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Aktien

JP Morgan: „Systemrisiko Nr. 1“ laut US-Behördenstudie

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Von Claudio Kummerfeld

JP Morgan, die größte Bank der USA, ist laut aktueller Studie des „Office of Financial Research“ (Abteilung im US-Finanzministerium) das Systemrisiko Nr. 1 im US-Bankensektor. Laut Studie basieren die Zahlen, die wir jedem zur Lektüre empfehlen können, auf den Faktoren Größe, Vernetzung, Ersetzbarkeit, Komplexität und „grenzüberschreitende Aktivitäten“. Das Datenmaterial der Studie bezieht sich noch auf 2013, dürfte sich aber von der Gewichtung her kaum verändert haben. Die Behörde erwähnte, dass die Ergebnisse der Studie die Meinung der Autoren wiederspiegelt, und nicht die der Behörde (komisch, die Autoren sind doch Mitarbeiter der Behörde und erarbeiten die Studie für die Behörde!?). JP Morgan ist momentan zwar hoch profitabel – aber angesichts der Größe der Bilanz dreht sich dies mit einem Fingerschnipp. An eine Zerschlagung großer Banken so wie in den USA damals im Ölsektor denkt heute anscheinend niemand. JP Morgan ist eh die größte Bank der USA, von daher ist es eigentlich auf den ersten Blick nichts Besonderes, dass sie auch die mit der größten Systemrelevanz ist. Würde sie sich aber auf „langweiliges“ Einlagen- und Kreditgeschäft mit Privat- und Firmenkunden konzentrieren, ohne Investmentbanking etc, wäre sie wahrscheinlich nicht auf den ersten Plätzen dieser Studie gelandet. Die Tatsache, dass alle großen US-Banken dort auch als die mit den größten Systemrisiken aufgeführt sind, ist ein Beleg dafür, dass sich keine der Banken auf das eigentliche Bankgeschäft beschränkt.

Sehen Sie hier die Original-Studie ein

Too big to fail

Wie die Studie zeigt, sind Banken wie JP Morgan und dahinter auch Citigroup, Bank of America und Wells Fargo durch Fusionen und Übernahmen im Zuge der Finanzkrise (Ironie der Geschichte) so groß geworden, dass sie inzwischen die „totale Systemrelevanz“ erreicht haben („too big to fail“). Den selben Freifahrtsschein dürften in Deutschland nur zwei Banken haben, die Deutsche Bank und die Commerzbank. Gehen sie pleite, nützen alle Bankenrettungsfonds und brancheneigene Sicherungseinrichtungen nichts. Gerade in Deutschland ist de facto immer noch keine Trennung zwischen realer Bank und Investmentbank erfolgt. Beim nächsten Crash zahlt der Steuerzahler erst recht.



Quelle: US Treasury Department (Office of Financial Research)

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Aktien

Aktuell: Quartalszahlen von zwei Dow-Konzernen

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am

Aktuell haben mit Johnson&Johnson und Travelers zwei Dow-Konzerne ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Kennzahlen.

Johnson & Johnson

Der Umsatz liegt bei 20,4 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 20,2/erwartet 20).

Der Gewinn liegt bei 1,97 Dollar pro Aktie (Vorjahreswert 1,75/erwartet 1,95).

Die Jahresprognose beim Umsatz (bisher 82,7) liegt jetzt bei 81,2 Milliarden Dollar. Die Jahresprognose beim Gewinn pro Aktie (bisher 8,60) liegt jetzt bei 8,50-8,65 Dollar.

Die Aktie notiert vorbörslich mit 0,2% im Plus.

Travelers

Der Umsatz liegt bei 6,69 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 6,42 /erwartet 7,7).

Der Gewinn liegt bei 2,32 Dollar pro Aktie (Vorjahreswert 1,98/erwartet 2,20).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -0,4%.

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Aktien

Kurz und knapp: UBS zieht Europas Banken nach unten

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Ein Kurzkommentar von Wolfgang Müller

Die Schweizer Großbank UBS legt beim Gewinn zu, wird aber dennoch abgestraft!

Die UBS meldete für das 4.Quartal 2018 einen Gewinn von 4,9 Mrd.$, aber ohne die Neubewertung von Steueransprüchen wäre das Ergebnis um 275 Millionen geringer ausgefallen.

Der Gesamtgewinn des Jahres legte um 2% auf 6,4 Mrd.$ zu, was die Märkte aber am Vormittag dennoch mit einem Minus von 4% abstraften. Im Zuge dessen fiel auch der deutsche Konkurrent, die Deutsche Bank, um 3,5%.

Konzernchef Sergio Ermotti sprach von „historisch schwierigen Marktbedingungen“ und versprach den Aktionären eine höhere Dividende (70 Schweizer Rappen) und – sieh an – den Rückkauf eigener Aktien in Höhe von 1 Mrd.$.

Auch im laufenden Quartal sollen sich die Handelskonflikte auf das Ergebnis negativ auswirken.

Wohin man in Europa blickt, die Aktienrückkäufe werden oft als letztes Mittel gegen den Kursrutsch angekündigt. Müssen wir den Amerikanern alles nachmachen?

Der UBS-Präsident und ehemalige Bundesbankchef Axel Weber sagte vor wenigen Minuten in Davos, dass eine Konsoldierung der europäischen Bankenlandschaft notwendig sei: „Es gbt zu viele von Ihnen“. Auf globaler Eben seien die europäischen Banken zu klein. Und Weber weiter: man müsse das Geschäftsmodell europäischer Investmentbanken neu ausrichten – was impliziert, dass man derzeit nicht wirklich ein tragfähiges Geschäftsmodell hat!


The UBS Investment Bank’s Offices at 299 Park Avenue in New York City.
By Urbanrenewal – Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11109797

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EU-Regularien wirken: Führender CFD-Broker mit schwachen Zahlen

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am

Die EU hat die CFD-Branche letztes Jahr stark reguliert, vor allem mit den Hebel-Beschränkungen im CFD- und Forex-Handel. Diese bewirken, dass die Brutto-Umsätze der Kunden geringer ausfallen, und somit auch die Provisionserlöse der Broker.

CFD-Handel beschränkt durch maximalen Hebel

Die IG Group (IG Markets) gilt als Marktführer in Europa im CFD-Handel für Privatkunden. Heute früh hat IG seine Halbjahreszahlen veröffentlicht für die ersten sechs Monate im Bilanzjahr 2019 (bis Ende November 2018). Der Umsatz ist im Jahresvergleich von 268,4 auf 251 Millionen Pfund gesunken. Der Umsatz in der gesamten EU (inklusive UK) sank von 176 auf 145 Millionen Pfund. In der Region „Asien und Pazifik“ (APAC) stieg der Umsatz von 66 auf 74 Millionen Pfund. In der Region „Naher Osten und Afrika“ stieg der Umsatz von 17,4 auf 20,6 Millionen Pfund. Der „Umsatz pro Kunde“ in der Festland-EU sank um 17%!

Man sieht also: Dort wo die EU-Regularien gelten, sind die Umsätze rückläufig. Außerhalb nehmen sie zu. Der Gewinn von IG im ersten Halbjahre sinkt von 108 auf 91 Millionen Pfund. Die Relation zwischen Umsatz und Gewinn ist immer noch atemberaubend hoch und zeigt, wie profitabel das CFD-Geschäft für die Broker immer noch ist!

Ausweichen

Die Anzahl der aktiven Kunden in der EU sank bei IG um 15% laut heutiger Veröffentlichung. Das mag wohl auch daran liegen, dass zahlreiche aktive Kunden ihren Status von „Privatkunde“ auf „Profikunde“ ändern ließen, womit sie nicht mehr unter die Hebel-Beschränkungen der EU fallen. Wir haben schon mal darauf hingewiesen. Treiben die Broker es zu bunt und klassifizieren zu viele Kunden um, könnte die EU auch dort einen Riegel vorschieben. Abgesehen von der Umklassifizierung dürften einige Kunden auch ihre IG-Konten in der EU gekündigt, und neue Konten bei rechtlich eigenständigen IG-Töchtern außerhalb der EU eröffnet haben.

Für die Branche brechen insgesamt härtere Zeiten an dank der Hebel-Beschränkung. Frage: Warum hat die EU eigentlich die Hebel bei Optionsscheinen und Zertifikaten nicht auch beschränkt? Haben die CFD-Broker nicht so viel Geld und Einfluss wie die Lobbyisten der Banken? Die Aktie von IG ist von gestern Abend auf heute früh übrigens von 640 auf 560 Pence gefallen. Aktuell erholt sie sich wieder etwas auf 602 Pence.

CFD-Broker IG Group

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