Aktienmärkte: Tech-Gewinne treiben die Rally
Die US-Aktienmärkte eilen derzeit von Rekord zu Rekord – getrieben vom KI-Hype, starken Unternehmensgewinnen und der Aussicht auf Zinssenkungen der US-Notenbank Fed. Nach Einschätzung von Marktstrategen, unter anderem von JPMorgan, sind es vor allem die soliden Gewinne der großen Technlogiewerte, die den jüngsten Höhenflug erklären. Doch der KI-Hype birgt ein größeres Marktrisiko als die Geopolitik, sagt JPMorgan Asset Management.
Während robuste Quartalszahlen vieler Unternehmen für Zuversicht sorgen, verliert der Arbeitsmarkt an Dynamik. Für Anleger zählt jedoch derzeit mehr, dass die Gewinnprognosen vieler Konzerne übertroffen wurden und die Fed begonnen hat, die Zinsen zu senken. Besonders die großen Technologiekonzerne – die sogenannten „Magnificent Seven“ – profitieren von dem KI-Boom und stützen mit zweistelligen Wachstumsraten die Rally an den Aktienmärkten.
Diese Unternehmen profitieren maßgeblich von der anhaltenden Investitionswelle rund um künstliche Intelligenz und bleiben vorerst die treibende Kraft. JPMorgan warnt jedoch davor, dass sich diese Dynamik abschwächen könnte. Sie erwarten, dass sich das Gewinnwachstum im kommenden Jahr auf breitere Marktsegmente verlagern könnte.
KI-Hype als Marktrisiko
Laut JPMorgan Asset Management würden enttäuschende Gewinne von Unternehmen im Bereich künstliche Intelligenz ein größeres Risiko für die technologiegetriebene globale Aktienrally darstellen als die anhaltenden geopolitischen Spannungen, so ein Bericht von Bloomberg.
„Der Fokus liegt aktuell so stark auf KI, dass eine gewisse Enttäuschung zu einem größeren Rückgang an den Aktienmärkten führen könnte“, sagte Kerry Craig, Global Market Strategist bei JPMorgan Asset Management.
Die starke Nachfrage nach KI und die Erwartungen weiterer Zinssenkungen durch die Fed haben dazu beigetragen, dass die Aktienmärkte weltweit neue Rekordstände erreicht haben. Dabei sind die vier wichtigsten US-Benchmarks gemeinsam auf Allzeithochs gestiegen. Jede Verschlechterung der Gewinne von Mega-Tech-Unternehmen könnte angesichts ihrer überzogenen Bewertungen zu einem Ausverkauf führen, wie es während des Einbruchs im April zu beobachten war.

Angesichts der erheblichen Investitionen von Hyperscalern könnte der Markt, wenn diese nicht in Umsätze umgesetzt werden, beginnen, das Gewinnwachstum einiger dieser Unternehmen bei diesen Bewertungen zu überdenken, so Craig.
Trotz hoher Bewertungen sieht der Experte weiterhin Chancen an den Aktienmärkten, auch wenn sich die Dynamik von den Tech-Giganten hin zu anderen Branchen verlagern dürfte. Er sieht bei den aktuellen Niveaus jedoch weniger Aufwärtspotenzial für US-Aktien. Europa könnte hingegen von fiskalischen Unterstützungsmaßnahmen profitieren. Japan könnte durch Unternehmensreformen einen Schub erhalten und Schwellenländer zeichnen sich durch attraktive Bewertungen aus.
FMW/Bloomberg
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