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Joseph Blatters FIFA-Propagandafilm floppt

Markus Fugmann

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am

Von Markus Fugmann

Der Zeitpunkt für den Kinostart des FIFA-Films “United Passions” in den USA hätte nicht ungünstiger sein können nach den Verhaftungen hochrangiger Funktionäre sowie dem angekündigten Rücktritt Blatters. Der Film lief in zehn Kinos der USA an am verganenen Freitag – und hat bisher keine 1000 Dollar in die Kinokassen gespült – ein echtes Desaster!

Die FIFA hat sich den Film 27 Millionen Dollar kosten lassen, bis auf die USA startete “United Passions” bisher in Italien, Frankreich, Indien, Serbien und Ungarn – und wenn es so weiter läuft wie bisher, dürfte uns der Start des Films in deutschen Kinos erspart bleiben. Er ist, wie der englische „Guardian“ schrieb, „Stalinist propaganda“ oder, noch schärfer, ein „cineastisches Exkrement“.

Bald Ex FIFA Chef Sepp Blatter
FIFA-Chef Blatter – das Desaster nun auch im Kino
Foto: Sputniktilt/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Beschrieben wird in der cineastischen Selbstbeweihräucherung der Aufstieg der FIFA-Präsidenten Jules Rimet, Joao Havelange und Sepp Blatter. Rimet wird gespielt von Gerard Dépardieu, Tim Roth, bekannt aus den Quentin Tarantino-Filmen “Pulp Fiction” und “Reservoir Dogs,” spielt Blatter, Sam Neil spielt Havelange. Eine echte Starbesetzung also, aber geholfen hat es nicht viel, weder inhaltlich noch was den Erfolg an den Kinokassen betrifft. Das liegt vor allem daran, dass der Film keine Dramaturgie, keinen Plot besitzt und nichts zu erzählen hat. “United Passions” atmet fast in jeder Sequenz den Charme einer lästigen Auftragsarbeit.

Ein Hauptthema des Films ist der „Maracanazo“, das verlorene Endspiel Brasiliens gegen Uruguay im Maracana-Stadion 1950 – die Tragödie der brasilianischen Mentalitätsgeschichte nach dem 2.Weltkrieg, ein echtes Trauma. Zumindest bis zur 1:7-Niederlage gegen Deutschland, die dieses Trauma noch einmal verstärkte. Das Desaster von 1950 wird dabei ausschließlich aus der Perspektive der Brasilianer erzählt, das siegreiche Uruguay etwa findet nicht statt – was den „Guardian“ zur folgenden bissigen Bemerkung veranlaßt: „I guess their cheque to Fifa hadn’t cleared when this script was being written.“

Wie es um das Selbstbewußtsein der FIFA-Granden bestellt ist, zeigt die Aussage von Havelange ganz treffend:

“We’ve done more for black people than all the UN resolutions!”. Aber klar doch, bestimmt auch mehr als Mutter Theresa!

Ganz sicher viel getan hat der Film auch für FIFA-Sponsoren wie adidas. Da schweift die Kamera fröhlich über adidas-Sportprodukte – man kann sich vorstellen, dass die Herzogenauracher auch ein bißchen was beigetragen haben zu dem peinlichen Film, pekuniär versteht sich. Ansonsten aber ist der Film ein Totalausfall, was ihn erwähnenswert macht, ist der aktuelle Bezug zu dem FIFA-Skandal. Die Kritik in den USA jedenfalls hat – ohnehin nicht wirklich an Fußball interessiert, aber zumindest teilweise an deutlich bessere Filme gewöhnt – “United Passions” einhellig verrissen.

Es ist eine fast sicher ganz unfreiwillige Komik, wenn bei “United Passions” dann doch einmal echte Wahrheiten aufblitzen. So sagt etwa Havelange über Blatter nach dessen Einstellung:

“He is apparently good at finding money”. Da bleibt nichts anderes zu sagen als: Indeed! Das ist der Joseph..

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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