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„JOLTS“ bringt Leben in die Bude: Euro runter, Dax rauf, US-Indizes auf neuen Allzeithochs

Bis heute um 16 Uhr fristeten Dax, Dow, Euro, Dollar und Öl ein tristes trauriges Dasein. Keine Schwankungen, nichts los. Doch dann erinnerte man sich um 16 Uhr blitzschnell daran, dass zu dem Zeitpunkt…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Bis heute um 16 Uhr fristeten Dax, Dow, Euro, Dollar und Öl ein tristes trauriges Dasein. Keine Schwankungen, nichts los. Doch dann erinnerte man sich um 16 Uhr blitzschnell daran, dass zu dem Zeitpunkt ja der JOLTS-Report veröffentlicht wird („Job Openings and Labor Turnover Survey“). Dies ist eine Erhebung der US-Arbeitsmarktbehörde „BLS“. Der JOLTS-Report wird von der Fed sehr genau beachtet, von den Märkten aber eigentlich weniger. Bisher war er für Analysten fast unbedeutend – bis heute.

Bei JOLTS geht es nicht um die Zahl neu geschaffener Stellen, sondern die Zahl offener Stellen, die Arbeitgeber anbieten, aber dafür keine geeigneten Bewerber finden. Vermeintlich kann man daran erkennen, wie überhitzt eine Volkswirtschaft schon ist. Je mehr offene Stellen, desto überhitzter? Für den Betrachtungsmonat Juni stieg die Zahl offener Stellen (Statistiken in den USA….. ) auf 6,2 Millionen. Nach der Mai-Zahl von 5,66 Mio lag die Schätzung für heute bei 5,80 Mio.

Also brummt die US-Volkswirtschaft vermeintlich deutlich stärker als man bis vorhin noch dachte. Wie sagte James Bullard von der Fed noch gestern Abend? Er glaube nicht an steigende Inflation, auch wenn der Arbeitsmarkt sich noch weiter verbessere. Aber für den Moment gilt: Der Markt geht nach den JOLTS-Zahlen von einer höheren Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen aus. Von daher setzt der übliche Mechanismus ein.

Der US-Dollar steigt, was den Euro natürlich in Relation zum Dollar schwächeln lässt! Das bedeutet quasi automatisch Stärke im exportlastigen Dax, was dieser Chart wunderschön zeigt. Ist dies das Lebenszeichen, das der Dax benötigte für weitere Anstiege? Seit 16 Uhr stiegt der Dax von 12.222 bis auf 12.330 Punkte (jetzt 12.296). Der Euro fällt seitdem von 1,1810 auf 1,1742.


Dax (schwarz) vs EURUSD (orange) seit heute früh um 9 Uhr.

Denn heute war sonst nicht viel los außer schwachen deutschen Außenhandelsdaten auf Monatsbasis, die sich auf Jahresbasis als gar nicht so schlimm herausstellten. Im Dax steht man kurz davor das Freitags-Intraday-Hoch von 12.336 Punkten zu erreichen, was für weitere Anstiege positiv wäre – denn damit würde man auch den höchsten Stand seit 21. Juli erreichen.

Obwohl steigende Zinsen ja eher schlecht für Aktien sind, lassen sich die Amerikaner nicht lumpen, und steigen dank der JOLTS-Daten auch kräftig an. Der Dow legt seitdem zu um 50 Punkte auf 22.158. Der S&P 500 legt um 7 Punkte auf 2.484 zu. Die beiden laufen damit aktuell auf neuen Allzeithochs (versteht sich inzwischen von selbst).

Alle sonstigen kleinen Meldungen von gestern und heute verblassen aktuell durch die JOLTS-Daten. Der Börsenbulle kann also jetzt ein neues Kürzel anbeten!

Und der Ölpreis, der sich von Arbeitsmarktdaten in keinster Weise beeindrucken lässt? Der pendelt immer noch wie tot bei 49,20 Dollar (WTI), und wartet auf interessante Aussagen der OPEC aus Abu Dhabi.

Gold und Silber reagierten vorhin im Gleichschritt auf den sprunghaft stärkeren US-Dollar, und fielen ab 16 Uhr (Chart seit heute früh). Gold hat 10 Dollar auf 1.252 Dollar verloren.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Zinsangst

    8. August 2017 17:57 at 17:57

    Wenn immer mehr illegale Einwanderer von den USA nach Kanada flüchten oder sich in den USA nicht mehr aus dem Haus (zur Arbeit) trauen, dann müssen die Landwirte und Bauunternehmen eben diese Stellen ausschreiben (die legale Amerikaner nicht machen wollen). Wäre zumindest ein Erklärungsansatz für die JOLTS-Daten, die im Widerspruch zu anderen Daten stehen (z.B. gestern der Einbruch bei den US-Konsumkredíten). Ob dieser Trump-Effekt allerdings volkswirtschaftlich positiv ist, wird man sehen. Erntehelfer tragen ja auch ihren Teil zur Wertschölfungskette bei, auch wenn sie „Aliens“ sind.

  2. Avatar

    Wolfgang Koch

    8. August 2017 17:59 at 17:59

    Colts Report!Unser tägliches ATH gib uns heute!Wäre ich einer der zuletzt geschaffenen 1 Million Kellner,würde ich mir selbst einen,oder auch mehrere ausgeben.Die Welt kann so schön sein,mit etwas Allohol!

    • Avatar

      berti001

      8. August 2017 19:01 at 19:01

      Und wenn die Zahlen in die andere Richtung stark wären hätten wir trotzdem ATH
      :-)

  3. Avatar

    madsoul

    8. August 2017 19:43 at 19:43

    na klar, und morgen gibts das ath weil Bergfest in der Woche gefeiert wird, gefolgt von Donnerstag als Einstimmubgsfeier aufs Wochenende und Freitag eh, denn wer geht schon gerne mit Minuszeichen in die Freizeit. Und nächste Woche ist dann Donald vacation party week, solange bis der dow die 23.000 hat, und nas 100 muss noch auf 7000. Das macht dann Apple, mit der Ankündigung in 14 Tagen, dass das iphone 8 im september rauskomnt. Kann dann zwar wegen government shutdown kein staatsdiener kaufen, aber egal

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Dank Notenbanken immun: Vermögen wachsen trotz Krisen immer weiter

Claudio Kummerfeld

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Vermögen in Form vieler US-Dollars

Die Gelddruck-Orgien der Notenbanken haben die weltweiten Vermögen immunisiert gegen Verluste, egal wie schlimm die Krise in 2019 auch war, und jetzt in 2020 dank Corona noch geworden ist. Zu diesem Schluss kommt der ganz frisch veröffentlichte „Allianz Global Wealth Report“, in dem das Wort „Immunisiert“ sogar explizit so genannt wird.

Vermögen steigen weiter an

Die Headline-Aussage der Allianz besagt, dass die Vermögen in den letzten zehn Jahren noch nie eine so große Zunahme des Wohlstands verzeichnen konnten. Weltweit sei das Brutto-Geldvermögen im Jahr 2019 um 9,7 Prozent gewachsen, und habe damit das stärkste Wachstum seit 2005 hingelegt. Angesichts der Tatsache, dass das Jahr 2019 von sozialen Unruhen, eskalierenden Handelskonflikten und einer industriellen Rezession geprägt war, sei diese Leistung mehr als erstaunlich, so die Allianz. Doch als die Zentralbanken einen Kursschwenk hin zu einer breit angelegten geldpolitischen Lockerung vollzogen, habe dies zu einem kräftigen Plus von 25 Prozent an den Aktienmärkten geführt, losgelöst von den Fundamentaldaten. Dadurch seien auch die Geldvermögen kräftig angehoben worden. Allein die Anlageklasse der Wertpapiere nahm 2019 um satte 13,7 Prozent zu – nie war das Wachstum im 21. Jahrhundert stärker, so die Headline-Aussage. Versicherungen und Pensionen erreichten laut Allianz ein Plus von 8,1 Prozent, was hauptsächlich auf den Anstieg der zugrundeliegenden Vermögenswerte zurückzuführen sei – die Bankeinlagen stiegen um 6,4 Prozent.

Vermögen auch in 2020 immunisiert gegen Verluste

Und was wird 2020 unterm Strich passieren? Es geht wohl nach dem Motto „Je schlimmer die Krise, desto mehr drucken die Notenbanken, und helfen damit Aktien und Immobilien nach oben“. So sagt der Report nämlich, dass „die selbe Geschichte sich im Jahr 2020 wiederholen“ dürfte, nur ins Extrem gewendet. Denn als die Coronakrise die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession seit 100 Jahren stürzte, legten Zentralbanken und Finanzbehörden auf der ganzen Welt beispiellose geld- und fiskalpolitische Hilfspakete auf und schirmten so die Haushalte und ihr Geldvermögen vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab, so die Allianz. Man gehe davon aus, dass die privaten Haushalte ihre Verluste aus dem ersten Quartal wettmachen konnten und bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 einen leichten Anstieg des globalen Geldvermögens um 1,5 Prozent verzeichneten. Hauptreiber der Entwicklung seien die Bankeinlagen, die dank großzügiger öffentliche Unterstützungsprogramme und vorsorglicher Ersparnisbildung um kräftige 7,0 Prozent zunahmen. Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 im Plus enden werde.

Die Allianz merkt kritisch an, dass die Geldpolitik im Moment zwar die Vermögen gegen Corona quasi immunisiert habe. Aber man solle sich nichts vormachen. Null- und Negativzinsen seien ein süßes Gift. Sie würden die Vermögensbildung untergraben, und verschärfen die soziale Ungleichheit, da Vermögenseigentümer satte Mitnahmegewinne einstreichen können. Das sei nicht nachhaltig. Auch noch interessant: Das Wohlstandsgefälle zwischen reichen und armen Ländern habe sich wieder vergrößert. Im Jahr 2000 sei das Netto-Geldvermögen pro Kopf in den Industrieländern im Durchschnitt 87-mal höher gewesen als in den Schwellenländern. Bis 2016 war dieses Verhältnis auf 19 gesunken. Seither ist es wieder auf 22 (2019) angestiegen, so die Allianz.

Was lernen wir daraus?

Nun, die Allianz steht wohl kaum im Verdacht gegen den Kapitalismus zu hetzen, oder Notenbanken arg kritisch gegenüber zu stehen. Von daher ist es schon interessant, dass sie so klipp und klar ausspricht, was viele andere Kommentatoren (wie auch wir bei FMW) seit geraumer Zeit sagen. Nämlich dass die obszöne Geldschwemme von EZB, Fed und Co Assetpreise wie Immobilien oder Aktien kräftig antreibt, losgelöst von der Realwirtschaft. Dies ist also kein Mythos und keine Verschwörungstheorie, wenn man die Allianz als seriöse Informationsquelle für diese Information zählt.

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Fed: US-Bürger ignorieren die mächtigste Notenbank der Welt

Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland

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Für die Finanzmärkte ist die US-Notenbank Fed das Maß aller Dinge – aber auch für die US-Bürger, also die „normalen Leute“, die Main Street?

Wer sich die Mühe macht, die Statements der US-Notenbank Fed nach ihren Sitzungen zu lesen und die Pressekonferenzen zu verfolgen, die Jerome Powell jedes Mal „zelebriert“, so könnte man auf zwei Schlussfolgerungen kommen: Erstens, dass er sich mit seiner unglaublich gehäuften Darlegung des gesetzlichen Auftrags der Fed „Prize Stability and Maximum Employment“ eine kleine Entschuldigung für seine Geldpolitik sucht, die dem Open Market Committee keine andere Wahl lasse. Dass dies – zweitens – aber einen Versuch darstellt, die Öffentlichkeit zu informieren und den Bürger zu einem gewünschten Verhalten innerhalb der finanziellen Repression zu veranlassen. Dass Letzteres nicht gelingt, beweist eine Umfrage aus dem Wissenschaftsumfeld der Fed unter US-Bürgern.

Fed: Das flexible Inflationsziel

Ende August hatte Fed-Chef Powell in einer Rede ausgesprochen, was man schon längere Zeit vermutet hatte. Man würde zinspolitisch die „Füße stillhalten“, auch wenn die Inflationszahl für längere Zeit über der bisherigen Zielmarke (Inflation target) von zwei Prozent liegt. Klingt erst einmal unsinnig, denn schließlich sollte sich die Teuerung in den nächsten Jahren nicht einmal richtig der Zielzone nähern. Eindeutig dürfte dahinter sich die Absicht der Notenbank verbergen, dass man die finanzielle Repression dauerhaft fortsetzen wird: Zinsen für längere Zeit unterhalb der Teuerungsmarke, bei gleichzeitigem BIP-Wachstum, ergibt eine prozentuale Absenkung des Verschuldungsniveaus. Das ist ein Verfahren, welches die USA und Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahre praktiziert hatten. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt: die Fed könnte durch eine höhere Inflationserwartung Konsumenten und Unternehmen zu höheren Ausgaben veranlassen. Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland.

US-Bürger haben wenig Ahnung von der Fed-Politik

Targeting and Household Expectations heißt die Arbeit der Ökonomen, die sich mittels Befragung unter Bürgern mit der Frage beschäftigt haben, wie der kleine Mann den Wechsel in der Notenbankpolitik aufnimmt. Das Ergebnis dürfte recht erschütternd sein für den Chef der US-Notenbank: Nur eine kleine Minderheit gab an, überhaupt von einer neuen Strategie der Fed gehört zu haben. Und die, die davon gehört hatten, gaben auch noch falsche Ziele wieder. Man glaubt allgemein, dass das Ziel der Notenbank ein starker Dollar sei und niedrige Zinsen, damit sich der Staat seine Verschuldung leisten kann.

 

Fazit

Auch wenn das zigfache Wiederholen des gesetzlichen Auftrags der Fed (Maximum Employment und Prize Stability) durch Jerome Powell in den Pressekonferenzen schon fast nervig wird: beim Bürger kommt anscheinend nicht viel davon an, was die Damen und Herren im Elfenbeinturm des Geldes in Washington D.C. vorhaben.

So könnte seine letzte Strategie mit der Aufforderung beim Bürger mehr zu investieren auf taube oder gar keine Ohren gestoßen sein. Höhere Inflationserwartungen sollten zum Vorziehen von Konsumausgaben führen. Wobei man sich schon fragen muss, wie es sein kann, dass man das Volk mit den vielen (überzogenen) Kreditkarten überhaupt zum Geldausgeben animieren muss..

Die Fed dringt mit ihren Aussagen nicht wirklich zu den Bürgern durch

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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