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Jerome Powell in der PK hawkish wie noch nie – Aktienmärkte steigen – wegen großem Verfall?

Jerome Powell in seiner vielleicht wichtigsten Pressekonferenz seiner Karriere

Jerome Powell in seiner vielleicht wichtigsten Pressekonferenz seiner Karriere: wie will er eine hawkishe Botschaft vermitteln, ohne die Märkte zu erschrecken? Das Statement der Fed (FOMC) war hawkish – jeweils drei Zinsanhebungen in 2022 und 2023 (laut dot plots), dazu Taperong von 30 Milliarden Dollar pro Monat.

Kurzeinschätzung FMW: das sind die hawkishten Aussagen, die wir jemals von Jerome Powell gehört haben! Erstaunlich, wie sich die US-Aktienmärkte halten bisher – alles schon eingepreist? Powell erklärt seine Wandlung von Saulus zu Paulus mit den Daten seit September – aber wahrscheinlich hat ihm US-Präsident Biden klar gemacht: weiter vier Jahre Amtszeit nur, wenn Powel die Inflation als oberste Priorität bekämpfen wird!

Die Aktienmärkte dennoch mit Gewinnen, was eigentlich keinen Sinn macht – abertvielleicht erklärbar ist durch die Positionierungen vor dem großen Verfall am Freitag!

Hier die wichtigsten Aussagen von Jerome Powell in Headlines:

– Powell beginnt und wiederholt zum x-ten Mal den Auftrag der Fed

– Omikron bringt Risiken für Ausblick, aber wir erwarten weiter starke Wirtschaft

– Wirtschaft mit weiteren Fortschritten Richtung Vollbeschäftigung

– Löhne steigen so stark wie seit Jahren nicht mehr, Arbeitskräftemangel ist ein Thema

– Inflation durch anhaltende Lieferenpässe hoch, stärker als wir erwartet hatten, wird auch weit ins nächste Jahr reichen; Inflation hat viele Bereoche erreicht

– steigende Löhne könnten Inflation anheizen, aber wir erwarten dass Inflation Ende 2022 niedriger wird

– niemand weiß, wo die Wirtschaft in einem Jahr stehe wird

– Beschleunigen Tapering, weil Inflation hoch und der Arbeitsmarkt stark ist

Powell „hat“ fertig, jetzt Fragen

———

– Frage von Liesman (CNBC): warum kauft die Fed trotz hoher Inflation immer noch Anleihen (QE)?
Powell: wir wissen, dass die Finanzmärkte sehr schnell reagieren auf unsere Aussagen – wir sind zwei Fed-Sitzungen vom Ende des QE entfernt – wir sind nicht in der Position, die Zinsen anzuheben, während wir noch Anleiehn kaufen

– Powell: wir hatten heute erstmals Diskussionen über die die Bilanzsumme der Fed

– Powell: die Wirtschaft ist so viel stärker geworden, ebenso der Arbeitsmarkt – und die Inflation ist deutlich höher als unser 2%-Ziel

– Powell läßt durchblicken, dass die Inflation zu hoch ist (Anssage von Biden?!), weswegen die Fed nun aktiv werden müsse; der Arbeitsmarkt sei fast bei Vollbeschäftigung

– Powell: Fed könnte Zinsen anheben, bevor Vollbschäftigung erreicht ist

– Powell: Inflation und Löhne legen nahe, dass schnelles Tapering angebracht ist – daran ändert auch Omikron nichts

– es gab Gründe anzunehmen, dass Inflation transitory (vorübergehend) sein würde – aber ab September sahen wir, dass das nicht der Fall ist

– deutlich höhere Inflation und Entwicklung am US-Arbeitsmarkt machte klar, dass wir Tapering beschleubigen müssen

– Powell: Mieten sind ein wichtiger Faktor für Inflation und die Menschen – und die Mieten sind deutlich gestiegen

– Powell: hohe Preise für Aktien und Immobilien haben dazu geführt, dass in Familien nur noch ein Elternteil arbeiten musste statt beide

Hier der Live-Feed:



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10 Kommentare

  1. Danke für deine tolle Arbeit Fuge!!

    1. danke @Rolf!

  2. Fugi ist halt der Beste!

    1. nur der Zweitbeste :)

  3. Das ist schon ziemlich genial, wie Powell die zukünftig hawkishe Richtung der Notenbank verkauft. Der Markt bricht nicht ein. Wir sind eh nur 2% unter dem Allzeithoch im S&P. Somit kann die Weihnachtsrally durchstarten. Die 5000er Marke im S&P sind durchaus noch drin und wären ein nettes Ziel.

  4. Und ich dachte mir, warum der David Hunter immer von seinem finalen Melt Up berichtet.
    Bei dem Fed Statement heute habe ich vieles vermutet aber keine Rallye an den Märkten.
    Vielleicht denkt man sich, OK haben ja noch Zeit bis März, oder aber die Renditen der bonds , welche ja wirklich die letzte Zeit gefallen sind, sind zu niedrig um die Big Player zum umschichten zu bewegen.

  5. – Powell: hohe Preise für Aktien und Immobilien haben dazu geführt, dass in Familien nur noch ein Elternteil arbeiten musste statt beide

    Die Foodstamps steigen wieder .. wie kommt er darauf ?

  6. Btw … ich bin regelmäßiger Konsument des Marktgeflüsters geworden.

    Starker Inhalt jedesmal !

    Vielen Vielen Dank dafür…

    P.s. schauen sie mal wieder zu Lumber rüber ….

  7. Das war äußerlich hawkish, aber das war auch schon erwartet. Die Fed muss reagieren und sie tut das so homöopathisch verdünnt, wie sie nur kann. Ich denke, die Unsicherheit war, ob die Fed angesichts der jüngsten Daten nicht eine echte Vollbremsung bei den Anleihekäufen macht. Nur 30 Mrd weniger war der Best Case. Das reicht gerade, um den Schein der Glaubwürdigkeit zu wahren. Damit ist für die Märkte ein „alles klar“ Signal gegeben, das im Prinzip für die nächsten sechs Monate anhalten kann, es sei denn es gibt wieder eine böse Überraschung bei der Inflation, die doch eine echte hawkische Wende zum Risiko machen könnte. Denn, bie allem Verständnis, das ist angesichts der dramatischen Lage an der Inflationsfront im Vergleich zu früheren Zeiten immer noch super dovish. Welcher Notenbankchef hätte sich früher träumen lassen in so einer Zeit mit massiv steigenden Preisen, Arbeitskräftemangel und deutlich überhitzter Nachfrage die Zinsen bei Null zu lassen und immer noch Anleihen zu kaufen. Sie haben ja völlig recht, dass Powell für seine Verhältnisse hawkish war (in Bezug auf die Frage, wann er am hawkishsten war sehe ich noch den „Autopilot“ im Rennen :=), aber wir haben uns wie die Frösche im langsam wärmer werdenden Wasser schon zu sehr an diese absolute Absurdität der Geldpolitik gewöhnt. Also faktisch gibt die Fed erstmal weiter Vollgas und kippt Uran ins Feuer der monetären Kernschmelze. Und dann hebt sie in kalkulierbaren Trippelschritten die Zinschen etwas an, weit hinter der Kurve der tatsächlichen Geldentwertung. Daher auf zu neuen Höhen, vor allem auch mit dem Anlagedruck zum Jahresende, den Buybacks und den supernegativen Realzinsen. Der Bärenmarkt wurde heute vertagt.

    1. Ja, das mag sein. Guter Kommentar.

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