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Kanada: Alberta kann Öl-Crash nicht mehr ignorieren

Von Claudio Kummerfeld

In Kanada ist die Provinz Alberta das Öl-Zentrum. Hier liegen die großen Vorräte im sogenannten Ölsand. Den ÖlCrash kann die dortige Regionalregierung nicht länger ignorieren.

Ölsand Alberta

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Karte zeigt die Größe der Ölsandfelder in Alberta, Kanada
Foto: Wikipedia / Norman Einstein

Dies machte das Finanzministerium der Provinz Alberta gestern in einer Pressekonferenz deutlich. Alberta´s Finanzminister Robin Campbell hatte einen traurigen Unterton in seiner Stimme, den er nicht unterdrücken konnte.

Fakten

Die Regierung in Alberta erwartet für 2015 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,6 % – ein dramatischer Einbruch gegenüber den vorigen Zahlen, aber auch diese Zahl kann man als sehr optimistisch ansehen. Erwartet wird ein Rückgang aller staatlichen Einnahmen von 15%. Für das abgelaufene Geschäftsjahr in Alberta, das Ende März endet, wird wohl ein Budgetüberschuss von 465 Millionen kanadischer Dollar verkündet werden, obwohl man ursprünglich mit 1,1 Milliarden gerechnet hatte. Auf Nachfragen von Journalisten erklärte der Finanzminister Robert Campbell, dass derzeitige Gewinne noch aus den guten Zeiten aus dem ersten Halbjahr 2014 herrühren und man davon jetzt noch zehrt, um es mal so zusammenzufassen.

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Grafik: Finanzministerium Provinz Alberta

 

Statements

Die Regierung beschreibt im Groben die Situation so:
World oil prices, which have fallen more than 50 per cent since June 2014, are drastically impacting government revenue and dampening the pace of Alberta’s economic growth. „We are facing these challenges head on and laying the groundwork to provide long-term fiscal sustainability. Budget 2015 will include a 10-year plan that will help us minimize the effect of volatile energy prices and provide predictable and sustainable funding for programs and services. Albertans are increasingly engaged in the process and I want to thank everyone who shared their input over the past several weeks.”

Hier die Pressekonferenz als Video:

http://youtu.be/6MyUHB7OU24

Ausblick

Die Arbeitslosenquote lag im Januar zwar bei nur 4,5% – die Regierung erwartet aber mehr als 30.000 Entlassungen in der Ölindustrie in diesem Jahr. Nach unserer Ansicht eine sehr zurückhaltende Zahl – die Folgeeffekte sind gar nicht mit eingerechnet. Die Regierung will selbst so gut es geht dem aufziehenden Sturm, der durch den Ölcrash jetzt aufzieht, gegensteuern, in dem man internationale Büros schließt, einen Einstellungsstop für neue Mitarbeiter verhängt, Ausgaben für Reisen und Marketing zusammenstreicht, und generell per Gießkanne versucht Ausgaben zu kürzen. Mögen die Zahlen jetzt noch so nett aussehen – der Finanzminister scheint erkannt zu haben, was in 2015 auf ihn zukommt. Viele Ölfirmen sind gerade dabei Mitarbeiter zu entlassen. Hinzu kommt: Bereits in staatliche Statistik-Projektionen eingebaute Großprojekte werden komplett eingestampft. So hat der Ölgigant Shell erst vorgestern verkündet das geplante „Pierre River Mine„-Ölsandprojekt komplett zu streichen.




Quelle: Kanadische Provinz Alberta, Finanzministerium



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