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JPMorgan-Chef sieht im Kredit-Rausch Parallelen zur Finanzkrise 2008

Der Chef von JPMorgan Jamie Dimon warnt vor zu viel riskanter Vergabe von Krediten, und sieht Parallelen zur Finanzkrise 2008.

Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: Samuel Corum/Bloomberg

Der Chef der größten Bank der USA JPMorgan warnt einer umfassenden riskanten Kreditvergabe, und zieht Vergleiche zur Finanzkrise 2008. Man sieht es seit Monaten: Neu entstehende KI-Rechenzentren kosten gigantische Summen. Und neben Anleihen laufen Finanzierungen auch über Bankkredite. Ist das die nächste Blase, die Banken ins Wanken bringt, wenn einzelne Betreiber von Rechenzentren ausfallen?

Mit Blick auf die harte Konkurrenz in der Finanzbranche hat JPMorgan-Chef Jamie Dimon Parallelen zur Zeit vor der Finanzkrise 2008 gezogen, jener Phase, in der ein Wettlauf um Kreditvergabe in einem Desaster endete. Dieses Muster habe es schon einmal gegeben, sagte Jamie Dimon laut Bloomberg gestern vor Investoren: “Leider haben wir das in ’05, ’06 und ’07 gesehen, fast dasselbe — die steigende Flut hat alle Boote gehoben, jeder hat viel Geld verdient.”

JPMorgan indessen sei nicht bereit, riskantere Kredite zu vergeben, nur um den Zinsüberschuss zu steigern. Stattdessen beobachte er bei einigen Marktteilnehmern bedenkliche Praktiken: “Ich sehe ein paar Leute, die dumme Dinge tun. Sie tun einfach dumme Dinge, um Nettozinsüberschuss zu erzeugen.”

Jamie Dimon hat die größte US-Bank durch die Finanzkrise 2008 geführt und in dieser Zeit zwei große kollabierte Wettbewerber übernommen. Aus dieser Erfahrung heraus erwartet er, dass sich der Kreditzyklus irgendwann wieder eintrüben wird, obgleich er den Zeitpunkt nicht vorhersagen könne. Seit Monaten warnt Jamie Dimon vor einer möglichen Verschlechterung der Kreditqualität. Als der Autokreditgeber Tricolor und der Autozulieferer First Brands im vergangenen Jahr implodierten, hatte der JPMorgan-Chef erklärt, das Auftauchen einer “Kakerlake” bedeute meist, dass noch mehr da sind.

In den vergangenen Wochen sahen sich verschiedenste Branchen Ängsten vor einem disruptiven Wandel durch Künstliche Intelligenz gegenüber. In einem Kreditzyklus gebe es stets eine Überraschung, sagte Jamie Dimon. Oft sei unklar, welche Branche es treffe: “In einem Kreditzyklus gibt es immer eine Überraschung.” Welche Branche betroffen sei, habe sich häufig erst im Nachhinein gezeigt. “Dieses Mal könnte es wegen KI die Software sein.” Eine solche Entwicklung könnte JPMorgan dazu veranlassen, bestimmte Kreditengagements genauer zu prüfen. Einen gravierenden Einfluss auf die Kreditausfälle erwartet Dimon jedoch nicht.

Auch die Finanzbranche hat in den vergangenen Wochen unter Kursverlusten an der Börse gelitten, ausgelöst durch Sorgen rund um künstliche Intelligenz. Trotz dieser Turbulenzen sieht JPMorgan-Chef Jamie Dimon seine Bank im Wettbewerb um KI klar im Vorteil. “Am Ende des Tages werden wir in 100 Bereichen in 75 ein Gewinner und in 25 ein Verlierer sein.”

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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