Die Aktienmärkte setzen ihre Rally fort – doch ausgerechnet jetzt warnt JPMorgan vor einem möglichen Dämpfer. Denn obwohl die Anleger fest mit einer Zinssenkung der Fed rechnen, könnte genau dieser Moment zur Belastungsprobe werden. Strategen sehen Gewinnmitnahmen und eingepreiste Erwartungen als Risiken, die den Höhenflug abrupt ausbremsen könnten.
JPMorgan warnt vor Rücksetzer
Die jüngste Rally an den Aktienmärkten könnte nach der erwarteten Zinssenkung der US-Notenbank Fed ins Stocken geraten, da Anleger Gewinne mitnehmen wollen, so die Strategen von JPMorgan Chase & Co.
Wie Bloomberg berichtet, preisen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von fast 90 Prozent ein, dass die Federal Reserve am Mittwoch die Leitzinsen senken wird. Aufgrund der positiven Kommentare von Fed-Vertretern in den letzten Wochen sind die Wetten stetig gestiegen und haben dazu beigetragen, die Aktienmärkte nach der jüngsten Korrektur wieder anzukurbeln.
„Anleger könnten versucht sein, die Gewinne zum Jahresende zu sichern, anstatt ihr Engagement zu erhöhen“, schrieb das Team um Mislav Matejka in einer Mitteilung. „Die Senkung ist nun vollständig in den aktuellen Kursen eingerechnet, und die Aktienmärkte sind wieder nahe ihren Höchstständen.“
Die Strategen von JPMorgan bleiben mittelfristig optimistisch und gehen davon aus, dass eine eher dovishe Fed die Aktienmärkte stützen wird. Gleichzeitig würden gedämpfte Ölpreise, nachlassende Lohnsteigerungen und ein abklingender Druck durch US-Zölle es der Fed ermöglichen, die Geldpolitik zu lockern, ohne die Inflation anzukurbeln.
Aktienmärkte im Aufwind
Die globalen Aktienmärkte haben sich in den vergangenen Wochen spürbar erholt und nähern sich wieder dem im Oktober erreichten Allzeithoch. Dennoch bleibt die weitere Geldpolitik der US-Notenbank für 2026 ungewiss, da die Signale vom amerikanischen Arbeitsmarkt weiterhin uneinheitlich ausfallen. Vor diesem Hintergrund rechnen Ökonomen damit, dass die Fed im kommenden Jahr voraussichtlich zwei weitere Zinssenkungen vornehmen könnte – im März sowie im September.

Laut den Strategen von JPMorgan könnten weitere Faktoren, die die Aktienmärkte im Jahr 2026 beflügeln, die geringere Handelsunsicherheit, die Verbesserung der wirtschaftlichen Aussichten in China, höhere Staatsausgaben in der Eurozone und die rasche Einführung künstlicher Intelligenz in den USA sein.
Matejka hatte jedoch auch vor einem Stillstand der US-Aktienrally nach der Zinssenkung der Fed im September gewarnt. Seitdem war der Index volatil, bevor er in den letzten Wochen angesichts neuer Optimismus hinsichtlich einer Zinssenkung im Dezember wieder anzog.
In einer informellen Bloomberg-Umfrage gaben mehr als drei Viertel der in Asien, Europa und an der Wall Street befragten Vermögensverwalter an, ihre Portfolios bis 2026 auf ein risikofreudiges Marktumfeld auszurichten. Kurzfristig dürfte die Volatilität an den Aktienmärkten jedoch hoch bleiben. Ein Bloomberg-Analyst sieht die bevorstehende Fed-Zinsentscheidung als ein zentrales Event für Trader.
FMW/Bloomberg
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…die Fed Entscheidung könnte die Aktienmärkte aber auch nochmal richtig befeuern…