Anleihen

Enormes QT der Notenbanken JPMorgan sieht 1 Billion Dollar-Nachfrageschub für Anleihemarkt

JPMorgan sieht netto einen 1 Billion Dollar-Nachfrageschub für den globalen Anleihemarkt im nächsten Jahr.

Das Schlimmste könnte am globalen Anleihemarkt laut JPMorgan bald überstanden sein. Das Angebot-Nachfrage-Verhältnis dürfte sich nach Ansicht der Bank im nächsten Jahr um rund 1 Billion Dollar (960 Milliarden Euro) verbessern – mit Abwärtsdruck auf die Renditen, so berichtet es Bloomberg aktuell. Das Gesamtvolumen des globalen Anleiheangebots werde um geschätzte 1,6 Billionen Dollar sinken, betonten die JPMorgan-Strategen um Nikolaos Panigirtzoglou in einer Analyse. Demgegenüber werde die Nachfrage 2023 aber wohl nur um rund 700 Milliarden Dollar schrumpfen, eine erhebliche Verbesserung zum vorangegangenen Nachfrageeinbruch um 5,9 Billionen Dollar.

Renditen am Anleihemarkt im Vergleich zu Notenbankbilanzen seit Dezember 2021

Im globalen Anleihehandel kam es 2022 zum ersten Bärenmarkt seit einer Generation. Die Zinserhöhungen der Zentralbanken trieben die Renditen nach oben und auch die Volatilität nahm zu. Ein Bloomberg-Index für den internationalen Anleihemarkt ist in diesem Jahr um 16% eingebrochen (im Chart sehen wir gestiegene Renditen gegen fallende Notenbankbilanzsummen). Erstmals seit mindestens 1990 zeichnet sich ein zweijähriger Rückgang ab. Im November allerdings ist das Marktbarometer um mehr als 5% gestiegen. Der Anlegerappetit stieg mit dem Renditeniveau und der Aussicht auf ein langsameres Straffungtempo der Federal Reserve.

“Nach der beispiellosen Verschlechterung in diesem Jahr erwarten wir, dass sich das Verhältnis von Nachfrage und Angebot an Anleihen verbessern wird”, schreiben die JPMorgan-Strategen. “Mit Blick auf die Prognosen für 2023 zeichnet sich unter den Analysten ein Konsens darüber ab, dass nachlassendes Wachstum und sinkende Inflation zu einem Rückgang der Anleiherenditen beitragen dürften.”

Laut dem JPMorgan-Team werden die Zentralbanken im nächsten Jahr wahrscheinlich einen größeren Teil ihrer Anleihebestände im Rahmen der quantitativen Straffung veräußern, während die Geschäftsbanken ihre Bestände ebenfalls weiter abbauen dürften. Derweil dürfte am Anleihemarkt die Nachfrage von Verwaltern ausländischer Währungsreserven, Pensionsfonds und Privatanlegern steigen. Die beiden letztgenannten Investorengruppen sollten durch höhere Renditen angelockt werden, so die Bank. Der Anstieg der Nettonachfrage im nächsten Jahr dürfte die Rendite des Bloomberg Global Aggregate Bond Index um etwa 40 Basispunkte senken, schätzen die JPMorgan-Strategen. Derzeit liegt sie bei 3,52%.

FMW/Bloomberg



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