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Kanada mit Rekordabsturz: Betrachten Sie hier den wahrscheinlichen Beginn vom Immobilien-Crash

Wenn die Verkäufe bestehender Häuser innerhalb eines Monats um 14,5% fällt, dann kann da was nicht stimmen am Immobilienmarkt. So aktuell geschehen in Kanada. Auch weitere Detailzahlen zeigen, dass der Markt gerade dabei ist …

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FMW-Redaktion

Wenn die Verkäufe bestehender Häuser innerhalb eines Monats um 14,5% fällt, dann kann da was nicht stimmen am Immobilienmarkt. So aktuell geschehen in Kanada. Auch weitere Detailzahlen zeigen, dass der Markt gerade dabei ist verrückt zu spielen beziehungsweise zu crashen. Mit 100% Gewissheit kann man es nie sagen, ob der Crash nun wirklich startet, aber es ist ein sehr starkes Indiz.

Darauf hinweisen müssen wir nochmal extra, weil in Kanada wie auch in Australien der Immobilien-Crash einfach ausblieb, der in den USA vor zehn Jahren stattfand, und die ganze US-Volkswirtschaft runterzog. Kanadier und Australier konsumierten einfach brutal weiter, bis jetzt. Immobilien sind dort auch eher Teil des alltäglichen Konsum-Verhaltens. Kaufen, einziehen, was anderes kaufen, umziehen, umschulden, noch mehr Schulden, alles kein Problem.

Die harten Fakten

Laut der kanadischen Immobilien-Vereinigung fiel die Zahl der Verkäufe bei bestehenden Häusern von Dezember auf Januar um 14,5%. Im Jahresvergleich von Januar 2016 zu Januar 2017 ist es „noch“ ein Minus von nur 2,4%. Aber was genau so beunruhigend ist: Die Zahl der am Markt neu angebotenen Häuser fiel im Monatsvergleich um 21,6% auf das niedrigste Niveau seit 2009. 85% aller kanadischen Landesteile waren davon betroffen.


Ganz rechts in diesem Chart, der bis 2007 zurückreicht, sieht man den zügigen aktuellen Absturz bei der Anzahl verkaufter Häuser.

Noch im Dezember war bei der Anzahl der verkauften Häuser ein Dezember-Allzeithoch erreicht worden. Und zack, sofort danach der Crash. Auch dieser Absturz von 14,5% stellt übrigens einen Rekord dar! Man weist darauf hin, dass zuletzt vor allem in den wichtigen Ballungszentren starke Rückgänge zu verzeichnen sind. Der Verband erwähnt auch, dass seit Januar in Kanada schärfere staatliche Richtlinien für die Vergabe von Immobilienkrediten gelten.

Bringt die Kombination aus einem völlig überhitzten Markt und schärferer staatliche Regulierung den Markt zum Kollabieren? Möglich ist das. Ähnlich war es in den USA 2007. Der Immobilienmarkt an sich war völlig überhitzt. Und von staatlicher Seite kamen anstelle strengerer Regulierungen steigende Kreditzinsen, die das Fass zum Überlaufen brachten.

Die Experten weisen aber auch darauf hin, dass der zuletzt starke Rekordanstieg im Dezember daher entstanden sein könnte, dass viele Käufer noch schnell Häuser kauften, bevor die Kreditregularien strenger wurden. Die Immobilienpreise selbst crashen „noch“ nicht. Aber das dürfte bei den vorher genannten Daten wohl nicht mehr lange dauern? Landesweit steigen die Hauspreise im Jahresvergleich noch um 2,3%. Aber in Toronto zum Beispiel fielen die Preise im Jahresvergleich um 4,4%. Die Zahl verkaufter Häuser fiel dort im Monatsvergleich um 27%, und damit stärker als im landesweiten Durchschnitt.

Es ist zwangsläufig so: Wenn auf der Käuferseite massenweise Nachfrager ausbleiben, werden die Verkäufer immer weiter mit ihren Preisen runtergehen, und zwar solange, bis die Preise für Käufer wieder attraktiv beziehungsweise bezahlbar sind. Der Crash hat aller Wahrscheinlichkeit nach begonnen. Immerhin hat man zehn Jahre länger die Blase aufgepumpt als die Nachbarn südlich der Grenze.

Jobs

Ach übrigens: Wie nervös die gesamte (brutal überschuldete) kanadische Volkswirtschaft ist, zeigt folgender Umstand: Die jüngsten Arbeitsmarktdaten in Kanada zeigten einen Sprung in der Arbeitslosigkeit. Seit 2009 gingen im Januar nicht mehr so viele Jobs verloren wie im Januar. Als Grund verweisen Beobachter darauf, dass in der bevölkerungsreichsten Provinz Ontario vor Kurzem die Mindestlöhne von 11,26 auf 14 kanadische Dollar angehoben wurden. Das veranlasste wohl die Arbeitgeber mit 137.000 Stellen massenweise Teilzeitarbeiter/innen vor die Tür zu setzen.

Quelle: CREA

3 Kommentare

3 Comments

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    Katja Wohmann

    17. Februar 2018 10:27 at 10:27

    Bei Aktienmärkten gilt eine einfache Regel: Bei steigendem Aktienkurs müssen die Unternehmen immer höhere Gewinne generieren, nur allein um die gleiche Dividendenrendite halten zu können. Das ist der Grund warum Aktienkurs nie endlos steigen können…. bzw. aktuell die Obergrenze bereits weit überschritten haben. Aber das wissen ja schon Schulanfänger, nicht?

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    Beobachter

    17. Februar 2018 18:50 at 18:50

    @Katja Wohmann, bin voll einverstanden, an irgendeiner Ecke dieser globalisierten Welt wird das Desaster den Anfang nehmen.Ich erinnere mich als 2008 ein bekannter Professor meinte, die Lehmann Pleite sei ein regionales Problem der USA u.nicht der Rede wert.
    Auch im Moment sind wieder alle am SCHÖNREDEN.
    In einem Video bei “ Der Aktionär“ vom 16.2. mit dem sonst vernünftigen Jochen Stanzl ,Robert Halver u.einem
    Deutsche Bank Teilnehmer wird die Verschuldung der USA fast als Heilbringer gewürdigt u.Inflation u. Zinserhöhungen ins nächste Jahrtausend verschoben.
    Sind solche DAUER-ZWECKOPTIMISTEN nicht auch teilweise schuld an der nächsten Krise.
    Bitte die Chronologie von Argentinien u.anderer Südamerikastaaten studieren um die Folgen von Verschuldung zu erkennen.

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    Kontroller

    25. März 2018 09:27 at 09:27

    Wir haben jetzt Ende März und könnten prüfen, ob ihre Prognose zu trifft.

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Handelskrieg aktuell: Deal bis Jahresende unwahrscheinlich – Abverkauf an Aktienmärkten

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Laut einem Insider-Bericht ist es unwahrscheinlich, dass im Handelskrieg der Phase1-Deal zwischen den USA und China bis Jahresende abgeschlossen werden kann:

Nur blöd, dass eben dieser Phase1-Deal schon 8375mal eingepreist wurde. Die Aktienmärkte reagieren leicht verschnupft..

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EZB warnt vor Problemen, die sie selbst geschaffen hat – 100% Realsatire

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Wenn man vor Problemen warnt, die man selbst erschaffen hat, dann ist das schon 100% Realsatire. Aktuell kommt sie von der EZB. Sie hat heute Aussagen zur Finanzmarktstabilität in der Eurozone veröffentlicht. EZB-Vize Luis de Guindos sagt dazu, dass das Niedrigzinsumfeld die Gesamtwirtschaft unterstütze. Aber man stelle auch einen Anstieg der Risikobereitschaft fest, der eine kontinuierliche und genaue Überwachung erfordere. Aufsichtsbehörden sollten nach Möglichkeit verfügbare Tools einsetzen, um dem Anstieg von Problem zu begegnen.

Aussagen der EZB zu Risiken im Finanzsystem

Nichtbanken wie Investmentfonds, Versicherungsgesellschaften und Pensionsfonds, die eine immer wichtigere Rolle bei der Finanzierung der Realwirtschaft spielen, würden immer mehr Risiken eingehen. Sie hätten ihr Engagement in risikoreicheren Segmenten des Unternehmens- und Staatssektors erhöht. Im Falle einer plötzlichen Neubewertung von Finanzanlagen könnten wachsende Kredit- und Liquiditätsrisiken in einigen Teilen des Nichtbanken-Finanzsektors des Euroraums dazu führen, dass Nichtbanken in einer Weise reagieren, die eine Stresswirkung auf weite Teile des Finanzsystem auslösen, so Luis de Guindos.

Auch im nichtfinanziellen Unternehmenssektor und in einigen Immobilienmärkten gebe es nach wie vor eine hohe Anfälligkeit, so de Guindos. Niedrige Finanzierungskosten (also die Nullzinsen dank der EZB) würden offenbar eine stärkere Kreditaufnahme durch riskante Unternehmen fördern. Gleichzeitig hätten die Immobilienmärkte in einer Reihe von Ländern des Euroraums weiterhin steigende Preise verzeichnet. Die Behörden sollten weiterhin Maßnahmen ergreifen, soweit verfügbar, um den damit verbundenen Risiken für die Finanzstabilität zu begegnen.

Die Rentabilitätsaussichten der Banken des Euroraums hätten sich laut den aktuellen Aussagen der EZB weiter verschlechtert (stark schrumpfende Zinsmargen dank abgeschafften Zinsen), obwohl von einem moderaten, aber anhaltenden Anstieg des Zins-, Dienstleistungs- und Provisionsergebnisses ausgegangen werde. Die Eigenkapitalrenditen der Banken des Euro-Währungsgebiets sollten sowohl durch die schwächeren Konjunkturaussichten als auch durch anhaltende Kostenineffizienzen und Überkapazitäten weiter unter Druck geraten (hier unser aktueller Artikel zur aktuellen Lage der deutschen Banken). Dennoch bleibe die Solvenz des Bankensektors mit einer Kernkapitalquote von über 14% robust. Und selbst unter einem ungünstigen Stressszenario erwarte man, dass die Quote über 11% bleibe.

Lustig und tragisch zugleich

Den gesamten atemberaubend langen Bericht der EZB zur Finanzmarktstabilität können Sie an dieser Stelle einsehen. Es ist lustig und tragisch zugleich. Die EZB beschreibt Probleme wie die Immobilienblase, geringe Bankmargen, Zombiefirmen, und die Flucht der Anleger in riskantere Geldanlagen. Diese vier Aspekte haben aber alle ihren Ausgangspunkt bei den abgeschafften Zinsen sowie beim Anleihekaufprogramm der EZB. Man warnt also vor ernsthaften Problemen, die man selbst verursacht hat! Wer den Markt verzerrt, verursacht immer negative Folgewirkungen – so gut die Absichten auch sein mögen (sehen Sie hierzu auch unseren aktuellen Artikel).

EZB Vize Luis de Guindos warnt vor Problemen
EZB-Vizepräsident Luis de Guindos. Foto: Thorsten Jansen/ECB CC BY-NC-ND 2.0

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Max Otte diskutiert mit Markus Krall

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Mit Max Otte und Markus Krall begegnen sich zwei der profiliertesten „Crash-Propheten“ in einer Diskussion – Ersterer landete kürzlich mit dem Buch „Der Weltsystemcrash“ erneut einen Bestseller. Die beiden diskutieren über Liberalismus, die Theorie der Österreichischen Schule (der Krall anhängt) und die Frage der Macht.

Dabei geht es auch um Wirtschaft, aber viel eben auch um die Grundkonstanten des Denkens der beiden – sie haben einige Überschneidungen (so etwa die Kritik an den Exzessen des Finanzkapitalismus und dem Geldsystem), aber eben auch zahlreiche Unterschiede. Im Grunde offenbaren beide in der Diskussion ihr Welt-Anschauung – was das Verständnis ihrer Werke deutlich erweitert:

Max Otte im Gespräch mit Markus Krall

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