. Denn der seit über zehn Jahren währende faszinierende Aufschwung an den Finanzmärkten fand im Wesentlichen ohne den Kleinanleger, ohne die breite Masse statt.

Die Masse träumt eben noch nicht den schönen Traum vom monetären Perpetuum mobile; vom berühmten Dukatenesel. Der Traum vom Geld, welches sich allein durch sich selbst verdient schläft momentan noch. Die soziale Situation in den meisten Haushalten ist momentan noch als stabil zu bewerten. Noch ist kein flächendeckendes Prekariat entstanden. Auch kann ich noch keine Anzeichen auf eine mediale Schlacht, wie diese in der Vergangenheit immer wieder geführt wurde, erkennen; ich denke Sie sind im Bild.
Dennoch besteht absolut kein Grund, um in blinde Sorglosigkeit zu verfallen. Für die zweite Hälfte des Jahres 2020 erwarte ich eine etwas größere Korrektur, deren temporärer Rahmen zudem etwas größer ausfallen wird. In meinen demnächst erscheinenden Langzeitausgaben für den Dow Jones; S&P 500 sowie Dax 30, werde ich wie immer genauer darauf eingehen.

Erst nach dieser Phase sollten sich die Zutaten für einen Crash in einem Topf wiederfinden und geraume Zeit später für eine erneute Börsenpanik sorgen. Denn erst dann wird die Masse erneut auf den fahrenden Zug aufspringen. Aktuell ist dieses Verhalten der Marktteilnehmer noch nicht zu konstatieren, sodaß mir gegenwärtig eine wahre Panik unrealistisch erscheint.

Bis dahin gelten die bekannten Regeln, welche mit Sicherheit schon seit Anbeginn der Menschheit ihren Platz in den Köpfen der Menschen eingenommen und welche die Menschheit immer wieder, mehr oder weniger stark, in ihrer Entwicklung zurückgeworfen haben.

 

Wahrscheinlich werden diese Spielregeln nie aus der Mode kommen:

  • Nach dem Crash ist vor dem Crash.
  • Wieder wird man über die Vergangenheit lachen, denken das diesmal alles anders ist
  • Wieder werden wirtschaftlich schlechte Zeiten eintreten.
  • Neue Märkte, Technologien, werden immer wieder die Fantasie anregen.
  • Die Menschen werden wieder und wieder in Goldgräberstimmung verfallen und im Irgendwo neue surreale, diesmal natürlich „unerschöpfliche“ Geldquellen erkennen.
  • Wieder wird die Gier jedes Maß der Vernunft sprengen.
  • Wieder werden die gleichen Abläufe zur Steuerung der Massen auftreten.
  • Stellen sich große Kurs-Korrekturen tatsächlich völlig unvorhersehbar ein? Sind resultierend daraus drastische Verluste absolut unvermeidbar? Mit Sicherheit nicht!
  • Ein sogenannter und heraufbeschworener Crash der Aktienmärkte ist charttechnisch als auch markttechnisch sehr gut prognostizierbar.
  • Für jeden einzelnen Anlagenhorizont ist ein spezielles Ausstiegssignal generierbar.
  • Die anstehende Korrektur ist nicht für alle Zeitebenen bzw. Anleger von Relevanz.
  • Korrekturen bieten neue Einstiegsmöglichkeiten.

 

Fazit:

Die wichtigsten Aktienmärkte werden im Verlauf der ersten Jahreshälfte weiter steigen und fast ausnahmslos neue Höchststände erzielen. Erst tief in der zweiten Jahreshälfte wird sich eine angespannte Situation einstellen. Diese wird sich schlussendlich in eine schmerzhafte Korrektur entladen. Eine crashartige Entwicklung kann ich indes nicht erkennen, dazu ist die Zeit noch nicht reif. Im Wesentlichen wird sich das Jahr 2020 als ein positives Aktienjahr präsentieren.

Die Aktienmärkte dürften sich im Jahr 2020 weiter positiv entwickeln

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