Folgen Sie uns

Allgemein

Katalonien erklärt Unabhängigkeit!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die im Parlament verbliebenen Abgeordneten (die Gegner der Unabhängigkeit hatten das Parlament zuvor verlassen) haben soeben für die Unabhängigkeit gestimmt!

Die Abgeordneten singen gerade die katalanische Hmyne Els Segadors!

Spaniens Ministerpräsident ruft zur Ruhe auf – Spanien werde die Ordnung wieder herstellen:

Der spanische Banken-Index verliert -3%, auch der Leitindex Ibex jetzt deutlich im Minus..


Foto: Canaan, Wikipedia Creative Commons 3.0

23 Kommentare

23 Comments

  1. Avatar

    Estany

    27. Oktober 2017 15:35 at 15:35

    Sie haben die Stimmen ausgezählt, und die Hymne gesungen. Aber eine offizielle Erklärung haben sie nicht abgegeben. Und die Hymne gehört jetzt sowiso zu jedem Ereignis dazu.

  2. Avatar

    Karl Müller

    27. Oktober 2017 15:39 at 15:39

    Sehr schön, endlich Leute mit Traute in dieser Duckmäuser-EU.

    Aber die Börsen-Honks kaufen weiter. Alles bullish heutzutage …

    VG KArl

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      27. Oktober 2017 15:44 at 15:44

      @Columbo, sei short un Barolo.. ma non devi.. :)

      • Avatar

        Columbo

        27. Oktober 2017 16:24 at 16:24

        Wettschulden sind Ehrenschulden. Il vino l’ho messo gia‘ da parte. Basta berlo. Wir müssen das nur irgendwie organisieren.

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          27. Oktober 2017 16:30 at 16:30

          @Columbo, mille grazie! Pero bisogna berlo insieme! Wäre sonst schade..macht nur zusammen Spaß :)

          • Avatar

            PK

            27. Oktober 2017 16:30 at 16:30

            wenns ein Barolo wird bin ich auch gern dabei !

          • Avatar

            Columbo

            27. Oktober 2017 16:49 at 16:49

            Das mein ich auch?. Ist übrigens ein Brunello di Montalcino, besser als der Barolo. @PK, willkommen!

    • Avatar

      EU-Gegner

      27. Oktober 2017 19:14 at 19:14

      Da geb ich dir recht, freue mich auch für die Kathalanen, aber der Apparat aus Brüssel wird es nicht dulden, wie immer.
      wer nicht der Elite aus Brüssel zustimmt und eine abweichenden Meinung hat wird Mundtot gemacht….soviel zum Thema Freiheitliches Europa, alles eine Farce und heuchlerei.

      • Avatar

        Michael

        27. Oktober 2017 20:01 at 20:01

        Ich bin ja jetzt kein Völkerrechtler und mag vollkommen mit meiner Meinung danebenliegen: Aber was hat der Apparat aus Brüssel mit einem Bundesland zu tun? Müsste sich um beispielsweise Bayerische Separationsbestrebungen nicht auch mal erst der Bund kümmern, bevor man hier schon wieder die EU zur Verantwortung zieht?
        In Wonderland herrschen auch Separationstendenzen vor, siehe Kalifornien, Oregon, Washington, also der gesamte Zugang zum Pazifik, siehe New York und einige andere. Der Gelbhaarige in Washington D.C. wird das ebenfalls nicht dulden und diese Menschen mundtot machen.
        So traurig es ist, erst einmal ist es Sache der Staaten, ihre innenpolitischen Differenzen zu regeln. Kleine gallische Dörfer einmal ausgeschlossen ;)

        • Avatar

          Bademeister

          27. Oktober 2017 22:01 at 22:01

          Macron, Juncker und noch etliche andere einflussreiche EU-Apparatnicks streben derzeit eine Zentralisierung (natürlich von Brüssel aus!) bzgl. einheitlicher Wirtschafts-, Verteidigungs- und Aussenamtsagenden an. Angenommen, für diese drei Ressorts würde es bereits jetzt drei Minister, sitzend in Brüssel geben, die bereits jetzt für alle EU Staaten die Interessen zentral vertreten würden…könnte dann die EU wie jetzt einfach so locker und lässig behaupten, dass Katalonien nur eine Sache Spaniens sei? Vermutlich nicht!
          Katalonien hat den Euro, somit geht das Thema Unabhängigkeit, sobald mehr oder weniger proklamiert, die EU sehr wohl was an. Gerade in der jetzigen Situation könnten o.a. Herrschaften beweisen, dass die forcierte Zentralisierung der Mächte in Brüssel erstens machbar und zweitens auch sinnvoll wären. Was sehen wir stattdessen? Kopfindensandstecken sobald einmal nicht die Sonne scheint, heute die Negierung des gegenständlichen Problems der Katalanen durch Juncker. Das zeugt nicht unbedingt von politischer Reife der im Raum stehenden Zentralisierungsbestrebungen und ist ein zukünftiges Fressen für alle EU-Kritiker. Wenns weiter so läuft in den EU-Führungsebenen wird nicht das Gelddrucken, sondern ein finales Aufbäumen der ehemaligen Ostblockstaaten, die den ganzen Zirkus vor gut einer Generation hinter sich gelassen haben, wiederkehrend das Ende des ganzen Albtraums einläuten.
          Die EU-Bonzen verschlafen gerade ihren Einsatz im vorletzten Akt!
          ..nix tun (das ist Vorsatz) und über alles bestimmen wollen…das wird so nicht funktionieren!

          • Avatar

            Michael

            27. Oktober 2017 23:28 at 23:28

            @Bademeister,
            Angenommen, für diese drei Ressorts würde es bereits jetzt drei Minister, sitzend in Brüssel geben, die bereits jetzt für alle EU Staaten die Interessen zentral vertreten würden….
            Unter dieser Annahme könnte man zahlreiche Theorien spinnen und Fantasiewelten konstruieren. Sogar ganze Verschwörungstheorien, für die ich ja inzwischen berühmt bin ;) Die gefühlte Tendenz mag für den einen oder anderen dahin gehen, auch ich bin nicht gerade ein Fan von Brüssel.
            Aber spekulative Annahmen bringen uns nicht weiter. Es gibt keine drei allmächtigen Superminister in Brüssel, dazu ist die EU viel zu chaotisch, uneins und unentschlossen.
            Katalonien ist, analog Bayern in Deutschland, nicht als souveränes katalonisches Bundesland in einer lockeren spanischen Bundesländer-Föderation der EU beigetreten und hat somit auch keinerlei automatisches Recht, nach einer Abspaltung von Spanien die zweifelhaften europäischen Privilegien weiter zu genießen oder abzulehnen.
            Katalonien wird nun hier bejubelt, obwohl das alles an die damals verpönte baskische Separatistenbewegung ETA erinnert. Am Anfang ist alles noch harmlos „politisch“, bald gibt es die ersten Gewalttaten, dann folgt Mord, Bürgerkrieg und Terror von beiden Seiten. Wie damals ETA und IRA, wollen und müssen wir das Drama erneut erleben?
            Ihre Gedanken hinsichtlich der ehemaligen Ostblockstaaten teile ich jedoch vollkommen mit Ihnen. Ich gehe sogar noch weiter, indem ich naiv und provokativ in den Raum stelle: Kinderprostitution, Drogenschmuggel, waffenfähiges Atommaterial, unterbezahlte Arbeitskräfte, der ehemalige Ostblock ist dahingehend ein unerschöpfliche, von der öffentlichen Meinung viel zu wenig beachtete Quelle.

          • Avatar

            Bademeister

            28. Oktober 2017 08:46 at 08:46

            @Michael Da geht es nicht um Verschwörungstheorien.
            Es ist ein Faktum, dass die Herrschaften aus Brüssel die von mir angeschriebene Zentralisierung schwerstens anstreben. In Anbetracht dessen wäre es nur logisch und positiv zu werten,, dass die EU mehr oder weniger vermittelnd agieren würde/könnte…..vermittelnd, nicht belehrend oder strafend! Schottland und Nordirland sind auch Teil eines souveränen EU-Staates, da wird ordentlich mitgemischt! Teile von Belgien, die sich vor nicht allzulanger Zeit gegen das Freihandelsabkommen gestellt haben, nicht zu vergessen! Da wurde Seitens der EU „vermittelt“, was das Zeug hielt.
            Wenn es im Interesse der EU liegt, schaltet man sich ein, wenn nicht….wird das Problem delegiert bzw. so wie gestern von Juncker einfach negiert.
            So löst man keine Probleme im Superstaat (Satire) Europas! Die EU will, und tut dies bereits in vielen Bereichen, einerseits immer stärker die Kernkompetenzen der einzelnen Mitgliedsstaaten beschneiden/einkassieren, hat aber im Gegenzug keine Lösungen parat?
            Keine Lösungen bei Brexit und Griechenland, das Negieren von immer grösser werdenden Problemen in Spanien, Italien und den Oststaaten (Korruption)….dafür gibts Gute-Laune-Politik mit Mogherini und Constantio und den anderen Freaks…

          • Avatar

            Gerd

            28. Oktober 2017 11:23 at 11:23

            Bademeister,
            „Wenn es im Interesse der EU liegt, schaltet man sich ein, wenn nicht wird das Problem … einfach negiert.“

            Guter Hinweis

  3. Avatar

    Zimmermann

    27. Oktober 2017 15:45 at 15:45

    Da würde ich mal sagen, „Strong Long“ nach Korrektur!

  4. Avatar

    Hondo

    27. Oktober 2017 15:54 at 15:54

    Was die da in Spanien machen , scheint in dem Rest der Welt niemand zu interessieren.

    • Avatar

      Michael

      27. Oktober 2017 21:11 at 21:11

      Der Rest der Welt versenkt doch gerade den EUR, was soll er denn noch mehr auf der Bühne der Finanzen tun?

  5. Avatar

    Marcus

    27. Oktober 2017 16:07 at 16:07

    Und jetzt ? Keine signifikanten Einbrüche feststellbar. Von daher alles auf strong long !

  6. Avatar

    Marko

    27. Oktober 2017 21:07 at 21:07

    „Was die da in Spanien machen , scheint in dem Rest der Welt niemand zu interessieren.“

    :D

    Katalonien unabhängig von Europa ?

    Wie denn ? Sollen die Katalanen schon mal die Panzer auffahren ? Um Ihren „eigenen“ Staat zu verteidigen ? ;)
    Oder Massendemonstrationen ?
    Ja , aber komischerweise ist die „offizielle“ Währung Kataloniens, nicht die katalanische Peseta ?

    Wie will man das da „durchziehen“ ? Man verbündet sich mit den französischen Katalanen ? Aber den EUR, hätten wir doch schon ganz gerne ? Die „französichen Katalanen“ erklären sich jetzt auch für unabhängig ? Was kommt als nächstes, der „Freistaat Bayern“ sagt, wir sind unabhängig ! (Den Eur möchten wir aber behalten…)
    Ja, der EUR ist eine Gemeinschaftswährung ? Wie passt das zusammen ?

    • Avatar

      Wolfgang M.

      27. Oktober 2017 21:48 at 21:48

      Ja Marko, ich verstehe die Politiker in Barcelona auch nicht ganz. Die staatliche Einheit ist in Spanien wie in Deutschland verfassungsrechtlich geregelt. Und, Spanien hat 1992 den Vertrag zu Maastricht unterzeichnet und 2009 die Lissabonner Verträge und nicht Katalonien. Nur ein paar Folgen, in Wirklichkeit ist es noch wesentlich komplizierter: Kein Anspruch auf den Euro, keine Zollfreiheit, keine Freizügigkeit u.u.u. – Katalonien wäre EU-Außengrenze, wie Weißrussland zu Polen. Man sieht doch das Prozedere mit dem Brexit, obwohl die nicht einmal den Euro haben. Was ist, wenn die Ratingagenturen Kataloniens Anleihen auf Junkniveau herabstufen? Fragen über Fragen.

      • Avatar

        sabine

        28. Oktober 2017 23:23 at 23:23

        Die Schweiz und Norwegen sind nicht in der EU und denen gehts blendend. Ich versteh nicht diesen automatischen, dogmatischen und meinungsdiktatorischen Reflex: extra EU nulla salus. = Außerhalb der EU gibt es kein Heil, nur Chaos, Armut, Untergang. Ist doch lächerlich, so ein Reflex.

        • Avatar

          Gerd

          29. Oktober 2017 08:32 at 08:32

          Der Unterschied:
          Norwegen und die Schweiz sind akzeptiert, sie waren nie dabei.
          Aber wenn jemand nicht mehr mitspielen will, reagieren die anderen beleidigt und tun alles, dass er nicht mehr auf die Beine kommt.

          Und das schafft die EU und der halbe Rest der anderen Welt auch, weil die von Wolfgang und Marko heute und vor Tagen angeführten einzelnen Gegenargumente voll durchschlagen. Leider.

          Am ehrlichsten wäre es, solche kleinen Austrittskandidaten friedvoll ziehen zu lassen. Die Wahrscheinlichkeit ist auf alle Fälle groß, dass sie irgendwann reumütig wieder Teil der Gemeinschaft werden möchten. Aber FREIWILLIG.

  7. Avatar

    Marko

    28. Oktober 2017 14:30 at 14:30

    Michael sagte:
    „Katalonien ist, analog Bayern in Deutschland, nicht als souveränes katalonisches Bundesland in einer lockeren spanischen Bundesländer-Föderation der EU beigetreten und hat somit auch keinerlei automatisches Recht, nach einer Abspaltung von Spanien die zweifelhaften europäischen Privilegien weiter zu genießen oder abzulehnen.
    Katalonien wird nun hier bejubelt, obwohl das alles an die damals verpönte baskische Separatistenbewegung ETA erinnert.“

    Und genau darum geht´s doch, die Katalanen denken : raus aus Madrid, raus aus Spanien, weil wir dann nicht mehr für die anderen bezahlen müssen (den EUR behalten wir Katalanen, natürlich…)
    Da könnte Deutschland genauso sagen, raus aus dem EUR/EU weil wir als Staat nicht mehr für andere bezahlen wollen/müssen.
    Und wenn Deutschland aus der „Fehlkonstruktion“ EU austritt, ist genau das, warum es hier geht, tot : eine Gemeinschaft, eine europäische Union.
    Und natürlich ist die EUchaotisch, so sind wir Europäer eben.. ;)

  8. Avatar

    Marko

    28. Oktober 2017 16:25 at 16:25

    Und was mich wundert ? Der „Katalonien-konflikt“ ?

    Das da ist ein Witz, da wird die Demokratie als Witz dargestellt, da sollten sich die Katalanen an ihre eigene Nase fassen ?
    Wieso kann man nicht miteinander reden ? Madrid und Barcelona , das ist schwer, verstehe ich…
    Warum erwirtschaften die Katalanen ein BIP, dass einfach gut ist ? Aber : so kann ich als Katalonien nicht reagieren ?

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

Avatar

Veröffentlicht

am

Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

weiterlesen

Allgemein

Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

weiterlesen

Allgemein

Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen