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JP Morgan „Guru“: Gold kaufen

FMW-Redaktion

Marko Kolanovic gilt an der Wall Street als der Stratege „auf den die Hedgefonds hören.“ Er bekleidet beim Bankenprimus JP Morgan die Position des „Global Head of Quantitative and Derivatives Research“, und  verkündet aktuell Investoren täten gut daran Gold zu kaufen.

Er spricht zunächst über den kräftigen Anstieg im Dow Jones. Die Rally, die am 11. Februar bei 15.500 Punkten begann (jetzt 17.620), sei eher technischer Natur gewesen. Shorties die Anfang des Quartals auf noch viel tiefere Kurse gewettet hätten, wären in den letzten Wochen massiv mit Shorteindeckungen beschäftigt gewesen. Wenn man sich das 1. Quartal anschaut: Von 17.400 auf 15.500 gefallen, dann wieder bis heute auf 17.620 gestiegen. Was für ein Rebound im 1. Quartal für den Dow. Dieser schnelle Anstieg auf das jetzige Niveau sei gefährlich.

„Strategen“ wie Kolanovic arbeiten idR immer mit sogenannten „Marktmodellen“. Daher spricht man in dieser Szene auch immer recht hölzern von Wahrscheinlichkeiten für Long und Wahrscheinlichkeiten für Short, deren Unterschiede auf den ersten Blick auch nicht so groß aussehen. Er spricht von 5% Aufwärtsrisiko und 10% Abwärtsrisiko bei Aktien. Daher sehe es für Aktien momentan „nicht so toll aus.“

Statt Aktien rate er als Kategorie lieber Gold zum Kauf, auch nach den letzten Anstiegen. Der dovische Ausblick der Fed bringe mehr Abwärtsdruck für den Dollar, was Gold unterstütze, sagte Kolanovic bei CNBC. Interessant: Auch hält er anscheinend die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten für gar nicht mal so unrealistisch. Der Dollar werde bei Trumps Wahl abwerten wg. der Handelsbeschränkungen, die Trump angekündigt habe wie auch Zölle gegen chinesische Waren. Folglich noch mehr Aufwärtspotenzial für den Goldpreis.

Eines muss man sagen: Anfang Februar, als Öl und Gold ihren Anstieg begannen, hatte Kolanovic die Anstiege in beiden Assets bis dato vorausgesehen. Die Tatsache, dass er mit seiner bullischen Gold-Prognose im Nr. 1 Finanzsender der USA auftritt, dürfte den Herdentrieb der Hedgefonds noch verstärken. Aber natürlich gilt wie immer: Auch ein Herr Kolanovic muss nicht automatisch immer richtig liegen, selbst wenn er die größte Bank der USA repräsentiert und einen Guru-Status inne hat. Aber das Fed-Argument mit der weiteren Dollar-Schwäche klingt nachvollziehbar.



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