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Katalonien erklärt Unabhängigkeit!

Markus Fugmann

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am

Die im Parlament verbliebenen Abgeordneten (die Gegner der Unabhängigkeit hatten das Parlament zuvor verlassen) haben soeben für die Unabhängigkeit gestimmt!

Die Abgeordneten singen gerade die katalanische Hmyne Els Segadors!

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Spaniens Ministerpräsident ruft zur Ruhe auf – Spanien werde die Ordnung wieder herstellen:

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Der spanische Banken-Index verliert -3%, auch der Leitindex Ibex jetzt deutlich im Minus..


Foto: Canaan, Wikipedia Creative Commons 3.0

23 Kommentare

23 Comments

  1. Avatar

    Estany

    27. Oktober 2017 15:35 at 15:35

    Sie haben die Stimmen ausgezählt, und die Hymne gesungen. Aber eine offizielle Erklärung haben sie nicht abgegeben. Und die Hymne gehört jetzt sowiso zu jedem Ereignis dazu.

  2. Avatar

    Karl Müller

    27. Oktober 2017 15:39 at 15:39

    Sehr schön, endlich Leute mit Traute in dieser Duckmäuser-EU.

    Aber die Börsen-Honks kaufen weiter. Alles bullish heutzutage …

    VG KArl

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      27. Oktober 2017 15:44 at 15:44

      @Columbo, sei short un Barolo.. ma non devi.. :)

      • Avatar

        Columbo

        27. Oktober 2017 16:24 at 16:24

        Wettschulden sind Ehrenschulden. Il vino l’ho messo gia‘ da parte. Basta berlo. Wir müssen das nur irgendwie organisieren.

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          27. Oktober 2017 16:30 at 16:30

          @Columbo, mille grazie! Pero bisogna berlo insieme! Wäre sonst schade..macht nur zusammen Spaß :)

          • Avatar

            PK

            27. Oktober 2017 16:30 at 16:30

            wenns ein Barolo wird bin ich auch gern dabei !

          • Avatar

            Columbo

            27. Oktober 2017 16:49 at 16:49

            Das mein ich auch?. Ist übrigens ein Brunello di Montalcino, besser als der Barolo. @PK, willkommen!

    • Avatar

      EU-Gegner

      27. Oktober 2017 19:14 at 19:14

      Da geb ich dir recht, freue mich auch für die Kathalanen, aber der Apparat aus Brüssel wird es nicht dulden, wie immer.
      wer nicht der Elite aus Brüssel zustimmt und eine abweichenden Meinung hat wird Mundtot gemacht….soviel zum Thema Freiheitliches Europa, alles eine Farce und heuchlerei.

      • Avatar

        Michael

        27. Oktober 2017 20:01 at 20:01

        Ich bin ja jetzt kein Völkerrechtler und mag vollkommen mit meiner Meinung danebenliegen: Aber was hat der Apparat aus Brüssel mit einem Bundesland zu tun? Müsste sich um beispielsweise Bayerische Separationsbestrebungen nicht auch mal erst der Bund kümmern, bevor man hier schon wieder die EU zur Verantwortung zieht?
        In Wonderland herrschen auch Separationstendenzen vor, siehe Kalifornien, Oregon, Washington, also der gesamte Zugang zum Pazifik, siehe New York und einige andere. Der Gelbhaarige in Washington D.C. wird das ebenfalls nicht dulden und diese Menschen mundtot machen.
        So traurig es ist, erst einmal ist es Sache der Staaten, ihre innenpolitischen Differenzen zu regeln. Kleine gallische Dörfer einmal ausgeschlossen ;)

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          Bademeister

          27. Oktober 2017 22:01 at 22:01

          Macron, Juncker und noch etliche andere einflussreiche EU-Apparatnicks streben derzeit eine Zentralisierung (natürlich von Brüssel aus!) bzgl. einheitlicher Wirtschafts-, Verteidigungs- und Aussenamtsagenden an. Angenommen, für diese drei Ressorts würde es bereits jetzt drei Minister, sitzend in Brüssel geben, die bereits jetzt für alle EU Staaten die Interessen zentral vertreten würden…könnte dann die EU wie jetzt einfach so locker und lässig behaupten, dass Katalonien nur eine Sache Spaniens sei? Vermutlich nicht!
          Katalonien hat den Euro, somit geht das Thema Unabhängigkeit, sobald mehr oder weniger proklamiert, die EU sehr wohl was an. Gerade in der jetzigen Situation könnten o.a. Herrschaften beweisen, dass die forcierte Zentralisierung der Mächte in Brüssel erstens machbar und zweitens auch sinnvoll wären. Was sehen wir stattdessen? Kopfindensandstecken sobald einmal nicht die Sonne scheint, heute die Negierung des gegenständlichen Problems der Katalanen durch Juncker. Das zeugt nicht unbedingt von politischer Reife der im Raum stehenden Zentralisierungsbestrebungen und ist ein zukünftiges Fressen für alle EU-Kritiker. Wenns weiter so läuft in den EU-Führungsebenen wird nicht das Gelddrucken, sondern ein finales Aufbäumen der ehemaligen Ostblockstaaten, die den ganzen Zirkus vor gut einer Generation hinter sich gelassen haben, wiederkehrend das Ende des ganzen Albtraums einläuten.
          Die EU-Bonzen verschlafen gerade ihren Einsatz im vorletzten Akt!
          ..nix tun (das ist Vorsatz) und über alles bestimmen wollen…das wird so nicht funktionieren!

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            Michael

            27. Oktober 2017 23:28 at 23:28

            @Bademeister,
            Angenommen, für diese drei Ressorts würde es bereits jetzt drei Minister, sitzend in Brüssel geben, die bereits jetzt für alle EU Staaten die Interessen zentral vertreten würden….
            Unter dieser Annahme könnte man zahlreiche Theorien spinnen und Fantasiewelten konstruieren. Sogar ganze Verschwörungstheorien, für die ich ja inzwischen berühmt bin ;) Die gefühlte Tendenz mag für den einen oder anderen dahin gehen, auch ich bin nicht gerade ein Fan von Brüssel.
            Aber spekulative Annahmen bringen uns nicht weiter. Es gibt keine drei allmächtigen Superminister in Brüssel, dazu ist die EU viel zu chaotisch, uneins und unentschlossen.
            Katalonien ist, analog Bayern in Deutschland, nicht als souveränes katalonisches Bundesland in einer lockeren spanischen Bundesländer-Föderation der EU beigetreten und hat somit auch keinerlei automatisches Recht, nach einer Abspaltung von Spanien die zweifelhaften europäischen Privilegien weiter zu genießen oder abzulehnen.
            Katalonien wird nun hier bejubelt, obwohl das alles an die damals verpönte baskische Separatistenbewegung ETA erinnert. Am Anfang ist alles noch harmlos „politisch“, bald gibt es die ersten Gewalttaten, dann folgt Mord, Bürgerkrieg und Terror von beiden Seiten. Wie damals ETA und IRA, wollen und müssen wir das Drama erneut erleben?
            Ihre Gedanken hinsichtlich der ehemaligen Ostblockstaaten teile ich jedoch vollkommen mit Ihnen. Ich gehe sogar noch weiter, indem ich naiv und provokativ in den Raum stelle: Kinderprostitution, Drogenschmuggel, waffenfähiges Atommaterial, unterbezahlte Arbeitskräfte, der ehemalige Ostblock ist dahingehend ein unerschöpfliche, von der öffentlichen Meinung viel zu wenig beachtete Quelle.

          • Avatar

            Bademeister

            28. Oktober 2017 08:46 at 08:46

            @Michael Da geht es nicht um Verschwörungstheorien.
            Es ist ein Faktum, dass die Herrschaften aus Brüssel die von mir angeschriebene Zentralisierung schwerstens anstreben. In Anbetracht dessen wäre es nur logisch und positiv zu werten,, dass die EU mehr oder weniger vermittelnd agieren würde/könnte…..vermittelnd, nicht belehrend oder strafend! Schottland und Nordirland sind auch Teil eines souveränen EU-Staates, da wird ordentlich mitgemischt! Teile von Belgien, die sich vor nicht allzulanger Zeit gegen das Freihandelsabkommen gestellt haben, nicht zu vergessen! Da wurde Seitens der EU „vermittelt“, was das Zeug hielt.
            Wenn es im Interesse der EU liegt, schaltet man sich ein, wenn nicht….wird das Problem delegiert bzw. so wie gestern von Juncker einfach negiert.
            So löst man keine Probleme im Superstaat (Satire) Europas! Die EU will, und tut dies bereits in vielen Bereichen, einerseits immer stärker die Kernkompetenzen der einzelnen Mitgliedsstaaten beschneiden/einkassieren, hat aber im Gegenzug keine Lösungen parat?
            Keine Lösungen bei Brexit und Griechenland, das Negieren von immer grösser werdenden Problemen in Spanien, Italien und den Oststaaten (Korruption)….dafür gibts Gute-Laune-Politik mit Mogherini und Constantio und den anderen Freaks…

          • Avatar

            Gerd

            28. Oktober 2017 11:23 at 11:23

            Bademeister,
            „Wenn es im Interesse der EU liegt, schaltet man sich ein, wenn nicht wird das Problem … einfach negiert.“

            Guter Hinweis

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    Zimmermann

    27. Oktober 2017 15:45 at 15:45

    Da würde ich mal sagen, „Strong Long“ nach Korrektur!

  4. Avatar

    Hondo

    27. Oktober 2017 15:54 at 15:54

    Was die da in Spanien machen , scheint in dem Rest der Welt niemand zu interessieren.

    • Avatar

      Michael

      27. Oktober 2017 21:11 at 21:11

      Der Rest der Welt versenkt doch gerade den EUR, was soll er denn noch mehr auf der Bühne der Finanzen tun?

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    Marcus

    27. Oktober 2017 16:07 at 16:07

    Und jetzt ? Keine signifikanten Einbrüche feststellbar. Von daher alles auf strong long !

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    Marko

    27. Oktober 2017 21:07 at 21:07

    „Was die da in Spanien machen , scheint in dem Rest der Welt niemand zu interessieren.“

    :D

    Katalonien unabhängig von Europa ?

    Wie denn ? Sollen die Katalanen schon mal die Panzer auffahren ? Um Ihren „eigenen“ Staat zu verteidigen ? ;)
    Oder Massendemonstrationen ?
    Ja , aber komischerweise ist die „offizielle“ Währung Kataloniens, nicht die katalanische Peseta ?

    Wie will man das da „durchziehen“ ? Man verbündet sich mit den französischen Katalanen ? Aber den EUR, hätten wir doch schon ganz gerne ? Die „französichen Katalanen“ erklären sich jetzt auch für unabhängig ? Was kommt als nächstes, der „Freistaat Bayern“ sagt, wir sind unabhängig ! (Den Eur möchten wir aber behalten…)
    Ja, der EUR ist eine Gemeinschaftswährung ? Wie passt das zusammen ?

    • Avatar

      Wolfgang M.

      27. Oktober 2017 21:48 at 21:48

      Ja Marko, ich verstehe die Politiker in Barcelona auch nicht ganz. Die staatliche Einheit ist in Spanien wie in Deutschland verfassungsrechtlich geregelt. Und, Spanien hat 1992 den Vertrag zu Maastricht unterzeichnet und 2009 die Lissabonner Verträge und nicht Katalonien. Nur ein paar Folgen, in Wirklichkeit ist es noch wesentlich komplizierter: Kein Anspruch auf den Euro, keine Zollfreiheit, keine Freizügigkeit u.u.u. – Katalonien wäre EU-Außengrenze, wie Weißrussland zu Polen. Man sieht doch das Prozedere mit dem Brexit, obwohl die nicht einmal den Euro haben. Was ist, wenn die Ratingagenturen Kataloniens Anleihen auf Junkniveau herabstufen? Fragen über Fragen.

      • Avatar

        sabine

        28. Oktober 2017 23:23 at 23:23

        Die Schweiz und Norwegen sind nicht in der EU und denen gehts blendend. Ich versteh nicht diesen automatischen, dogmatischen und meinungsdiktatorischen Reflex: extra EU nulla salus. = Außerhalb der EU gibt es kein Heil, nur Chaos, Armut, Untergang. Ist doch lächerlich, so ein Reflex.

        • Avatar

          Gerd

          29. Oktober 2017 08:32 at 08:32

          Der Unterschied:
          Norwegen und die Schweiz sind akzeptiert, sie waren nie dabei.
          Aber wenn jemand nicht mehr mitspielen will, reagieren die anderen beleidigt und tun alles, dass er nicht mehr auf die Beine kommt.

          Und das schafft die EU und der halbe Rest der anderen Welt auch, weil die von Wolfgang und Marko heute und vor Tagen angeführten einzelnen Gegenargumente voll durchschlagen. Leider.

          Am ehrlichsten wäre es, solche kleinen Austrittskandidaten friedvoll ziehen zu lassen. Die Wahrscheinlichkeit ist auf alle Fälle groß, dass sie irgendwann reumütig wieder Teil der Gemeinschaft werden möchten. Aber FREIWILLIG.

  7. Avatar

    Marko

    28. Oktober 2017 14:30 at 14:30

    Michael sagte:
    „Katalonien ist, analog Bayern in Deutschland, nicht als souveränes katalonisches Bundesland in einer lockeren spanischen Bundesländer-Föderation der EU beigetreten und hat somit auch keinerlei automatisches Recht, nach einer Abspaltung von Spanien die zweifelhaften europäischen Privilegien weiter zu genießen oder abzulehnen.
    Katalonien wird nun hier bejubelt, obwohl das alles an die damals verpönte baskische Separatistenbewegung ETA erinnert.“

    Und genau darum geht´s doch, die Katalanen denken : raus aus Madrid, raus aus Spanien, weil wir dann nicht mehr für die anderen bezahlen müssen (den EUR behalten wir Katalanen, natürlich…)
    Da könnte Deutschland genauso sagen, raus aus dem EUR/EU weil wir als Staat nicht mehr für andere bezahlen wollen/müssen.
    Und wenn Deutschland aus der „Fehlkonstruktion“ EU austritt, ist genau das, warum es hier geht, tot : eine Gemeinschaft, eine europäische Union.
    Und natürlich ist die EUchaotisch, so sind wir Europäer eben.. ;)

  8. Avatar

    Marko

    28. Oktober 2017 16:25 at 16:25

    Und was mich wundert ? Der „Katalonien-konflikt“ ?

    Das da ist ein Witz, da wird die Demokratie als Witz dargestellt, da sollten sich die Katalanen an ihre eigene Nase fassen ?
    Wieso kann man nicht miteinander reden ? Madrid und Barcelona , das ist schwer, verstehe ich…
    Warum erwirtschaften die Katalanen ein BIP, dass einfach gut ist ? Aber : so kann ich als Katalonien nicht reagieren ?

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Negativzinsen und Druckerpresse: Auswirkungen auf Menschen und Schrottunternehmen

Claudio Kummerfeld

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am

Negativzinsen helfen Schrottfirmen und schaden den Sparern

Die Druckerpressen von EZB, Federal Reserve und Co laufen auf Hochtouren. Und dank dem neuem US-Präsidenten Joe Biden (Vereidigung am 20. Januar) dürfte das Tempo an neu geschaffenem Geld und neuer Staatsverschuldung nochmal Fahrt aufnehmen. Auch die Eurozone steht dem mit der EZB in Nichts nach. Die Null- und Negativzinsen bleiben weiter dort wo sie sind, und das auf lange Zeit. Das haben die Notenbanker auf beiden Seiten des Atlantiks klar gemacht. Was passiert, wenn Negativzinsen und Druckerpresse auf Menschen und Schrottunternehmen treffen? Hier kurz und knapp zwei Beispiele.

Die Schrottunternehmen werden auch gerne als Zombieunternehmen bezeichnet. Dies sind Unternehmen, die zum Beispiel noch nicht mal genug Geld verdienen um ihre Zinslast auf Kredite bedienen zu können. Oder sie überleben nur noch dank Staatshilfen, aber nicht aus strukturell echten Einnahmen. Wer Schrott ist, muss am Kapitalmarkt für Schulden eine höhere Risikoprämie zahlen. Denn der potenzielle Käufer von Schrottanleihen will sich das höhere Risiko einer Nicht-Zurückzahlung der Anleihe natürlich honorieren lassen. Von daher notieren die Renditen von Junk Bonds (Anleihen begeben von Unternehmen mit zweifelhafter Bonität) immer deutlich höher als die von gut angesehenen Unternehmen.

Derzeit aber, wo die Notenbanken alles mit frisch gedrucktem Geld überschwemmen und wo die Negativzinsen alles runterdrücken, da profitieren auch die Zombieunternehmen von immer weiter fallenden Renditen für ihre Schulden. Wie der folgende zehn Jahre zurückreichende Chart zeigt, ist die durchschnittliche Rendite für Junk Bonds in den USA auf ein neues Rekordtief von 4,45 Prozent gesunken, mehr als zwei Prozentpunkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Die Zombies freuen sich also über immer geringere Kosten für ihre Schulden.

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Der Spar-Michel zahlt die Zeche

Man erinnere sich noch zurück, als hier und da die aller erste Sparkasse oder Volksbank Negativzinsen für Kontoguthaben einführte. Was gab das für einen Aufschrei. Heute ist das Alltag. Und die Lawine rollt immer weiter. Die ganz frische Veröffentlichung des Portals Biallo zeigt, dass auch die Direktbanken immer stärker auf den Zug aufspringen. 240 Banken insgesamt kassieren mittlerweile Negativzinsen im Privatkundenbereich, bei Firmenkunden sind es 317 Geldhäuser. Beim sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5.000 Euro bis zu Millionenbeträgen reichen. Elf Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu. Die DKB folgt aktuell der ING und führt ab sofort einen Negativzins in Höhe von minus 0,5 Prozent ein – für Einlagen ab 100.000 Euro auf dem Tagesgeld- und Girokonto. Wie bei der ING sollen Bestandskunden erst mal nicht betroffen sein.

Damit dürfte die Negativzins-Welle, die derzeit auf Sparer zurollt, noch mal deutlich an Fahrt gewinnen. Denn laut jüngsten Recherchen von Biallo haben auch große Regionalbanken in Hamburg, München und Köln zuletzt einen Strafzins für private Einlagen eingeführt. Erst gar keine Negativzinsen, jetzt gibt es immer mehr, aber mit Freibeträgen. Da das Umfeld aus Null- und Negativzinsen noch jahrelang anhalten wird, und da die Banken margentechnisch unter immer größerem Druck stehen, darf man annehmen, dass diese Freibeträge in Zukunft stetig verringert werden, und dass auch immer öfter von Bestandskunden Negativzinsen kassiert werden, und nicht nur von Neukunden.

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US-Arbeitsmarktdaten im Detail: Extrem schwach! Der Amazon-Effekt in brutaler Klarheit

Claudio Kummerfeld

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USA Flagge und Adler

Die US-Arbeitsmarktdaten wurden um 14:30 Uhr veröffentlicht mit einem Zuwachs von 245.000 Stellen für November, was deutlich schlechter war als erwartet (Prognose 470.000). Bezüglich der Gesamtzahl von 245.000 neuen Stellen gab es einen Abbau von 99.000 Stellen beim Staat. Somit gibt es im November 344.000 neu geschaffene Stellen im Privatsektor. Im Verarbeitenden Gewerbe gab es insgesamt einen Zuwachs von nur 55.000 Stellen. Im Untersektor Bergbau lag die Veränderung bei +1.000. Auf dem Bau waren es +27.000 Stellen, und in der Industrie +27.000. Die folgende Grafik zeigt die gesamten Daten für das Verarbeitende Gewerbe im November.

Zum Vergrößern bitte die Grafiken anklicken.

Grafik zeigt US-Arbeitsmarktdaten für November im Detail

Verbleibt bei den neu geschaffenen Stellen im November noch ein Plus von 289.000 Stellen im US-Dienstleistungssektor. Ein sehr schwacher Wert nach +783.000 im Oktober. Der Einzelhandel baute 34.700 Stellen ab. Das ist dramatisch, wo der Sektor doch als einer der Jobmaschinen gilt. Elektronikgeschäfte bauten netto 11.300 Stellen ab, Sport- und Buchgeschäfte 12.100 Stellen, und Kaufhäuser sowie große Supercenter (Walmart etc) verloren netto 20.800 Stellen. Gleichzeitig explodieren die Neueinstellungen bei Amazon und Co (also vor allem Amazon). Alleine im November wurden netto 81.900 neue Kurierfahrer eingestellt, und 36.800 Mitarbeiter in Warenlagern.

Grafik zeigt Details zu Job-Änderungen im US-Einzelhandel

Der Sektor „Professional and Business Services“ konnte 60.000 Stellen hinzugewinnen (sehr schwach), wobei hier alleine fast 70.000 neue Jobs bei Zeitarbeit und Hilfsarbeit entstanden. Andere Teilsegmente in dem Bereich bauten also eher Stellen ab. Der Bereich „Pflege und Bildung“ ist mit nur +54.000 Stellen auch sehr schwach dabei. Wobei der Bereich Bildung 5.700 Stellen abgebaut hat. Die Pflege schuf 59.600 neue Stellen. Der mit Abstand größte Einzelposten, wenn es um das schnelle Schaffen neuer Jobs in den USA geht, ist in der Regel der Bereich „Freizeit und Bewirtung“, also Restaurants, Freizeitparks etc.  Hier ist die Schaffung neuer Stellen im November extrem schwach ausgefallen mit gerade mal +31.000. Innerhalb dieses Segments wurden bei Restaurants und Bars sogar 17.400 Stellen abgebaut. Die zweite Corona-Welle lässt grüßen.

Grafik zeigt Details zu verschiedenen US-Jobdaten

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Coronavirus: Herdenimmunität, ein Geduldsweg, vor allem in Deutschland

Wolfgang Müller

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Die Impfung gegen das Coronavirus nimmt immer mehr Gestalt an, nicht nur in China, in Russland, in der Türkei, ab Montag in Großbritannien, aber bald auch in Deutschland. Endlich die Plage loswerden, immun werden, so die berechtigte Hoffnung Vieler. Eines aber spricht gegen eine rasche Herdenimmunität, auch in Deutschland – die Bereitschaft zur Impfung.

Coronavirus: Aktuelle und künftig Immunisierte

Betrachtet man sich die aktuellen Infektionszahlen, so erkennt man große Unterschiede bei den offiziell registrierten Infizierten mit dem Coronavirus. In den USA ist bereits jeder 23. Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden, in Frankreich jeder 29., in Spanien jeder 27., in Belgien und Tschechien jeder 20. – und in Deutschland? Jeder 76. Einwohner, bei einer Dunkelziffer von vielleicht Faktor drei bis vier, nach Einschätzungen von Virologen. Bleiben also noch über 78 Millionen, die es geschafft haben, sich vor dem Coronavirus zu schützen. Aber was ist mit den USA, wo selbst der Leiter der nationalen Seuchenschutzbehörde von einer Dunkelziffer mit unglaublichem Faktor 10 sprach? Wenn dies zuträfe, hätten schon unglaublich viele Amerikaner die Sache bereits überstanden. Worüber das deutsche Gesundheitswesen eigentlich sehr stolz sein kann, bringt aus jetziger Sicht einen zusätzlichen Nachteil bei der Herdenimmunität.

Die derzeitige Abneigung der Bundesbürger gegen die Impfung

Auch wenn es bereits einen gewaltigen Aufbau für die über 400 Impfzentren in Deutschland gibt, von denen kürzlich die Rede war und die ab 15. Dezember funktionsfähig sein sollen, wird das Thema Massenimpfung eine große Aufgabe werden. Es leben bereits über 83 Millionen Menschen in diesem Lande und bis die so oft zitierte 60 Prozent-Rate erreicht ist, könnte es doch eine Zeit dauern. Zumal mit der Entwicklung der Impfstoffe die Zahl der Impfwilligen sogar abgenommen hat. Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass derzeit nur 53 Prozent der Bundesbürger zu einer Impfung gegen das Coronavirus bereit sind.

Man bräuchte aber selbst bei einem 100-prozentigen Schutz 60 Prozent der Bevölkerung, die bei der Impfung mitmachen. Bei der bisher verkündeten Wirksamkeit von 95 Prozent sogar noch einige Prozent mehr.

Sicherlich gibt es viele Skeptiker, die sich berechtigt Sorgen um die Nebenwirkungen machen, die man derzeit bei der geringen Probandenzahl gewiss noch nicht ausschließen kann. Die Anzahl sollte aber abnehmen, wenn die Impfungen gut funktionieren. Ein paar Sonderfälle aber, in den Medien verbreitet, schon könnte die Bereitschaft abnehmen. Aber es gibt auch die radikalen Impfgegner, auch Gentechnikgegner, die bis zu einer Herdenimmunität immer noch eine Gefahr darstellen, als mögliche Spreader des Coronavirus.

Die Impfung ist ein gewaltiger Schritt – aber kein Wundermittel, welches in kurzer Zeit die Normalität versprechen kann. Man weiß heute noch nicht, wie lange ein Schutz wirksam sein wird und ob man als Geimpfter nicht doch noch als Virenspreader in Frage kommt. Es wird bei aller Freude über die Impfung noch einiges an Geduld brauchen, denn es werden bestimmt in kurzer Zeit Meldungen entstehen, die contra Impfung verwendet werden können. Zum Beispiel von Menschen, die plötzlich nach der Impfung schwer erkranken, weil sie vor der Impfung noch keine Symptome verspürt haben. Das allgemeine Gesundheitsrisiko bleibt, ebenso das „Fake News-Risiko“ in den sozialen Medien.

Die kommende natürliche Spaltung der Gesellschaft

Es ist sicherlich nicht an der Zeit, um sich allzu viel Gedanken über ein mögliches Zukunftsproblem im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise zu machen. Aber die Fragestellungen könnten schneller kommen, als man jetzt glaubt. Was passiert mit den Millionen, die es bald geben wird, die geimpft sind und immunisiert: sollen diese weiter Maske tragen und die vielen Sonderregeln beachten? Wird anfangs sicherlich aus Solidarität funktionieren, aber es werden ja täglich mehr. Gar nicht zu reden von den vielen Branchen, die von dem Zusammentreffen vieler Menschen profitieren, wie Tourismus, Kultur, Festveranstalter, diese werden sicherlich die Rückkehr zur Normalität fordern. Es werden sich Gruppen bilden, aber was passiert mit den Verweigerern einer Impfung?

Viele Fragen, nicht nur für den Ethikrat.

Fazit

Die letzten Monate haben gezeigt, wie lange es dauern würde, bis eine natürliche Herdenimmunisierung dem Coronavirus den Garaus machen könnte. Vor allem in Deutschland. Selbst bei 10.000 kontrollierten Fällen pro Tag (3,6 Mio/Jahr) wären es viele Jahre, bis man eine Herdenimmunität erreicht hätte. Ein Kollaps nicht nur für die Wirtschaft und viele Branchen, sondern auch eine unerträgliche Lage für die Menschen und dem Leben in ständiger Angst.

Es geht nicht um die Jugend – in Deutschland gibt es bereits über 21 Millionen Rentner und viele Risikogruppen unterhalb dieser Altersgruppe. Klar gibt es die berechtigten Bedenken über Nebenwirkungen, aber bei einer Impfquote von gut 50 Prozent würde man in Deutschland noch sehr lange mit SARS-CoV-2 leben müssen. Ohne wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus hätte aber gerade Deutschland ein längeres Problem. Es sollte sich eigentlich jeder über den medizinischen Fortschritt freuen, auf die Wirksamkeit der Impfung hoffen und sich auf eine baldige Rückkehr zu sozialen Gewohnheiten des Miteinanders innerlich einstellen. Es dürfte allerdings noch ein gerüttelt Maß an Geduld erfordern.

Über das Coronavirus und Herdenimmunität

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