Aktien

Jetzt gehts los: Fondsmanager sitzen auf Cash, US-Aktien untergewichtet

Von Markus Fugmann

Warum werden die US-Indizes weiter steigen? Weil amerikanische Aktien etwa günstig sind? Nö. Weil die charttechnische Situation ziemlich gut aussieht? Schon eher. Weil die Fed kaum vor Dezember die Zinsen anheben kann, angesichts der miserablen US-Konjunkurdaten (einmal abgesehen vom heutigen Ausreißer bei den US-Immobiliendaten)? Noch vielmehr. Und als einer der wichtigsten Gründe: weil die Fondsmanager dieser Welt so untergewichtet sind in US-Aktien wie schon seit Januar 2008 nicht mehr. Das zeigt eine Umfrage von Merill Lnych in der Branche.

Demnach haben die Fondsmanager ihre Cash-Quote im Vergleich zum Vormonat deutlich erhöht – von 3% auf nun 21%. Das ist der höchste Cash-Wert seit neuen Monaten. Derzeit sind nur noch 47% in Aktien übergewichtet – so wenig wie noch nie seit Beginn des Jahres. Immerhin 19% der Fondsmanager sind nun in US-Aktien untergewichtet, vor allem verkauft wurden amerikanische Konsumwerte. Vermutlich reagierten die Fondmanager damit auf den Fall des Dollars, der ihre Performance schmälerte. Dagegen wurde die Gewichtung von europäischen Aktien erhöht, von 46% auf nun 49%, ebenso stieg die Gewichtung japanischer Aktien (heute schloss der Nikkei-Index erneut über der 20.000er-Marke). Auf globaler Ebene wurden dagegen Engagements in Bankenwerten, Technolgieaktien und Pharmawerten nach oben gefahren.

Am heftigsten aber sind die Umschichtungen am Anleihemarkt. Nach dem Anleihe-Crash sind 60% der Fondmanager inzwischen in Staatsanleihen untergewichtet – und damit so stark wie seit neun Monaten nicht mehr. Da kann also mit Long-Positionen nicht mehr viel schief gehen, könnte man meinen. Merill Lynch sieht denn auch folgerichtig in den erhobenen Daten einen guten Kontraindikator: es böten sich Long-Positionen in US-Aktien an, während der Dollar nach wie vor so übergewichtet sei wie kaum ein anderer Trade am Markt.



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