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Junckers windelweiches „Brexit-Zugeständnis“ – heute Abend Abstimmung in London

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Theresa May spielt ihre Rolle in Sachen Brexit. Sie war gestern Abend mal wieder in Brüssel, und versuchte alles nur Erdenkliche um von der EU-Kommission doch noch irgendwas herauszuklopfen, das nach einem Zugeständnis aussieht. Denn für heute Abend ist im britischen Parlament die zweite große Abstimmung über ihren „Brexit-Deal“ angesetzt.

Brexit-Deal ist nur ein Proisorium

Wir können es immer nur wieder sagen. Dieser angedachte Deal ist in Wirklichkeit gar kein Deal, sondern besagt nur, dass Großbritannien erstmal de facto in der Union bleibt (ohne Stimmrecht in Brüssel), bis ein echtes Handelsabkommen ausgehandelt ist. Und über diesen provisorischen Deal hatten die Parlamentarier in London schon im Januar abgestimmt, und hatten Theresa May eine krachende Abfuhr erteilt mit 432 NEIN und 202 JA-Stimmen. Vielleicht verschieben sich heute Abend die Gewichtungen ein wenig. Aber erwartet wird auch für heute eine Niederlage für May.

Denn wirklich Substanzielles hat sie nicht erreicht seit Januar. Aus Güte und im Sinne einer ordentlichen Scheidung hat Jean-Claude Juncker ihr gestern nun ein Zuckerl zugeworfen. Dabei blieb aber bis zuletzt auch gestern klar, dass es keine echten Zugeständnisse der EU gab. Welche hätten das auch sein sollen? Es ging nur um die Kernfrage Nordirland. May braucht eine Zusicherung der EU, dass UK beim Scheitern von Verhandlungen nicht auf Immer und Ewig in der Zollunion verbleibt.

Rechtsverbindliches Instrument?

Man habe gestern nun ein „rechtsverbindliches Instrument“ vereinbart, nach dem die EU nicht mit der Absicht vorgehen könne, den sogenannten Backstop auf unbegrenzte Zeit anzuwenden. Darauf legte May wert. Über den folgenden Tweet von Jean-Claude Juncker kann man das Papier im Wortlaut einsehen. Aber bitteschön, was soll das sein? Man vereinbart etwas, was irgendwie total albern klingt. Großbritannien tritt doch sowieso aus der EU aus. Wenn man in den Folgejahren nicht mehr in der Zollunion verbleiben will, kann man auch aus der Zollunion einfach austreten. Wo wäre das Problem? Es ist offensichtlich. Theresa May versucht irgendwas Schönes zu präsentieren, damit die Abgeordneten in London denken es sei ein Fortschritt, und sie habe noch etwas für die Briten in Brüssel rausgeholt.

Hier die offizielle Erklärung von Jean-Claude Juncker im Wortlaut.

Im folgenden Chart sieht man das britische Pfund vs USD seit Ende Februar. Gestern sah man Euphorie im Pfund, genau in dem Augenblick, wo Theresa May sich nach Brüssel aufmachte. Und nach dieser „Einigung“ hielt die Euphorie an. Glauben die Devisenhändler wirklich, dass dies ausreicht um im Parlament eine Mehrheit für May´s „Deal“ zu bekommen? Möglich ist ja alles!

Wir möchten an dieser Stelle nochmal erinnern an den dieswöchigen Parlaments-Fahrplan in London. Scheitert May´s Deal heute, dann kann das Parlament wohl schon morgen darüber abstimmen, ob es einem harten Brexit zustimmen würde. Dies wird wohl auch abgelehnt werden. Dann könnte das Parlament wohl schon am Donnerstag abstimmen, ob man Theresa May damit beauftragen möchte erneut nach Brüssel zu fliegen, damit sie dort um eine Verschiebung des Brexit-Datums bittet. Denn bis zum 29. März ist ja nun wirklich kaum noch Zeit. Jean-Claude Juncker machte gestern klar, dass es keine weiteren Gespräche oder Verhandlungen bis Ende März geben werde. Also: Harter Brexit, Brexit-Deal oder Verschiebung des Termins!

Juncker May Brexit
Jean-Claude Juncker und Theresa May gestern Abend in Brüssel. Foto: © European Union, 2019 / Source: EC – Audiovisual Service

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Unternehmensschulden erreichen weltweit neuen Rekordstand

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Weltweite Unternehmensschulden laut OECD auf Rekordniveau

Die in Form von Anleihen verbrieften weltweiten Unternehmensschulden haben ein neues Rekordhoch erreicht. Warum die OECD die Alarmglocken läutet?

Unternehmensschulden erreichen ein nie da gewesenes Niveau

Ein weiterer Beweis dafür, dass die Finanzkrise nie aufhörte zu existieren, kann man u. a. an dem Stand der weltweit verbrieften Unternehmensschulden erkennen. Gemäß den jüngsten Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben sich die Anleiheschulden der Unternehmen seit dem Jahr 2008 bis zum Ende des Jahres 2019 auf 13,5 Billionen US-Dollar verdoppelt. Die OECD sieht in diesem Zusammenhang gleich mehrere Entwicklungen problematisch und warnt u. a. vor dem anhaltenden Rückgang der Qualität der im vergangenen Jahr verbrieften Unternehmensschulden. Über die Hälfte der neu ausgegebenen Anleihen sind mit „BBB“ geratet und erfüllen nur noch knapp den Status „Investment Grade“. Sollte es zu einer weiteren Eintrübung der Konjunktur kommen, bestünde die Gefahr massenhafter Qualitätsabstufungen in den „Ramsch“-Bereich. Dies würde es vielen institutionellen Käufern dieser Schuldpapiere verunmöglichen, die Anleihen der betroffenen Unternehmen weiterhin zu erwerben oder in ihren Beständen zu halten.

Die in ihrer Bonität herabgestuften Unternehmen hätten dann kaum alternative Finanzierungsquellen und müssten deutlich höhere Kreditkosten in Kauf nehmen. Beide Effekte erhöhen wiederum die Ausfallwahrscheinlichkeit der Anleihen weiter und können zu einem gefährlichen Dominoeffekt führen. Die OECD weist daher auf das Risiko hin, dass ein künftiger Abschwung zu deutlich höheren Ausfallraten führen kann als in früheren Kreditzyklen. So waren in den Jahren 2000 bis 2007 am Kapitalmarkt aufgenommene Unternehmensschulden nur zu 39 Prozent mit dem schlechten Rating „BBB“ bewertet.

Besorgniserregend ist auch die Geschwindigkeit, mit der sich die Unternehmen weltweit in neue Schulden stürzen: Seit dem Jahr 2010 gewinnt die Schuldenaufnahme an Dynamik. Im vergangenen Jahr haben Firmen außerhalb des Finanzsektors neue Verbindlichkeiten in Höhe von 2,1 Billionen US-Dollar aufgebaut. Dieses Volumen entspricht dem bisherigen Rekord aus dem Jahre 2016 – mit einem Unterschied: Damals wuchs die Weltwirtschaft noch mit einer Jahresrate von 3,2 Prozent, im Jahr 2019 waren es nur knapp 3 Prozent. Für das laufende Jahr wird hingegen, je nach Schätzung, nur noch mit einem Wachstum von 2,3 bis 2,8 Prozent gerechnet, einhergehend mit einem neuen Rekord bei den Unternehmensschulden. Der Trend hin zu immer weniger Wachstum, das durch immer höhere Schulden erkauft wird, setzt sich damit fort. Besonders stark explodierten die Unternehmensschulden seit dem Jahr 2018 in den Schwellenländern. Auch dieser Trend dürfte sich in diesem Jahr fortsetzen, da gerade in China, das nach wie vor als Schwellenland geführt wird, immer mehr Unternehmen nur noch dank massiver Ausweitung ihrer Verbindlichkeiten zahlungsfähig bleiben. Die Coronavirus-Epidemie wird diese Entwicklung zusätzlich verstärken.

Die Gründe für die Emissionsflut bei Unternehmensanleihen

Positiv zu werten ist, dass die weltweit sinkenden Kapitalmarktzinsen die Kreditkosten in den letzten Jahren massiv gesenkt haben. Dadurch ist es für Unternehmen attraktiver geworden, sich direkt am Kapitalmarkt durch die Ausgabe von Anleihen zu refinanzieren, anstatt teurere Bankkredit in Anspruch nehmen zu müssen. So fanden im Zuge der sinkenden Kapitalmarktzinsen in den letzten Jahren in hohem Volumen auch Umfinanzierungen statt. Für die Banken bedeutet dies einen Marktanteilsverlust bei Unternehmensfinanzierungen. Banken, die über kein eigenes Anleihegeschäft verfügen, leiden besonders unter diesem Trend.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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Immobilien: Die Preissteigerungen knallen durch die Decke!

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Beispielbild für Wohnungseinrichtung

Die Preissteigerungen für Immobilien knallen jetzt durch die Decke. Einfach unfassbar. Wo man denkt es muss doch langsam mal ein Ende finden, da geht es doch noch immer weiter nach oben. Je höher ein Preisniveau wird, desto schwieriger wird es logischerweise für die prozentuale Steigerungsrate, noch weiter zuzulegen. Aber genau das passiert gerade. Sprachen wir in den letzten Monaten noch von Jahreswachstumsraten von knapp unter und zuletzt knapp über 10%, so steigen die Preise für Immobilien laut aktueller Veröffentlichung des Europace Hauspreisindex im Januar im Schnitt um 11,50% (Dezember +10,24%). Bei Eigentumswohnungen liegt die Steigerungsrate sogar bei 13,59%. Bei neuen Ein- und Zweifamilienhäusern liegt die Steigerung bei 9,07%, bei bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern sind es 12,01%.

Die Datenerhebung für diese Steigerungszahlen beruhen laut dem Anbieter Europace auf tatsächlich durchgeführten Transaktionen bei Immobilien über den Europace Finanzierungsmarktplatz. Über Europace werden mit mehr als 60 Mrd. Euro jährlich über 15 Prozent aller Immobilienfinanzierungen für Privatkunden in Deutschland abgewickelt.

Europace Hauspreisindex steigt immer weiter an - Preisboom bei Immobilien!

Preisblase bei Immobilien

Laut jüngsten Aussagen zum Beispiel von der Bundesbank soll der Preisboom bei Immobilien so langsam abflauen. Nimmt man diese ganz aktuellen Daten von Europace, dann nimmt der Preisboom bei Immobilien aber gerade erst so richtig an Fahrt auf! Und noch eine Sache ist wichtig: Die Blase beziehungsweise Manie am Immobilienmarkt weitet sich aus, wenn die Kaufpreise noch stärker explodieren als ohnehin schon, während gleichzeitig die Mietpreise stagnieren (hier ein sehr interessanter Chart zu dem Thema). Damit wird die Spanne zwischen diesen beiden Zahlen immer größer, und die Wahrscheinlichkeit nimmt zu, dass Wohnungskäufer und Investoren nach Abzug ihrer Kreditkosten immer kleinere oder gar keine Gewinne mehr erzielen – oder sogar Verlust machen, wenn sie am Markt einfach keine höheren Mieten durchsetzen können, obwohl sie die brauchen, weil sie so teuer gekauft haben.

Preise für Immobilien knallen durch die Decke

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Marc Friedrich vs Robert Halver – kommt der größte Crash aller Zeiten?

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Kommt der große Crash? Marc Friedrich streitet mit Robert Halver

Tja, das ist die Frage aller Fragen. Kommt der größte Crash aller Zeiten? Marc Friedrich und Matthias Weik sprechen sogar von einem konkreten Zeitpunkt (Buch: Der größte Crash aller Zeiten: Wirtschaft, Politik, Gesellschaft. Wie Sie jetzt noch Ihr Geld schützen können). Die beiden liefern viele Fakten, auf denen ihre Thesen beruhen. Dennoch gelten sie vor allem bei großen Medienhäusern als Crash-Propheten, über die man doch eher spottet, und sie als störende Nörgler hinstellt. Aber haben Friedrich und Weik wirklich recht? Robert Halver von der Baader Bank gilt als jemand, der die sehr kritische Bestandsaufnahme der „Crash-Community“ teilt – er glaubt aber nicht an den großen Crash.

Marc Friedrich vs Robert Halver

Ganz aktuell hat die Mission Money ein Streitgespräch zwischen Marc Friedrich und Robert Halver veröffentlicht, bei dem es genau um diese Frage aller Fragen geht. Wird der Crash denn nun kommen, oder nicht? Laut Friedrich sei der Konjunkturzyklus jetzt schon weit am Ende. Man sei nun kurz vor der Rezession. Die Aussagen von Robert Halver, warum der große Zusammenbruch nicht kommt, sind hoch interessant! Die Notenbanken würden alles tun um den Zusammenbruch zu verhindern! Man sei in einer verrückten Welt, aber man müsse das beste daraus machen, so seine Worte. Mehr wollen wir nicht verraten. Schauen Sie bitte selbst das folgende Video. Es lohnt sich!

Hier der gestrige Kommentar von Marc Friedrich und Mattias Weik mit der Frage, ob der Coronavirus der Schwarze Schwan sein kann.

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