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Kampf der Systeme: Trumps Protektionismus gegen Freihandel – USA gegen Deutschland und China

China und Deutschland rücken enger zusammen – als Reaktion auf den Protektionismus der neuen Trump-Regierung..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

In seiner Antrittsrede hatte Donald Trump klar gesagt: die neue protektionistische Politik seiner Regierung werde zu mehr Wachstum und Wohlstand in den USA führen. Die Rede Trumps, so darf man vermuten, stammte faktisch aus der Feder von Steve Bannon, dem rechstlastigen Berater Trumps – die düsteren Töne einer verfallenden Nation, verlassener Fabriken etc. schildern dabei eine Wahrheit, die für einige Regionen, beileibe jedoch nicht für die ganze USA gilt. Die Adressaten der Rede Trumps waren ganz offensichtlich die Enttäuschten und Frustrierten des Mittleren Westens, im Silicon Valley etwa wird man die Dinge ganz anders sehen!

Trumps Aussagen jedenfalls waren eine Art Kampfansage gegen den Freihandel, der aus Sicht Trumps nur anderen Nationen, nicht aber den USA genützt habe. Ist das wirklich so? Eine Analyse nämlich zeigt, dass in den USA durch das NAFTA-Abkommen, also ein Freihandelsabkommen, praktisch keine Industriejobs vernichtet worden sind, sondern vor allem durch den Eintritt Chinas in die WTO:

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Ein entscheidendes Ziel des Trumpschen Protektionismus ist neben China vor allem Deutschland – nur scheint man das hierzulande nicht so recht zu kapieren. So berichtet heute das ifo Institut heute, dass die deutschen Exporteure „hoffnungsvoll“ ins neue Jahr staren würden:

„Die protektionistischen Töne des neuen US-Präsidenten lassen Wirtschaft derzeit unbeeindruckt“. Vielmehr seien die Exporterwartungen deutscher Unternehmen gestiegen, und das vor allem in der Autoindustrie:

„Der Anstieg der Exporterwartungen sind insbesondere auf die Autohersteller zurückzuführen“
, so ifo.

Aha, man scheint also beim BMW, Daimler und Volkswagen eine ausgeprägte Neigung zu „alternativen Fakten“ zu haben! Offenkundig ist da die zuletzt ja viel gescholtene Angela Merkel da sehr viel realistischer, und es ist auffällig, wie positiv sie sich am Montag zu der Rede von Xi Xinping in Davos geäußert hat, die ja ein Plädoyer für den Freihandel war.

Nun wird man zu Recht einwenden können, dass China in der Praxis ja alles andere als wirklichen Freihandel betreibt, vielmehr ja seine eigene Wirtschaft schützt, sodass etwa Übernahmen chinesischer Firmen für Ausländer unmöglich sind. Aber China ist doch ein Profiteur der Globalisierung – und daher naturgemäß gegen den Protektionismus der USA.

Jedenfalls sieht es ganz danach aus, dass Merkel nun verstärkt den Schulterschluß mit China sucht: gestern hatte die Kanzlerin mit dem chinesischen Premier Li Keqiang telefoniert und ihn nach Deutschland eingeladen, Regierungssprecher Seibert sagte darauf hin, bei dem Gespräch sei es vor allem um das Thema Freihandel gegangen – und beide seien sich einig gewesen, dass Freihandel positiv sei für die Weltwirtschaft. Da deutet sich also eine Art Opposition gegen Trump an durch eine Annäherung von Deutschland und China!


Chinas Premier Li Keqiang
Foto: World Economic Forum – Sebastian Derungs, cc-by-sa-2.0

Auch in den USA dürften viele das ähnlich sehen, gerade in Bezug auf das derzeit hochkochende Konflikt-Verhältnis USA-Mexiko: vor allem die amerikanische Autoindstrie, die viele Komponenten aus Mexiko (re)importiert, ebenso aber auch die amerikanische Landwirtschaft, für die Mexiko der mit Abstand wichtigste Exportmarkt ist. Sollte die Trump-Regierung eine 20%-Importsteuer auf mexikanische Waren einführen und Mexiko sich dann reanchieren, wären das ein schwerer Schlag für die US-Landwirtschaft, die jährlich Nahrungsmittel und Getränke im Volumen von gut 17 Milliarden Dollar nach Mexiko exportiert.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    ubsb55

    27. Januar 2017 15:18 at 15:18

    Super !! Irgendwann wird sich der Rest der Welt gezwungenermassen einig werden, dass es auch ohne die USA geht. Es gibt wohl nix was die USA anzubieten haben, was es nicht mit gutem Willen auch woanders auf der Welt gibt. Vielleicht ist das sogar eine grosse Chance, endlich dem Silicon Valley die Stirn zu bieten.

  2. Avatar

    leser

    27. Januar 2017 15:55 at 15:55

    Nachdem das Murksel die Beziehungen zu den USA (auch dank ihres talentierten Außenministers) gründlich beschädigt hat und die EU in Trümmern liegt, wird sie die Chinesen auch noch schaffen…

  3. Avatar

    Einzahler

    27. Januar 2017 16:49 at 16:49

    Hr. Fugmann hier fehlt eine Daumen-hoch-Funktion, ich würde gerne meinen Vorschreiber bewerten. Haben sie schon einmal darüber nachgedacht?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      27. Januar 2017 17:06 at 17:06

      @Einzahler, stimmt, gute Idee!

      • Avatar

        joah

        29. Januar 2017 00:00 at 00:00

        Aber den „Daumen runter“ nicht vergessen – Offenheit, Ehrlichkeit, Kritikfähigkeit und so…

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