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Jubelmeldung vom deutschen Arbeitsmarkt – den Schönheitsfehler nennen wir!

Eine Jubelmeldung zum Start ins neue Jahr. Wenn nur die nervigen Leute von finanzmarktwelt.de nicht immer wären… diverse Medien übernehmen heute früh die freudige Nachricht…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Eine Jubelmeldung zum Start ins neue Jahr. Wenn nur die nervigen Leute von finanzmarktwelt.de nicht immer wären… diverse Medien übernehmen heute früh die freudige Nachricht. Stumpf wird wie offiziell vom Statistischen Bundesamt verkündet die Nachricht verbreitet, dass die Erwerbslosenquote im Jahresdurchschnitt 2016 auf nur noch 4% gesunken ist. Nur noch 1,79 Millionen Menschen sind erwerbslos. Das bedeutet de facto Vollbeschäftigung. Hurra, super. Gorgeous oder Awesome, würden jetzt die Amerikaner sagen.

Uns ist Monat für Monat nicht begreiflich, warum die Presselandschaft hier stumpf mit „Copy and Paste“ arbeitet. So mancher Journalist kennt den Unterschied zwischen Erwerbslosenquote und Arbeitslosenquote wohl gar nicht. Oft weiß man gar nicht, dass da überhaupt ein Unterschied existiert. Die Erwerbslosenzahlen kommen vom Statistischen Bundesamt (Destatis), und die Arbeitslosenzahlen von der Bundesagentur für Arbeit. Destatis berechnet die Zahl der Erwerbslosen anhand des „Labour-Force-Konzepts“ der Internationalen Arbeitsorganisation ILO.

Für alle zum Mitschreiben: Das bedeutet, dass ganz andere Maßstäbe an die Art der Datenerhebung angesetzt werden. Aufgrund dieser Vorgaben werden nämlich sämtliche Arbeitslose aus der Erwerbslosenzählung ausgeschlossen, bei denen die Ämter der Meinung sind sie würden sich nicht ernsthaft genug um Arbeit bemühen. Das kann zum Beispiel heißen, dass man sagt der Arbeitslose habe sich in den letzten paar Wochen gar nicht oder nicht intensiv genug um Arbeit bemüht (Zahl der Bewerbungen etc). Daher sei er nicht an Arbeit interessiert, und daher müsse man ihn nicht als erwerbslos zählen. Nach unserer Meinung ein ähnlicher Schwachsinn wie bei der Erhebung der Arbeitslosenquote auch, nur in viel schlimmerem Ausmaß.

Denn arbeitslos oder erwerbslos ist man ja weiterhin, auch wenn man sich gerade nicht aktiv um Arbeit bemüht. Von daher sollte die Statistik besser heißen „Zahl der Arbeitslosen, die sich gerade um Arbeit bemühen“ statt „Erwerbslosenquote“. Bei der offiziellen deutschen Arbeitslosenquote wird zwar auch viel getrickst, und über diverse Einzelposten werden Arbeitslose nicht als arbeitslos gezählt. Aber diejenigen, die sich gerade nicht aktiv genug um Arbeit bemühen, bleiben in der Statistik. Daher entsteht folgender Unterschied. Während die Erwerbslosenquote bei 4% liegt (1,79 Millionen Menschen), liegt die Arbeitslosenquote bei 6% (2,65 Millionen Menschen). Folglich müsste die Differenz aus Menschen bestehen, die zu faul sind sich aktiv um Arbeit zu bemühen?

Auf der anderen Seite darf man aber positiv anerkennen, dass die Zahl der Erwerbstätigen mit 43,4 Millionen Menschen im Jahresdurchschnitt 2016 um 425.000 höher lag als 2015. Damit erreicht man den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung. Es gab 39 Millionen Arbeitnehmer und 4,3 Millionen Selbständige. In der zweiten unten gezeigten Tabelle sieht man rot umrandet die Zahl der Erwerbstätigen in der Industrie, noch leicht über 8 Millionen Menschen. In den letzten 3 Jahren stagnierte die Zahl (Jahresdurchschnittswerte). In den letzten Monaten 2016 ging sie schon kontinuierlich zurück, während zwei Reihen weiter rechts die Zahl der Dienstleistungsjobs kontinuierlich wächst.

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4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Denker

    2. Januar 2017 13:12 at 13:12

    Sehr richtig.
    Aber eigentlich ist es doch egal wieviele arbeiten.
    Die meisten haben einen aberwitzigen Lohn und darüber sagt niemand was.
    Und wenn nur 6 % der deutschen in Aktien investiert sind, hat das ja seinen Grund.
    Keiner hat soviel Geld übrig.
    Zumal ich sagen muss in gepushte Märkte wie jetzt, brauch man sowieso nix investieren.

    • Avatar

      Emm wie Meikel

      2. Januar 2017 20:42 at 20:42

      Seit dem Neuen Markt und der „Volksaktie“ Telekom, sagen sich viele: „Nie wieder Aktien“. https://www.youtube.com/watch?v=v41szpvrXvM

      Erschwerend hinzu kommt, daß die Mehrheit der Deutschen extrem risikoscheu ist und keinen Schimmer von Aktien oder Finanzen hat.

  2. Avatar

    leser

    2. Januar 2017 14:15 at 14:15

    „Uns ist Monat für Monat nicht begreiflich, warum die Presselandschaft hier stumpf mit „Copy and Paste“ arbeitet.“
    Vielleicht, weil es sich in Wahrheit um „fake news Produzenten“ und Lügenpresse handelt?
    Wer sich über die Zusammenhänge informieren wollte, konnte dies seit Jahren nicht nur auf dieser Seite ohne große Mühe tun. Beispielhaft dieser Artikel aus dem Jahr 2011(!!), http://www.querschuesse.de/prekares-wirtschaftswunder/
    Und sich die Daten von Eurostat anzusehen, wenn man über den Arbeitsmarkt berichtet, ist auch nicht zu viel verlangt. Dann könnte man unschwer feststellen, dass nicht nur die Bereinigungen um diverse Gruppen von Arbeitsuchenden zum Statistik-Wunder beitragen, sondern dass auch die Qualität der Arbeit (Anzahl sozialvervicherungspflichtige Vollzeitstellen) ständig abnimmt, http://www.querschuesse.de/deutschland-225-aller-arbeitnehmer-sind-niedriglohnempfaenger/ und Deutschland ganz vorne dabei ist.

  3. Avatar

    Aufgewachter

    2. Januar 2017 16:50 at 16:50

    BRD 21,2 Millionen Menschen ohne Arbeit ? Sanktionsquote 3,2% mit über 1,017 Million Sanktionen pro Jahr
    https://aufgewachter.wordpress.com/2012/12/09/brd-21-millionen-menschen-ohne-arbeit-sanktionsquote-3-mit-uber-1-million-sanktionen-pro-jahr/

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Weniger Konsum: So deutlich ändert sich das Verhalten bei Gering- und Normalverdienern

Claudio Kummerfeld

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Brieftasche wird zusammengepresst

Grundsätzlich ist es kein Geheimnis. Durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Zukunftsängste geht der Konsum bei vielen Menschen in der Coronakrise deutlich zurück. Und je weniger Konsum, desto schlechter geht es den Betrieben, die Konsumprodukte zur Verfügung stellen. Schaut man dieser Tage auf zahlreiche Aussagen von Politik und Ökonomen, dann läuft die Konjunkturerholung derzeit auf Hochtouren, und wir haben die Lücke zur Vor-Corona-Zeit fast schon wieder geschlossen. Aber wer sich die Innenstädte, Restaurants, Einzelhandel, Reisebüros, Fluggesellschaften uvm anschaut, kann an so eine glatte, wunderschöne Erholung nicht so recht glauben. Ganz abgesehen von dem Heer der Solo-Selbständigen, die quasi unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit in ein Desaster schlittern, und direkt bei Hartz4 landen, ohne Sonderhilfen.

Der Anbieter Creditreform (Deutschlands führender Anbieter von Wirtschaftsinformationen und Lösungen zum Forderungsmanagement) hat heute eine repräsentative Umfrage veröffentlicht, die sich vor allem dem Konsum der Gering- und Normalverdiener in der Coronakrise widmet. Ende August mussten demnach hochgerechnet rund 15,5 Millionen Haushalte in Deutschland auf einen Teil ihres Haushaltseinkommens verzichten. Auffällig sei, dass es besonders die Gering- und Normalverdiener betreffe, die ein dünneres Finanzpolster hätten als Gutverdiener. So fehlten laut der Umfrage rund drei Viertel der Befragten bis zu 30 Prozent ihres regulären Einkommens.

Verhalten beim Konsum geändert

So haben die Menschen lauf Creditreform ihr Verhalten beim Konsum bereits geändert. So gaben 55 Prozent der Befragten Ende August an, krisenbedingt weniger Geld für den Konsum und die Lebenshaltung auszugeben. Das entspricht rund 22,7 Millionen Haushalten. Fast jeder Dritte sei sich unsicher, ob das Geld in den kommenden zwölf Monaten reicht, um alle finanziellen Verpflichtungen wie Miete und Nebenkosten, Kredite oder Versicherungsbeiträge bezahlen zu können. Gut jeder Zehnte gab sogar an, die Ratenzahlungen für Konsum-, Immobilien- oder Kfz-Kredite gestundet zu haben.

In Notzeiten schauen die Menschen laut aktueller Aussage von Creditreform strenger auf ihr Geld und verzichten eher auf unnötigen Konsum. Die Menschen würden den Rotstift demnach zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Bei Medikamenten, der Altersvorsorge oder ihren Haustieren seien sie hingegen kaum zu Abstrichen bereit. Diese Ausgabenvorsicht helfe derzeit noch, die finanzielle Situation der Haushalte zu stabilisieren. Aber sollten die Menschen langfristig auf Teile ihres Einkommens verzichten müssen, rechne man mit einem starken Anstieg der überschuldeten Verbraucher. Besonders brisant würden die kommenden Wochen, da die von der Bundesregierung beschlossene Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen im Oktober wieder aufgehoben sei. Die Folge wären nicht nur steigende Insolvenzzahlen bei den Unternehmen, sondern auch ein Anstieg der Arbeitslosigkeit, so Creditreform.

Grafik zeigt Gründe für sinkende Einkommen

Grafik zeigt wo Verbraucher beim Konsum sparen

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Gewerbeumsatz im August rückläufig – warum es tatsächlich aber ein Anstieg ist

Claudio Kummerfeld

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Sprühender Funken bei Industrieproduktion

Den Gewerbeumsatz prognostizieren die Statistiker vom Statistischen Bundesamt aus den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen. Daher können sie heute für den Monat August vorläufig sagen, dass der Umsatz in der gewerblichen Wirtschaft (gemeint sind die Bereiche Industrie, Bau sowie Handel und Dienstleistungen) im Vergleich zu Juli um 1,3 Prozent gesunken ist. Der Wert für August liegt vor Revision um 4,7 Prozent niedriger als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland. Diesen Abwärtshaken beim Aufschwung erkennt man auch im Chart am Ende des Artikels, der den Indexverlauf seit Anfang 2015 anzeigt.

Dieser aktuelle Rückgang kann aber täuschen. Man achte zum Beispiel auf die aktuellen Worte von Jörg Krämer, Chefökonom der Commerzbank. Die deutschen Unternehmen hätten zwar im August 1,3% weniger umgesetzt als im Juli gemacht. Aber der ohnehin starke Juli-Umsatz sei nach oben revidiert worden. Juli und August zusammen liegen jetzt 9,2 Prozent über dem 2. Quartal, und beim BIP zeichne sich ein starkes Plus von 9 Prozent ab, so seine Worte.

Und siehe da, schauen wir uns doch mal den Juli-Indexwert in der heute veröffentlichten Grafik der staatlichen Statistiker an. Er liegt bei 128,0 Indexpunkten. Schaut man auf die Original-Veröffentlichung der Statistiker für Juli vom 27. August, dann sieht man hier einen Juli-Indexwert von nur 125,9. Also, in der Tat. Der Juli-Wert wurde heute von 125,9 auf 128 kräftig nach oben revidiert. Von daher ist der heutige Rückfall auf 126,3 im August immer noch höher als in der Erst-Veröffentlichung für Juli aus dem Vormonat. Geht man also nach den jeweiligen Erstschätzungen, dann klettert der Gewerbeumsatz von Juli auf August weiter an.

Rückläufig ist der heutige August-Wert nur, weil man einen aktuellen Schätzwert in Relation zu einer revidierten Zahl setzt. Sinn macht es aber nur, wenn man entweder zwei Schätzwerte oder zwei revidierte Werte miteinander vergleicht. Man darf vermuten, dass der August-Wert, welcher Ende Oktober veröffentlicht wird, nach oben revidiert wird. Denn die Statistiker erwähnen heute auch, dass sich die Werte aufgrund von Nachmeldungen durch Revision noch erhöhen können. Der Anstieg im Gewerbeumsatz in Deutschland geht also vermutlich weiter, ohne unterbrechenden Abwärtshaken.

Chart zeigt Verlauf im Gewerbeumsatz seit 2015

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Meine Absage an Panikmache und Alarmismus – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Zentralbanken fluten derzeit wieder den Markt mit frischem Geld. Zunächst senkte die US-Fed den Leitzins im März praktisch auf Null (0-0,25 %). Die US-Regierung erprobte daneben gleich einmal eine Art Helicopter-Geld und unterstützte Arbeitslose mit 600 USD pro Monat.

Dann feuerte die EZB in den Markt und stockte im Rahmen des sog. PEPP-Programms (Pandemic Emergency Purchase Programme) die turnusmäßigen Anleihenkäufe um 600 Milliarden Euro auf. Derweil wurde die PEPP-Maßnahme nochmals erweitert. Nunmehr lassen die Währungshüter um Christine Lagarde bis Juni 2021 insgesamt 1,35 Billionen Euro rollen, um die angeschlagene Konjunktur zu stabilisieren.

Nie zuvor haben Notenbanken und nationale Regierungen derartige Summen mobilisiert in solch kurzer Zeit in den Markt gegeben. Im Vergleich dazu mutet die Geldpolitik der vergangenen Jahre geradezu konservativ und zurückhaltend an.

Vor diesem Hintergrund mehren sich die Stimmen, die nicht nur steigende Inflation prognostizieren, sondern zumindest für den Euro wieder die Existenzfrage aufwerfen. Die Sorgen vieler Marktteilnehmer spiegeln sich eindrücklich unter anderem in steigenden Preisen für Gold und Silber. In dieser Situation sucht man Substanz, und einer Papierwährung trauen diese Substanz üblicherweise nicht zu. Nichts als bedrucktes Papier, so der verbreitete Tenor.

Aber schauen wir uns die Fakten an. Ist es im digitalen Zeitalter überhaupt noch zulässig von einer Papierwährung zu sprechen? Tatsächlich laufen gegenwärtig in der Euro-Zone Geldscheine und Münzen im Wert von rund 1,4 Billionen Euro um. Das entspricht also grob der Bewertung der Apple-Aktie vor vier Wochen. Heute hat Papiergeld streng genommen kaum noch eine wirtschaftliche Funktion außerhalb des Dienstleistungssektors bzw. des Einzelhandels. Papiergeld brauchen wir um Semmeln beim Bäcker zu holen und um ein Eis auf die Hand beim Stadtbummel zu kaufen.

Alle modernen Währungen sind heute elektronisch. Die wahren Geldmassen lagern heutzutage auf Konten, in Depots oder sind in Immobilien gebunden. So wiegt etwa der private Immobilienmarkt allein in Deutschland rund 5 Billionen Euro. Der DAX, also nur die 30 größten Unternehmen hierzulande, wiegen derzeit rund 1 Billion Euro. Noch ein Beispiel: Der französische Leitindex CAC 40 ist noch schwerer. Seine Unternehmen sind gegenwärtig rund 1,5 Billionen Euro schwer.

Möglicherweise sind diese Marktwerte aufgebläht. Diese Aussage ist zulässig. Die Aussage, dass eine moderne Währung ungedeckt von Sachwerten wäre, hingegen ist Humbug. Ich halte ganz generell die Sorgen um den Kollaps des Euro bzw. einer anderen westlichen Währung für übertrieben. Die Sorge, dass eine…..

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