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Kampf gegen PKW-Industrie

Volker Boelsch

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Fließender Verkehr - Kampf gegen PKW

Hier auf Finanzmarktwelt.de wurde in den letzten Tagen reichlich berichtet. Der PKW-Industrie geht es gut, die Zulassungszahlen steigen, genauso wie die Aktienkurse.Volkswagen und auch BMW vermelden gesundes Kurs- und Unternehmenswachstum. Die Entwicklung von Elektrofahrzeugen scheint nicht der Grund für den Erfolg zu sein. Der Trend entwickelt sich weg vom privaten PKW. Wo keine zufriedenstellenden öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, werden viele Fahrten mit Lastenfahrrädern, E-Bikes und Scootern durchgeführt, für die früher das Auto benutzt wurde. Gerade bei der nachkommenden Generation scheint der Wunsch nach einem eigenen PKW kaum noch vorhanden, wohingegen Carsharing-Modelle wie Pilze aus dem Boden sprießen. Glaubt man der Presse, betrachtet ein Großteil der Bevölkerung Deutschlands das Auto als den altbösen Feind schlechthin. In diesem Kampf gegen PKW lassen sich auch die Bundes- und die Landesregierungen vor den Karren spannen, indem Fahrverbote – vor einem Jahrzehnt noch undenkbar – erlaubt und sanktioniert werden.

Dabei werden die Gesetzgeber von Abmahnvereinen, allen voran der deutschen Umwelthilfe DUH, am Gängelband geführt. Neben der Verpflichtung zu Dieselrußfiltern, den Umweltzonen und dem schwefelfreien Kraftstoff kommen nun die Dieselfahrverbote – alles Beispiele für radikale Veränderungen als Folge von Kampagnen der ‚Umwelthilfe‘. Oft genug kommen deren Ergebnisse auf dem Weg der Täuschung zustande. Eine kleine Anfrage von Oliver Luksic (Verkehrsexperte FDP) hat ans Tageslicht gebracht, dass der Regierung die falschen Messmethoden bekannt sind.

Die Verbote werden aber unverdrossen erlassen. Man darf die DUH hierbei noch in Schutz nehmen. Die Erlaubnis, Wettbewerbs- und Verbraucherschutzverstöße zu verfolgen, hat sie ganz legal vom Bundesamt für Justiz erhalten, und daraus ein lukratives Geschäftsmodell gestaltet. Anderswo wird der Kampf dagegen weitaus faktenfreier geführt. Ideologie und Emotionen haben längst die Kontrolle übernommen, wo gewaltsam Verkehrsstraßen blockiert und vermeintlich umweltschädigende SUV mit Farbe besprüht werden.

Wie viele von den laut Statistischem Bundesamt an der Autoindustrie hängenden über 800.000 Jobs dadurch gefährdet sind, wird genauso unter den Teppich gekehrt, wie die Einzelschicksale von Familienvätern, die dank Fahrverbot ½ Stunde länger zur Arbeit brauchen. Zeit, die ihnen für den Kontakt mit und die Erziehung der Kinder fehlt.

Der Kampf gegen PKW findet auf der Straße statt

Zuletzt haben die Massenproteste auf den Straßen, allen voran die Friday-for-Future-Bewegung, die öffentliche Meinung gegen den angeblichen Umweltsünder PKW aufgebracht. Welche der Behauptungen, die in diesem Zusammenhang aufgestellt werden („Kollaps ganzer Ökosysteme“, „Massenweises Aussterben“, „Menschliches Leiden“), überhaupt einen Bezug zur Realität haben, wird nicht einmal mehr geprüft.

In dieses Stimmungsbild wollen die Erfolgsmeldungen der Autoindustrie so gar nicht hineinpassen. Dürfen wir uns jetzt also zurücklehnen, wenn wir auch in der Branche arbeiten? Können wir schon einmal einen Urlaub buchen, dank des dicken Aktienpakets an Autowerten, das wir besitzen? Schön wäre es – aber der Kampf gegen PKW geht gerade in die nächste Runde.

„11.000 Wissenschaftler warnen vor Klima-Notfall“

Da diese Schlagzeile heute in wirklich jeder Zeitung stand, können wir uns einen Link auf die Meldung eigentlich sparen. Und: sie ist nicht wahr – sie ist ein Scherz einer kleinen Gruppe von Aktivisten, die nicht aufgeben wollen. Diese Gruppe, die sich „The Alliance of World Scientists“ nennt, besteht nach unbestätigten Angaben des australischen Senders „Sky News“ unter anderem aus zwei Zoologen, einem Spezialisten für Evolutions-Ökologie, einem wissenschaftlichen Helfer und einem Chemiker, aber exakt null Umweltspezialisten. Das Papier, das als Studie bezeichnet wird, hält keiner wissenschaftlichen Betrachtung stand, der sonst übliche Prozess der ‚Peer Review‘ hat nicht stattgefunden.

Die besagte Liste der beipflichtenden Wissenschaftler entstand aus einer weltweiten Online-Petition, bei der in keiner Weise geprüft wurde, wer die Unterschriftgebenden sind, und ob sie tatsächlich existieren. So hat es auch der bekannte Professor ‚Micky Mouse‘ in die Liste der Unterzeichner geschafft. Daneben befinden sich Schüler und Studenten auf der Liste, genauso wie Fachleute aus anderen Gebieten, aber einer inoffiziellen Zählung zufolge nur sechs Klimaforscher. Es ist dennoch nicht damit zu rechnen, dass auch nur eines unserer Medienorgane offiziell zurückrudern und sich für die Falschmeldung entschuldigen wird.

Resumé

Wir haben auf der einen Seite Unternehmen, die mit einem Schlüsselindustriezweig erfolgreich sind, fast eine Million Arbeitsplätze allein in Deutschland schaffen, dem Bund Milliarden an Steuereinnahmen bescheren und für weltweites Renommée unseres Landes sorgen. Auf der anderen Seite stehen Verbände, denen keine Lüge zu billig und keine Methode zu schäbig ist, diesen Industriezweig in Misskredit zu bringen. Und wir haben eine Bundesregierung, die sich unterstützend an der Schädigung dieser Branche beteiligt. Dies wird schwierig werden, wenn wir es einst unseren Kindern erklären sollen.

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    Moritz

    6. November 2019 14:01 at 14:01

    Ich stimme zu 100% zu!
    Gerade der letzte Satz auch in diesem Zusammenhang schwirrt mir auch immer wieder im Kopf rum….

  2. Avatar

    Christoph

    6. November 2019 15:01 at 15:01

    Könnte man bitte die Verfaser der Artikel irgendwie schon vor dem Klicken kenntlich machen. Ehrlich gesagt mag ich nur die Artikel von Fugmann lesen. In letzter Zeit tauchen aber immer mehr bescheuerte Artikel wie dieser auf finanzmarktwelt auf. Das ist insgesamt eine deutliche Verschlechterung gegenüber früher… Schade!

    • Avatar

      Christoph

      6. November 2019 16:34 at 16:34

      Korrektur: die mit Verfasser = Redaktion sind auch meistens gut und aktuell! 🙂

      • Avatar

        Michael

        6. November 2019 16:54 at 16:54

        Ergänzend finde ich auch die Artikel des Herrn Hannes Zipfel durchgehend sehr gut, ebenso die Beiträge von Wolfgang Müller. Fugi sowieso… 😉

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    leftutti

    6. November 2019 15:39 at 15:39

    Die Artikel des Herrn Boelsch erinnern stark an Pressemitteilungen der Autolobby.

    Auch folgendes wird schwierig werden, wenn wir es einst unseren Kindern erklären sollen:

    Der Verkehrsbereich ist bei den Treibhausgasemissionen besonders problematisch, weil in ihm als einzigem Energiesektor die Klimaemissionen bis heute nicht gesunken, sondern gestiegen sind. Entgegen dem im Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung verankerten Ziel, die Klimagasemissionen aus dem Verkehr bis zum Jahr 2030 um 40 bis 42 Prozent gegenüber 164 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Referenzjahr 1990 zu reduzieren, sind diese in den vergangen Jahren sogar noch auf 168 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr 2017 gestiegen.

    Der Verkehr belastet die Allgemeinheit in Deutschland mit Folgekosten von 149 Milliarden Euro pro Jahr. Von diesen externen Kosten etwa durch Klimabelastung, Unfälle, Lärm oder Luftverschmutzung verursacht allein der Straßenverkehr fast 95 Prozent.
    https://www.allianz-pro-schiene.de/presse/pressemitteilungen/folgekosten-des-verkehrs/

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      Jan

      6. November 2019 19:17 at 19:17

      Ich glaube, da hast du einen Zahlendreher.
      Gruß von Unikollegas🤥

      • Avatar

        Jan

        6. November 2019 20:23 at 20:23

        @leftutti, ist nicht von mir, der Blödsinn. Wie anderweitig besprochen…
        @Jan, der Plagiator, welche Zahlen gefallen Ihnen denn nicht?

  4. Avatar

    Hesterberg

    6. November 2019 16:22 at 16:22

    Christoph hat da nicht ganz Unrecht. Manche Artikel oder Videos bereichern diese Seite wenig oder gar nicht und tragen mit zunehmender Menge eher zu einer Verwässerung der Aussagekraft der Finanzmarktwelt bei. Wenn man nicht den ganzen Tag Zeit hat, kann man ohnehin nicht mehr alles lesen und FMW sollte die Selektion nicht gänzlich dem Leser überlassen, sondern hier auch aktiv selbst Entscheidungen treffen, welche Autoren und welche Themen dieser Seite Einzigartigkeit verleihen und ihr gut tun und bei welchen das eher nicht der Fall ist. Weniger ist eben manchmal mehr.

    • Avatar

      Michael

      6. November 2019 16:49 at 16:49

      @Hesterberg, @Christoph, das sehe ich ganz ähnlich. Meiner Meinung nach ist es allerdings schon ok, dass auch andere Themen aus Politik und Gesellschaft angesprochen werden, wenn diese im Zusammenhang zu Wirtschaft und Finanzen stehen. Aber Artikel wie dieser müssten bereits auf der Übersichtsseite der 10 neuesten Artikel eindeutig und auf den ersten Blick erkennbar mit dem Namen des Autors und, wie in diesem Fall, als Kommentar gekennzeichnet sein. Denn hier wird nur eine sehr einseitige Meinung publiziert, die mit einem sachlichen Artikel nichts zu tun hat.

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    Z0P0

    6. November 2019 17:36 at 17:36

    Es ist schon lustig wenn sich ein Autor über die „11.000 Wissenschaftler warnen vor Klima-Notfall“ lustig macht, die seiner Meinung nach keine sind und selber so einen Artikel als Wirtschaftsjurist verfasst.

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    Andreas

    6. November 2019 18:46 at 18:46

    Wie hier wieder alle im Rudel heulen, meine Güte…
    Ich persönlich bin ein Freund großer, PS-starker SUV. In meiner Sippe fahren wir Mercedes GL, BMW x7, Audi Q5, etc…

    Jetzt dürft ihr gerne weiter jammern.

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      leftutti

      6. November 2019 19:14 at 19:14

      Mal wieder ein klassischer Andreas: Aggressiv, provokativ, unfreundlich und unsachlich, arrogant und überheblich. Um das Thema gleich im Vorfeld zu entschärfen und zu versachlichen: Wie viele Menschen bzw. Individuen braucht es, um ein Rudel zu bilden? Wen und warum sollte es interessieren, welche Autos Sie und Ihre Sippe (was immer das sein soll, evtl. auch ein Rudel?)fahren?

      Ein eindeutig und einseitig positionierter „Autor“, der erst in einem kürzlich veröffentlichten Artikel seine Enttäuschung geäußert hat, dass die deutsche Sprache für die „Pro-Aktivismus-Fraktion“ angeblich noch nicht einmal eine diffamierende Vokabel bereithält, sollte froh und glücklich sein, dass die heulenden Rudel derart sachlich bleiben, wie hier an dieser Stelle, statt zum Instrument der Diffamierung zu greifen. Eine Bezeichnung als Rudel gehört da übrigens auch dazu…

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      x7 Groupie

      6. November 2019 23:15 at 23:15

      I bin so schee, in bin so toll, ibin da Andi aus Tirol.
      I bin so stoak und auch so wild.
      Ich treib es heiss und eisgekühlt.
      Blaue Pille, Sellerie – des braucht so a Andi nie.
      So an Typ wie mi, des gab’s noch nie.
      Lass alle Buam im Regen steh’n.
      Koana is so urig schön.
      Ahhh, bin i schön. Ahhhh,
      is der schön, stoaka Bua, von dir kriag i net gnua.

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    schwarze_pille

    6. November 2019 20:23 at 20:23

    Die nachkommende Generation hat kein Geld für die Mondsteuern rund ums Kfz. Die durch Bürokratie, Zinspolitik und Einwanderung in den Sozialstaat verursachten Belastungen aus dem Wohnungsmarkt sind viel zu erdrückend.

    • Avatar

      blaue_pille

      6. November 2019 21:21 at 21:21

      Wir schreiben das Jahr 2089, 28. Oktober. Für die nachfolgende Generation steht kaum mehr trinkbares Wasser zur Verfügung. Die Vergeigten Staaten von Amerika feiern den 70. Jahrestag des beginnenden Mikroplastikdeals zwischen den ehemaligen Großmächten Kina und UEssA. Wegen des steigenden Meeresspiegels mussten die Feierlichkeiten in den 489. Stock des New-Great-Trump-Towers auf dem ehemaligen Capitol Hill verlegt werden.

      Nur sehr alte Veteranen erinnern sich an den Ursprung dieses Tages des Jubels, diverse Augenzeugen berichten jedoch von unvorstellbaren Fortschritten und täglich explodierenden Börsen im Jahre 2019. Gleichzeitig versuchen zahlreiche Plastikbrecher, von der Hafenstadt Brüssel aus einen schiffbaren Korridor durch die schwimmenden Müllkontinente zu bahnen, um den billiardenschweren Drohungen der traditionellen Kreuzfahrt- und Abenteuerurlaubslobby Rechnung zu tragen und zahlreiche Politiker und Touris nach Kapital Hill zu transportieren.

      Forschern ist es zwischenzeitlich gelungen, in der ehemaligen Beringsee die Überreste des letzten Baumes zu bergen. Immobilienspekulanten und Ölförderer sind sich nicht einig, ob dieses finale Relikt des globalen Sozialismus einer symbolischen, konservativ-bürgerlichen Hexenverbrennung der Mitte oder einer wirtschaftlichen Nutzung durch chemische Umwandlung in Erdöl zugeführt werden soll.

      Your Daily Fake fromm FuckXX News

    • Avatar

      leftutti

      6. November 2019 21:45 at 21:45

      @swcharze_pillepalle, ich versuche gerade, eine gewisse Logik oder Nachvollziehbarkeit zu extrahieren. Sowohl mit völlig abstrakter Denkweise fällt mir das sehr schwer, wie auch mit durchschnittlicher Vernunft oder einfachem, gesundem Menschenverstand. Warum genau erdrücken die Belastungen aus dem Wohnungsmarkt Zukunftsinvestitionen, die der Volkswirtschaft 100e von Milliarden bis einige Billionen an Folgekosten ersparen könnten? Helfen Sie mir auf die Sprünge, bitte!

    • Avatar

      claudia

      7. November 2019 08:14 at 08:14

      @schwarze_pille
      So ist es im Sozialismus-alle müssen arm sein!

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Börsengänge: Warum hohe Unternehmensbewertungen vorher oft „gefälscht“ sind!

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Börsengänge an der Wall Street - Straßenschild

Zwar gab es 2019 in den USA weniger Börsengänge, diese erlösten jedoch mehr Geld als im Vorjahr. Was können wir für 2020 an Börsengängen erwarten? Und welche Tricks wenden die Firmen an, um ihren Wert auf dem Papier vor dem Börsengang in die Höhe schießen zu lassen? Vor allem im Silicon Valley produzieren die augenscheinlich mit unbegrenzten Mitteln ausgestatteten Wagniskapitalgeber einen konstanten Strom an neuen Unternehmen, die oft unter Inkaufnahme hoher Verluste schnellstmöglich zu veritablen Größen aufgeblasen und dann an die Börse gebracht werden. Von solchen Unternehmen erwarten uns auch im Jahr 2020 wieder etliche neu an der Börse. So streben gleich mehrere Essenslieferanten an die Börse – eine Unternehmensgattung, die erst vor wenigen Jahren entstand, inzwischen aber Milliarden umsetzt.

Börsengänge dreier Essenslieferanten geplant, doch nur einer hat Alleinstellungsmerkmale

Neben Postmates arbeiten auch Olo und DoorDash an ihren Börsengängen. Während DoorDash und Postmates die freischaffenden Kurierfahrer, die Essensbesteller und die Essensproduzenten mit ihrer Software zusammenbringen und in direkter Konkurrenz zu zum Beispiel Uber stehen, die bereits an der Börse gelistet sind, hat sich Olo auf die Nische des Softwareanbietens konzentriert. Olo bietet Restaurants an, für Sie z.B. die Integration von Apps und Websites, Orderdiensten, Lieferdiensten und dem eigenen Bestellsystem zu übernehmen. Sprich: Die Restaurants sourcen die immer komplexere IT an Olo aus. Damit hat sich Olo in eine komfortablere Situation manövriert, da das Unternehmen sich so aus dem ruinösen Preiskampf der Lieferdienste heraushalten kann. Gleichzeitig kann Olo umso mehr Dienstleistungen abrechnen, je mehr Lieferdienste es gibt, da die Restaurants möglichst auf allen Plattformen präsent sein wollen.

AirBNB werden schon länger Ambitionen für einen Börsengang nachgesagt. Der Vermittler für möblierte Wohnungen wird den Gerüchten zufolge ein sogenanntes Direct Listing anstreben und keine neuen Aktien ausgeben. Stattdessen würde AirBNB einfach eines Morgens auf der Kurstafel erscheinen und wer immer kaufen möchte, würde die Aktienbestände der bisherigen Gesellschafter kaufen. Kapital fließt dem Unternehmen damit keines zu. Stattdessen finden die Wagniskapitalgeber einen eleganten und wahrscheinlich profitablen Ausgang aus ihrem Investment. Im Gegensatz zu vielen anderen IPO-Kandidaten macht AirBNB wohl Gewinne. Schon 2017 wurde das Unternehmen mit 31 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Höhe hat das Potenzial, die Aktie nach einem Börsengang trotz Unternehmensgewinnen zu einem Verkaufskandidaten zu machen.

Börsengänge gehen auch ganz ohne neue Ideen

Ein zweites We Work, gleichwohl in deutlich kleinerem Umfang, könnte es mit Casper Sleep geben. Das Unternehmen hat sich auf den Onlineverkauf von Matratzen spezialisiert und gibt enorme Summen für Marketing aus. Bei knappen 300 Millionen US-Dollar Umsatz in den ersten drei Quartalen des Jahres 2019 machte Casper fast 70 Millionen US-Dollar Verlust. Von jedem Umsatz-Dollar werden 30 Cent für Marketing ausgegeben. Worin Caspers Alleinstellungsmerkmal liegen soll, ist unklar. Wäre der Verkauf von Matratzen ein lohnendes Geschäft, könnte Amazon jederzeit in den Markt einsteigen, die vorhandene, gut ausgebaute Logistikinfrastruktur nutzen und zu mutmaßlich geringeren Kosten den Markt im Nu übernehmen. Die mutmaßliche Bewertung des Unternehmens: Mehr als eine Milliarde US-Dollar…

So werden Bewertungen vor Börsengängen nach oben gepusht

Bei den Bewertungen der Unternehmen sollten Sie als Anleger vorsichtig sein. Die Wagniskapitalgeber, die auf einen Börsengang „ihrer“ Unternehmen hinarbeiten, haben in den vergangenen Jahren elegante Wege gefunden, um die Bewertung für sie risikofrei in die Höhe schießen zu lassen. In der letzten Finanzierungsrunde vor einem IPO werden möglichst hohe Bewertungen angestrebt, um einen maximalen Gewinn beim Börsengang erzielen zu können. Jedoch bergen hohe Bewertungen in der letzten Finanzierungsrunde auch das Risiko, dass das Unternehmen beim Börsengang diese Bewertung nicht halten kann. Siehe We Work.

Darum lassen sich die Investoren vom Unternehmen Gewinnzusicherungen geben. Sollte beim Börsengang ein geringerer Preis pro Aktie erzielt werden, als die Investoren in der letzten Finanzierungsrunde zahlten, so bekommen diese Investoren gratis Aktien zugeteilt. Sie sollten also der Unternehmensbewertung aus der letzten Finanzierungsrunde nicht allzu viel Bedeutung beimessen.

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Warum Sie nicht jedem Börsengang hinterher jagen sollten!

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Nicht jedem Börsengang hinterher rennen - New Yorker Börse

2019 war ein gutes Jahr für Investmentbanken in den USA. Das Klima für einen Börsengang war phantastisch, legten doch die US-Indizes fast 30% zu. Obwohl die Zahl der Börsengänge verglichen mit 2018 sank, konnten die Banken mehr Geld bei Anlegern locker machen und so die für sie maßgebliche Provisionsbasis vergrößern. Für die neuen Aktionäre muss das nicht unbedingt ein gutes Geschäft bedeuten.

Leicht war es für die Banken nicht, 2018 zu übertreffen. Schließlich konnte fast einen vollen Monat lang gar kein Börsengang geplant werden. Der in Folge des Haushaltsstreits verhängte Government Shutdown im Januar 2019 brachte die Securities and Exchange Comission, die Börsenprospekte vor einem Börsengang absegnen muss, zum Stillstand. Der Rückgang von 14% bei der Anzahl der Börsengänge ist also zu 60% bereits durch die verkürzte Zeit erklärbar, die den Banken für das bürokratische Procedere blieb. In insgesamt 235 IPOs konnten die Unternehmen zusammen 65,4 Milliarden US-Dollar einnehmen. Das waren 3% mehr als im Jahr 2018. Und hätten die Banken mehr Anleger überzeugen können, We Work Aktien zu kaufen, hätte das Volumen dieses letztendlich geplatzten Börsengangs gereicht, um das Vorjahresergebnis zu übertreffen.

Börsengänge können auch Pleite-Unternehmen planen

Apropos We Work: Dass die Banken, die in der Regel einen prozentualen Anteil vom eingenommenen Geld eines Börsengangs erhalten, ein Rekordjahr feiern konnten, heißt nicht, dass auch die Anleger ein Rekordjahr für sich verbuchen konnten. We Work wäre vermutlich das größte Desaster des Jahres geworden. Vor dem Börsengang hofften die Beteiligten auf eine Bewertung von fast 50 Milliarden US-Dollar. Nachdem der Börsenprospekt veröffentlicht wurde und potentielle Käufer sehen konnten, was sie kaufen sollten, fanden sich jedoch nicht genügend Interessenten. Auch nicht nach mehr als einer Halbierung des Preises. Letztendlich stand We Work wenige Wochen nach dem geplanten Börsengang vor der Pleite und musste vom Gesellschafter Softbank mit einer neuen Einlage in Milliardenhöhe gerettet werden.

Etliche Unternehmen, die es im Gegensatz zu We Work an die Börse schafften, waren ein Flop. Wer zum Beispiel die Aktien von Lyft und Uber nach dem Börsengang kaufte, steht nun mit satt zweistelligen, prozentualen Verlusten da. Auch die IPOs von Pinterest und Chewy dürften kaum glücklich sein mit ihren Käufen. Das waren vier der zehn größten IPOs des Vorjahres. Auf der anderen Seite stehen Kursraketen wie Beyond Meat, die binnen Wochen das Geld der Käufer vervielfachten.

Wenn Sie beim Börsengang kaufen wollen, dann möglichst diversifiziert!

Die Beispiele zeigen, dass der Kauf eines Börsenneulings alles andere als eine sichere Bank ist. In der Regel werden bei Börsengängen keine neuen Aktien ausgegeben, sondern Anteile von Altinvestoren verkauft. Diese frühen Investoren, die besser wissen als jeder andere, was sie da in Händen halten, wollen also zum Preis des Börsengangs verkaufen. Neue Anleger sollten das stets im Hinterkopf behalten. Die wenigen Investoren eines nicht börsennotierten Unternehmens haben deutlich besseren Einblick in die Geschäfte des Unternehmens als Aktionäre. Wenn die zum IPO-Preis verkaufen wollen, dann hat das Gründe.

Diese Gründe müssen nicht zwingend in einer Überbewertung des Unternehmens bestehen. Es kann auch schlicht sein, dass die Venture Capital Unternehmen lohnenswertere Investitionen für ihr Geld glauben zu kennen. Wie Uber, Lyft und We Work zeigen, sind die Unternehmen jedoch beim Börsengang oft bereits überbewertet.

Statistiken zeigen, dass es trotz allem eine Überrendite ermöglicht, wenn Sie Aktien gleich nach dem Börsengang kaufen. In den ersten Jahren der Börsennotiz entwickeln sich die Aktien statistisch gesehen besser als der Gesamtmarkt. Doch um diese Überrendite zu erzielen, sollten Sie auch möglichst das gesamte Portfolio neuer Aktien kaufen und nicht nur einige wenige, ausgewählte Unternehmen. Sonst stehen Sie am Ende mit Aktien von Uber und Pinterest auf verlorenem Posten.

Investmentbanken prüfen für Sie nicht die Qualität vor dem Börsengang

Auf die Arbeit der Investmentbanken dürfen Sie sich als Anleger übrigens keinesfalls verlassen. Goldman und Co. tun alles mögliche, nur nicht die Käufer der neuen Aktien schützen. Das ist nicht deren Aufgabe. Die Investmentbanken werden von den Unternehmen dafür bezahlt, Käufer für ihre Aktien zu finden, und zwar zum bestmöglichen Preis. Bei WeWork hatten JPMorgan, Goldman Sachs, Bank of America, Citigroup und Barclays Käufer für Schrott-Aktien eines praktisch insolventen Unternehmens gesucht. Morgan Stanley hätte auch gern mitgemacht, aber nur, wenn sie Kopf der Verkäufertruppe hätten sein dürfen.

Insofern sollten Sie Äußerungen von Goldman Sachs nicht sonderlich ernst nehmen, die in diesen Tagen verkündeten, nur noch Börsengänge von möglichst divers aufgestellten Unternehmen zu begleiten. Unternehmen, die im Management nicht wenigstens eine Frau und eine nicht heterosexuelle Person hätten, würden von Goldman Sachs nicht mehr an die Börse gebracht. Die sexuelle Orientierung des Managements ist für Goldman also wichtig, die Werthaltigkeit der angebotenen Aktien nicht!

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Wirecard-Aktie: Letztes FT-Gap geschlossen, aktuell tolle Euphorie

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Die Wirecard-Aktie ist das Schmankerl der Woche im Dax. Um 14 Euro oder 11% auf aktuell über 141 Euro steigt die Aktie von letztem Freitag bis heute. Die Financial Times hatte in den letzten zwölf Monaten Wirecard diverse Male in Artikeln Manipulation bei der Buchhaltung etc vorgehalten. Die letzte heftige Reaktion zeigte die Wirecard-Aktie im Oktober 2019, als sie von 140 Euro schnell auf 108 Euro fiel. Im Chart sieht man den Verlauf der Wirecard-Aktie seit November 2018. Heute hat sie nun dieses im Chart gut sichtbare Gap wieder aufgeholt und geschlossen mit aktuell 141 Euro. Schaut man links in den Chart, sieht man die ersten drei Einbrüche in der Aktie im Frühjahr 2019.

Der heftigste Absturz fand vor ziemlich genau einem Jahr statt, wo die Aktien von Wirecard von 167 auf bis zu 86 Euro abstürzten. Bis 167 Euro ist derzeit noch etwas Luft nach oben, aber man wird sehen.  Alleine jetzt Januar konnte die Aktie von 107 Euro Ende Dezember kräftig zulegen. Immer noch wartet der Markt gespannt auf die Untersuchungsergebnisse der Bilanz-Sonderprüfung von KPMG. Sie sollen im ersten Quartal veröffentlicht werden, also bis Ende März. Warum dann jetzt schon diese große Euphorie in der Aktie? Nun, Wirecard konnte auch bis zu den jüngsten Vorwürfen aus Oktober die FT-Artikel letztlich gut verkraften. Und wichtig ist, dass die Analystengemeinde der Wirecard-Aktie treu und positiv zur Seite steht.

Von der Commerzbank gab es laut Berichten jüngst die Bestätigung des Kursziels für die Aktie von 230 Euro. Morgan Stanley sieht das Ziel bei 205 Euro, Berenberg bei 210 usw. Also gibt es einen gefühlten Support durch jede Menge gute Analystenlaune! Auch mit Spannung schaut der Markt auf die Quartalszahlen, die Wirecard laut Yahoo Earnings am nächsten Donnerstag veröffentlichen wird. Gibt es gute Quartalszahlen und einen positiven Prüfungsbericht von KPMG, kann die Wirecard-Aktie dann vielleicht sogar über die alten Höchstkurse von vor den ersten FT-Berichten bei 167 Euro laufen? Gut denkbar. Bei negativen Ergebnissen könnte die aktuelle Euphorie schnell wieder einen Dämpfer bekommen.

Wirecard-Aktie im Verlauf seit November 2018

Die Wirecard-Zentrale in München
Firmenzentrale in München. Foto: Kaethe17 CC BY-SA 4.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

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