Interessantes aus der Presse

Juhu! Griechenland hat noch 90 Millionen Euro Cash-Reserven

Von Markus Fugmann

Das reicht wohl locker für die nächsten beiden Ouzos: laut Angaben von EU-Quellen hat Griechenland nun nur noch 90 Millionen Euro an Cash-Reserven. Damit muß das Land dann Ende des Monats Löhne und Pensionen zahlen – und die 90 Millionen reichen dafür hinten und vorne nicht. Die Athener Regierung muß daher in den nächsten Tagen gut eine Milliarde Euro auftreiben – insgesamt betragen die Zahlungen für Löhne und Pensionen 1,2 Milliarden Euro monatlich.

Aber da gibt es ja noch die EZB, deinen Freund und Helfer. Soeben ist bekannt geworden, dass die EZB die Notkredite (ELA) für Griechenland um weitere knapp zwei Milliarden Euro auf nun 81 Milliarden Euro erhöht hat. Nun also kann Griechenland wieder kurz laufende Staatsanleihen (T-Bills) emitieren, die die Lücke kurzzeitig stopfen könnten. Aber es ist im wahrsten Sinn des Wortes ein Löcher-Stopfen.

Inzwischen hat sich bestätigt, was wir unter Berufung auf die griechische Zeitung „Kathimerini“ heute Morgen berichtet hatten: Athen hat zur Zahlung der anstehenden Rate an den IWF auf die Sonderziehungsrechte zurückk gegriffen, muss das Geld aber innerhalb eines Monats wieder auf das IWF-Konto zurück führen (siehe dazu unseren Artikel „Woher Griechenland gestern das Geld für den IWF nahm„).

Mario Draghi und Jean-Claude Juncker stehen, so heißt es aus EU-Kreisen, in ständigen Kontakt mit Athen. Die Gläubiger, so heißt es weiter, wollen – sollte es innerhalb der nächsten drei Wochen keine Einigung mit Athen geben – ihrerseits ein Massnahmenpacket „vorschlagen“ – es würde sich dabei jedoch eher um ein „take-it-or-leave-it“-Ultimatum handeln.

Das ist doch mal eine wirklich feine Idee: wenn die anderen nicht liefern, muß man einfach mal den Spieß umdrehen und selbst etwas vorschlagen. Das mache ich bei meinen Kindern auch immer so..



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1 Kommentar

  1. Angesichts dessen, was das für die Bevölkerung dort (sicherlich bald) für (noch härtere) Auswirkungen haben wird, halte ich ein „Juhu!“ eher nicht für angemessen. Ungeachtet dessen, was wohl sicherlich eher gemeint war, hätte diese Farce dann ein Ende.

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