Anleihen

Junk-Bonds als Warnzeichen

Von Markus Fugmann

Es tut sich derzeit eine immer größere Kluft auf zwischen dem Aktienmarkt in den USA und dem Markt für hochverzinsliche Anleihen (Junk-Bonds), die als spekulativ gelten. Während die US-Aktienmärkte weiter steigen, steigen gleichzeitig auch die Renditen (=Risikoprämien) für diese Junk-Bonds stark. Sprich: die Investoren preisen höhere Risiken ein bis diesen Anleihen. Und das macht nur Sinn, wenn sie erwarten, dass es ungemütlich werden kann an den Finanzmärkten in den nächste Wochen und Monaten. Folgende Grafik zeigt die größer werdende Lücke zwischen dem S&P500 und der Rendite für Junk-Bonds:

Junk Bonds
(Grafik: J.P. Morgan)

Die spreads (also die Rendite-Differenz zwischen US-Staatsanleihen und Junk-Bonds) sind seit Sommer 2014 von 2% auf nun 4% gestiegen. Ein Teil davon erklärt sich durch den gefallenen Ölpreis – viele Fracking-Unternehmen in den USA finanzieren sich durch Junk-Bonds. Aber selbst wenn man die Fracking-Industrie ausklammert, zeigt sich ein klarer Trend zu steigenden Risikoprämien für Junk-Bonds. In der Vergangenheit war das stets ein zuverlässiges Warnzeichen, dass es auch an den Aktienmärkten ungemütlich werden kann. Vermutlich werden wir mehr wissen, wenn die heute mit Alcoa beginnende US-Berichtssaison auf Touren kommt. Optimisten meinen, die Erwartungen seien diesmal sehr gering: das erste Quartal dürfte für US-Unternehmen so schlecht ausfallen wie kein Quartal seit 2009, aufgrund des starken Dollar und der gefallenen Rohstoffpreise. Weil es ja nicht schlechter werden kann, dürften die US-Unternehmen überraschen, so die Optimisten. Aber es sind wohl diese Optimisten, die die US-Aktienmärkte oben gehalten haben. Der Junk-Bond-Markt jedenfalls signalisiert eher das Gegenteil..



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage