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Kann Glaube Berge versetzen? Schäuble glaubt nicht an neue Griechenland-Krise

Redaktion

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FMW-Redaktion

Das Schicksal hat unserem Finanzminister Wolfgang Schäuble offenkundig ein sonniges Gemüt zugeteilt. Das gilt besonders für seinen Umgang mit seiner Nehinderung nach dem Attentat auf ihn, für das man ihm allerhöchsten Respekt zollen sollte. Dazu bedarf es eines Lebensmuts und eines Optimismus, der sicher nicht selbstverständlich ist!

Wolfgang-Schäuble
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Foto: Luca Brunini / Wikipedia (CC-BY-SA 4.0)

Heute ist Schäuble in der japanischen Stadt Sendai eingetroffen, wo am Freitag und Samstag das G7-Treffen stattfinden wird. Und es ist offenkundig dieser ihm eigene Optimismus, der den deutschen Finanzminister heute zu der Aussage bewegte, dass er keine neue Krise in Sachen Griechenland erwarte – unter dem Hinweis, dass er erwarte, dass sich die Finanzminister der Euro-Zone vermutlich am Dienstag dann einigen würden.

Gestern hatte die griechische Regierung ein Gesetzespaket ins Parlament eingebracht, das Steuererhöhungen vorsieht, aber auch den Weg zum Verkauf fauler Kredite der griechischen Banken öffnet. Gleichzeitig soll ein Privatisierungs-Fond eingerichtet werden – und Griechenland im Gegenzug die nächste Kredit-Tranche bekommen. Bis zum Dienstag müssen die neuen Gesetze durchs Parlament gebracht werden, dann wäre der Weg theoretisch frei für eine Einigung mit den Gläubigern. So weit der Plan, so weit die Theorie.

Fragt sich nur, wie es um die Praxis bestellt ist. Im Grunde hat die Tsipras-Regierung die Schmerzgrenze bereits überschritten mit der Zusage zu Rentekürzungen und höheren Steuern, mehr geht jetzt nicht mehr, sonst droht in Athen eine Art Aufstand. Und das zweite Problem ist die Aussage des IWF, sich nur dann an weiteren Krediten zu beteiligen, wenn bis 2040 Griechenland vom Schuldendienst befreit sei. Und das ist ein absolutes „no go“ für Schäuble und die Bundesregierung!

Sollte es dennoch zu einer Einigung kommen, wäre das eine Art Linke Tasche-Rechte Tasche-Deal: Griechenland braucht bis Juli das Geld, um die Zinsen für seine Anleihen zu bezahlen, die im Besitz der EZB sind. Faktisch geben also die Gläubiger den Griechen Geld, damit diese dann die Schulden bei einer zentralen Institutionen eben jener Gläubiger bezahlen können – ein Beispiel für gelebte Absurditäten in Europa!

Zunächst einmal aber wird sich Wolfgang Schäuble um die Wirtschafts- und Fiskalpolitik im großen Maßstab kümmern auf dem G7-Treffen in Japan. Die Volatilität und Nervosität an den Finanzmärkten, so Schäuble im Vorfeld des Treffens, sei wohl eher Folge der hohen Verschuldungen denn Ausdruck der realwirtschaftlichen Lage – mit dieser Aussage wird sich der Wolfgang sicher besonders bei den Japanern viele Freunde machen!

Die griechischen Freunde dagegen warten schon sehnsüchtig auf die Verhandlungen mit ihm – und fragen sich wohl, wie er das mit dem IWF auf die Reihe bekommen will..

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    joah

    19. Mai 2016 14:20 at 14:20

    »[…] dass er keine neue Krise in Sachen Griechenland erwarte […]«

    Neusprech-Alarm: die alte Krise ist ja noch gar nicht behoben, folglich sind wir ja noch in derselben. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

  2. Avatar

    Henry Bernhard

    2. Juni 2016 22:45 at 22:45

    „Einen Fehler durch eine Lüge zu verdecken heißt, einen Flecken durch ein Loch zu ersetzen.“
    Aristoteles

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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