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Kapitalismus in Endphase – „Wettbewerb ist für Verlierer“

Kapitalismus und Marktwirtschaft am Ende?

Ist der Kapitalismus in seiner Endphase? Ist die Marktwirtschaft im Grunde bereits gescheitert, sichtbar an der immer größeren Dominanz (und Marktkapitalisierung) der großen US-Tech-Konzerne?

Kapitalismus und Marktwirtschaft – Beispiel Amazon

Ein Blick auf den Internet-Giganten Amazon etwa wirft zentrale Fragen auf: Amzon weiß alles über seine Kunden, weiß gleichzeitig auch alles über die Anbieter auf seiner Plattform – und wenn ein Anbieter eine gute Idee hat mit einem interessanten Geschäftsmodell, dann wird dieses Modell einfach kopiert und dieser Anbieter, der von Amazon abhängig ist, schlicht kalt gestellt. Wozu braucht etwa also Amazon die Marktwirtschaft? Vielmehr ist die Ausserkraft-Setzung der Marktwirtschaft und damit eines Grundprinzips des Kapitalismus eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass Amazon faktisch den Internet-Handel inzwischen dominiert. Wettbewerb ist etwas für Verlierer, so formuliert Peter Thiel – es gehe darum, denn nächsten Monopolisten frühzeitig zu entdecken und darin zu investieren.

Immer weniger Unternehmen werden also immer mächtiger – und es sind nicht zufällig jene Unternehmen, die die meisten Daten über uns haben und damit faktisch die Kontrolle ausüben. Der Trend zur Kontrolle der Bürger nimmt aber auch auf Seite der Staaten zu: China ist derzeit auf dem Weg in die Total-Kontrolle – und beschneidet deshalb die Macht seiner Tech-Giganten Alibaba und Tencent. Warum? Weil nur die Kommunistische Partei das Monopol auf die Daten der Bürger haben soll. Aber auch in Europa zeigen die Pläne zu einem Vermögensregister, dass die Bürger immer gläserner werden.

Totale Kontrolle und Kapitalismus mit „freier“ Marktwirtschaft – kann das zusammen funktionieren? Vielleicht ist das Vorgehen der Notenbanken mit ihrer totalen Flutung mit Liquidität der Versuch, das Scheitern des Kapitalismus in seiner derzeitigen Form zu kaschieren. Die Wohlstandsillusion soll unbedingt aufrecht erhalten werden, solange es noch irgendwie geht. Was aber etwa ist der Kapitalismus und die Marktwirtschaft, wenn man die Zinsen abschafft – also das einzig brauchbare, vom Markt gebildete Risiko-Parameter? Die Abschaffung der Zinsen bedingt letzlich die Abschaffung des Kapitalismus und der Marktwirtschaft.

Norbert Häring, Redakteur beim Handelsblatt – und bekannt durch seinen Kampf gegen die Abschaffung des Bargelds – mit tiefgehenden Aussagen über das, was derzeit abläuft:



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2 Kommentare

  1. GUTE ANALYSEN. Aber wer hört auf Euch?

  2. Norbert Häring, ein freundlicher und standhafter, linker Reaktionär, der die Rockefellers/die Freimaurer trapsen hört und Hipsterturnschuhe trägt. Was gibt es ihm nicht zu mögen?

    Ich habe die Scheidung zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus nicht verstanden, aber sie wurde auch nur im Vorbeigehen erwähnt. Größeren Raum nehmen schreckliche Szenarien von den Rockefellern ein, die nach Plan vom Kapitalistenstaat umgesetzt werden und wie schrecklich Plattformökonomie im Allgemeinen und Amazon im Besonderen sind. Nun kann man alles schrecklich finden auch das Leben, das Universum und Alles, aber ich gebe zu, die Freimaurer und Amazon gehören auf die besseren Schrecklichkeitsränge. Wobei … die Rockefeller-Studie ( ich verlinke die hier nicht ) war langweiliger Beraterkram und Amazon ist tatsächlich innovativ. Was mit Digitalkonzernen wie Amazon und Google nach der Wendung der Marktwirtschaft ins Humane und anti-kapitalistische passieren soll, findet sich das im Buch? Verwenden wir dann für alles wieder humanes Bargeld und laufen mit einem Handy aus den frühen ’00er Jahren rum, oder wird das weiterhin das Alleinstellungsmerkmal von Norbert Häring bleiben?

    Mark Friedrich ist ein angenehmer und zustimmender Gesprächspartner, aber er scheint auch eher am Ende interessiert zu sein, als dem was danach kommt, aber was auch immer es sein wird, das kommt, es wird nur noch schrecklicher sein. Vielleicht gibt es ja noch eine zweite, verborgene Studie der Rockefeller-Stiftung, eine die man nicht mit Google(sic!) findet und die zugleich schauerlicher und abenteuerlicher ist, die lauter geheimnisvolle Zeichen enthält, die eine schwindelerregende Hierarchie der Macht andeutet, eine transkosmische Bürokratie, die noch über den Demiurgen hinausreicht und in der ein Interview mit dem Architekten der Matrix geführt wird, in der wir alle, vor langer Zeit schon, von Amazon endgelagert wurden, mit einem Chip von Bill Gates.

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