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Jetzt geht die Post ab – Großbanken schrauben Kursziele nach oben

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Die Party muss weiter gehen? Immer höhere Kursziele für wichtige Aktien

Man denke da an die Losbuden auf dem Rummel, oder an Personen wie Henry Blodget (damals der Analystenguru in der großen Euphorie) in den “guten Jahren” vor dem Dotcom-Crash. Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Kommen Sie ran, kommen sie ran, hier gibts was zu gewinnen! Steigen die Kurse stark an, dann erhöhen die großen Banken auch die Kursziele für Highflyer-Aktien? Was für eine bestechende Logik (Satire). Müssten die Banken nicht eigentlich anhand von analytischen Kennzahlen Kursziele ausrufen? Aber was wissen wir schon.  Nein, nein, Spaß bei Seite. Sicher gibt es für jede Erhöhung eines Kursziels gute Gründe?!?

Die Mega-Sause bei Tesla

Ein ganz kleiner Blick zurück. Oppenheimer erhöhte gestern mal eben sein Kursziel bei Tesla um 60% auf 612 Dollar (aktuell 524 Dollar, was für ein Anstieg, fern jeder Realität, aber was soll´s?). Meine Güte. Die Tesla-Aktie ist also über Nacht 60% mehr Wert, zumindest in der Aussicht des Analysten? Weltklasse, möchte man da sagen! Hier können Sie die Begründung genauer nachlesen. Abgesehen davon: Gratulation an alle, die in der Hausse fette Gewinne in der Aktie machen. Es sei Ihnen gegönnt. Sind Sie auch auf dem Weg nach unten dabei, oder steigen Sie mit Ihren fetten Gewinnen rechtzeitig aus? Aber ach was, wir wollen Ihnen die gute Laune nicht verderben. So wie die Kursziele derzeit angehoben werden, gehen die Aktienkurse ja nur noch nach oben (Satire). Die Tesla-Aktie steigt aktuell vor allem deswegen so stark, weil Short-Seller, die mit Leerverkäufen lange Zeit auf fallende Kurse gewettet hatten, immer größere Verluste machen. Die müssen sie begrenzen, in dem sie die Aktien zurückkaufen, um sie an den Verleiher zurückgeben zu können. Durch diesen Rückkauf steigt der Aktienkurs nur noch mehr an. Nur wie lange geht diese Hausse noch weiter?

Großbanken schrauben Kursziele von Highflyer-Aktien nach oben

Die Apple-Aktie schloss gestern bei knapp 317 Dollar. Das höchste aller Kursziele in dieser Aktie wurde gestern von D.A. Davidson festgelegt mit 375 Dollar nach bisher 300 Dollar. Was soll´s, man findet man immer eine Begründung? Und warum auch nicht. Solange die Kurse immer weiter steigen, liegt man ja auch immer richtig? Da will die UBS offenbar nicht zurückstecken. Bei aktuell 317 Dollar im Kurs der Apple-Aktie sieht ihr bisheriges Ziel von 280 Dollar offenbar nicht mehr zeitgemäß aus – von daher erhöht man jetzt auf 355 Dollar! Und aktuell erhöht Goldman Sachs sein Kursziel für Netflix von 400 auf 450 Dollar (aktuell 338). Die Deutsche Bank erhöht ihr Kursziel für die Alphabet-Aktie (Google) von 1.550 auf 1.735 Dollar (aktuell 1.440). Tja, solange die Hausse die Hausse nährt, und alles immer weiter steigt, reitet man mit immer höheren Kurszielen ja voll auf der Welle des Erfolges. Nur braucht man als Anleger in einer kräftigen Hausse überhaupt “Expertenmeinungen”? Kann man sich dazu als Anleger nicht seine eigene Meinung bilden? Final noch ein Sprichwort, um die Laune nochmal etwas zu dämpfen. Je höher die Fallhöhe, umso mehr tut es beim Aufprall nach dem Fall weh.

Ein Kommentar

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    Gixxer

    14. Januar 2020 17:00 at 17:00

    “Je höher die Fallhöhe, umso mehr tut es beim Aufprall nach dem Fall weh.”
    Da brauch man sich denke ich keine Sorgen machen. Es wird keinen Fall und damit auch keinen Aufprall geben. Das ist wie bei Ikarus nur eben mit feuerfesten Flügeln.

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Aktienrückkäufe: Wie CEOs ihre Unternehmen aufs Spiel setzen

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An der Wall Street sieht man Aktienrückkäufe als normales Instrument an

In den vergangenen Jahren gab es zwei von Top-Managern initiierte Schemata, die beide die von ihnen geführten Unternehmen aufs Spiel setzten: Aktienrückkäufe (verlorenes Jahrzehnt?) und für Kredite als Sicherheit hinterlegte Aktien! Beide Schemata fliegen den Unternehmen nun reihenweise um die Ohren. Im ersten Fall fehlt den Unternehmen nun das Geld in der Krise, im zweiten Fall können die als Kreditsicherheit hinterlegten Aktien schlimmstenfalls einen Abwärtstrend in der Aktie noch zusätzlich verstärken.

Aktienrückkäufe leerten die Konten der Unternehmen, ohne Nutzen zu stiften

Aktienrückkäufe waren über etliche Jahre beim Management zahlloser Unternehmen Mittel der Wahl, um angeblich Aktionäre am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Hunderte Milliarden US-Dollar wurden ausgegeben, um Aktien zurückzukaufen. Dieser Rückkäufe erhöhen temporär den Preis einer Aktie, da die Nachfrage nach den Papieren erhöht wird. Und wenn die Unternehmen die Aktien nach dem Rückkauf vernichten, dann haben die verbliebenen Aktionäre auch einen größeren Anteil am Unternehmen. Eventuelle Dividenden verteilen sich auf weniger Aktien und bei unverändertem Unternehmenswert sollte jede Aktie aus dem kleiner gewordenen Pool aller Aktien mehr wert sein. Um Steuern zu sparen und gemachte Gewinne nicht versteuern zu müssen, nahmen Unternehmen wie Apple sogar Kredite im Umfang dutzender Milliarden US-Dollar auf, um die eigenen Aktien zu kaufen.

Die Kredite sind bei Apple weniger ein Problem, da das Unternehmen gleichzeitig auf enormen Barreserven sitzt. Andere Unternehmen wie Boeing haben es deutlich schwieriger. Geld, das in den vergangenen Jahren für Aktienrückkäufe ausgegeben wurde, fehlt dem Unternehmen nun. Es wurde ausgegeben, ohne dadurch zusätzliches Wachstum für das Unternehmen zu generieren. Es ist das Mittel der Wahl für faule Manager, die keine Ideen haben, wie sie die vom Unternehmen erwirtschafteten Gewinne so reinvestieren können, dass Aktionäre dadurch langfristig profitieren. Dabei wäre die Mehrung des Unternehmensvermögens genau das, wofür das Management von den Aktionären eingesetzt wurde.

Dividenden-Ausschüttungen würden dem Unternehmen zwar auch Kapital entziehen, ohne dadurch zusätzliches Wachstum zu generieren. Doch Dividenden fließen den Aktionären wenigstens direkt zu. Von Aktienrückkäufen haben Aktionäre real höchstens dann etwas, wenn sie ihre eigenen Aktien zum künstlich gepushten Kurs veräußern.

Aktienrückkäufe lassen vor allem das Management profitieren

Dividenden haben zudem den Vorteil, dass das Management nicht überproportional davon profitiert. Genau das tut es aber bei Aktienrückkäufen. Denn inzwischen machen Optionskomponenten den Großteil der Managervergütungen aus. Je höher der Aktienkurs des Unternehmens ist, umso mehr wert sind auch die zugeteilten Aktienoptionen. Manche Aufsichtsräte waren sogar so verrückt, die Managervergütung direkt an den Aktienkurs zu koppeln – bei Tesla Motors zum Beispiel. Das Management hat damit einen maximal großen Anreiz, den Aktienkurs kurzfristig zu erhöhen.

Aktien-Optionen haben zudem den Nachteil, die Anteile der Altaktionäre zu verwässern. Denn jede ausgeübte Aktien-Option führt dazu, dass mehr Aktien im Umlauf sind. Vom gleichen Management durchgeführte Aktienrückkäufe neutralisieren somit erstens die Verwässerungseffekte der eigenen Aktien-Optionen und führen zweitens zu temporär höheren Aktienkursen, die die vom Management gehaltenen Optionen mehr wert werden lassen – oder wie im Falle von Tesla überhaupt erst zur Zuteilung der Optionen führen. Fehlt den Unternehmen nach den Rückkäufen dann auch noch das Geld in der nächsten Krise, wie bei Boeing, dann hat das Management die Unternehmenszukunft aufs Spiel gesetzt, um sich selbst Vorteile zu verschaffen.

Manager verpfänden ihre Aktien, um den eigenen Lebensstil steuerfrei zu finanzieren

Ein zweites gern von Managern genutztes Schema der Bereicherung zum Nachteil des Unternehmens ist abseits der Aktienrückkäufe die Kreditaufnahme für persönliche Zwecke. Manager wie Elon Musk von Tesla oder Markus Braun von Wirecard zahlen ungern Steuern. Und sie geben auch ungern das Steuer „ihres“ Unternehmens aus der Hand. Gleichzeitig pflegen oder pflegten sie jedoch gern einen opulenten Lebensstil. Um den zu finanzieren, müssten sie eigentlich einen Teil ihrer Aktien verkaufen. Dabei müssten die Kursgewinne versteuert werden und sie hätten anschließend weniger Stimmrechte auf der nächsten Aktionärsversammlung.

Liebend gern boten und bieten Banken daher an, doch einfach einen (großen) Teil der eigenen Aktien als Kreditsicherheit zu hinterlegen. Für Kredit fallen keine Steuern an, die Stimmrechte bleiben beim Aktienbesitzer und trotzdem ist der Lebensstil gesichert. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld werden die Zinsen dafür gern gezahlt.

Doch die Sache hat einen kleinen Haken: Das Schema funktioniert nur solange, wie der Aktienkurs nicht crasht. Tut er das, werden die Banken irgendwann nervös. Reicht der Wert der als Sicherheit hinterlegten Aktien nicht mehr aus, um den Kredit zu besichern, folgt der Margin Call. Der Kreditnehmer muss dann neue Sicherheiten hinterlegen. Kann er das nicht, werden die Kreditsicherheiten, also die Aktien, verwertet. Das heißt, die Bank wirft die Aktien auf den Markt. Alle. Zur gleichen Zeit. So wie bei Wirecard vor einigen Tagen. Diese Notverkäufe befeuern einen ohnehin bestehenden steilen Abwärtstrend zusätzlich. Je niedriger der Aktienkurs ist, umso schwieriger werden jedoch Kapitalerhöhungen. Denn für den gleichen neu eingeworbenen Betrag müssen viel mehr neue Aktien verkauft und damit der Anteil der Altaktionäre auch stärker verwässert werden.

Der Anteil der verpfändeten Aktien kann dabei durchaus enorme Werte annehmen. Bei Elon Musk sind es 54% all seiner Tesla-Aktien, von denen er rund 20% besitzt. Bei Softbanks Masayoshi Son sind es 60%. Son hält 27% an Softbank. Und Steven Rales, CEO der Danaher Corporation, hat 74% seiner Aktien verpfändet. Er hält 6,2% an Danaher. Sein Bruder Mitchell Rales hält weitere 5,1% an Danaher, von denen wiederrum volle 90,7% für Kredite verpfändet wurden.

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Tesla – die Wiederauferstehung der Dotcom-Blase!

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Die Euphorie um Tesla erinnert stark an die Dotcom-Blase: damals wurde alles gekauft, was mit Internet zu tun hatte – heute ist an die Stelle des Internets die Euphorie um die Elektromobilität getreten. Vor allem Tesla steigt von Allzeithoch zu Allzeithoch – aber dieser Anstieg basiert auf zwei eher unwahrscheinlichen Prämissen: erstens dass Elektroautos den Markt klar dominieren werden in Zukunft, und zweitens dass kein anderer Hersteller in der Lage sein wird, Tesla wirklich Konkurrenz zu machen..

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Dirk Müller zum Wasserstoff-Hype: Warum man jetzt nicht einsteigen sollte

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Wir hatten erst vorgestern über die Aussagen von Dirk Müller berichtet,über die Wahnsinns-Hausse der letzten Wochen in den USA, wo teilweise Minderjährige mit den Kreditkarten ihrer Eltern die Börse stürmen, und wo Millionen von Menschen mit Kleinstbeträgen wie wahnsinnig Börsenkurse pushen. Heute spricht Dirk Müller im folgenden Video über den aktuellen Hype rund um das Thema Wasserstoff. Diese Woche wurde der Hype nochmal kräftig befeuert durch die erst gestern präsentierten großen Pläne der EU, dass man bis 2050 klimaneutral werden wolle, und das mit Wasserstoff. Gigantische Milliardenprogramme sollen von Staaten und Unternehmen in Europa aufgelegt werden.

Also, ist das nun auch der große Start für den Hype rund um Wasserstoff-Aktien? Oder läuft er schon, und Anleger, die sich hier noch nicht auskennen, kommen zu spät? Genau davor warnt Dirk Müller im folgenden Video. Er beschreibt diese jetzige Euphorie und vergleicht sie mit Themen wie 3D-Druck oder Cannabis-Aktien. Jetzt sei der Markt für Anleger schon zu teuer. Man müsse nun erst einmal auf die Marktbereinigung warten, die nach der Euphorie einsetze. Er beschreibt auch Phasen der Markteuphorie, wie es sie in anderen Bereichen schon gegeben habe, die nun auch so beim Wasserstoff ablaufen würden.

Wasserstoff Tankstelle in Belgien
Eine Wasserstofftankstelle in Zaventem Belgien. Foto: Dr. Artur Braun (Arturbraun) CC BY-SA 4.0

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