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Katalonien: was bedeutet das Wahlergebnis für die Märkte?

Von Markus Fugmann

Nach den Wahlen in Katalonien werden die Dinge nun nicht eben einfacher: die Befürworter einer Unabhängigkeit haben zwar im Parlament die absolute Mehrheit – aber das Ziel der Bewegung, mehr als 50% der Stimmen zu bekommen, wurde verfehlt. Das Bündnis Junts pel Sí unter Führung des katalanischen Präsidenten Artur Mas kommt dabei auf 62 Sitze – und hat damit im Vergleich zu den Wahlen 2012 sogar weniger Sitze. Zudem braucht Artur Mas die linke CUP für diese absolute Mehrheit, und die wiederum lehnt Mas als Präsidenten ab.

So weit, so kompliziert. Artur Mas sagte gestern Abend, man habe nun das Mandat, das „Projekt“ (gemeint ist die Unabhängigkeit) weiter zu trieben und in den nächsten 18 Monaten Katalonien zum unabhängigen Staat zu erklären. Aber die Dinge sind nun eher komplizierter geworden – und kompliziert bedeutet immer auch unsicher. So stiegen die renditen für katalanische Anleihen heute auf den höchsten Stand seit einem jahr und erreichen 4,23%.

Damit ist der Wahlausgang in Katalonien zunächst einmal vor allem für den katalanischen Markt ein Belastungsfaktor – und wenn die Konfrontation zwischen Barcelona und Madrid heftiger werden wird (was sich abzeichnet), dürfte auch der Euro darunter leiden, die Aktienmärkte in Europa wahrscheinlich auch.

Damit hat sich der Fokus in Europa verschoben – weg von Griechenland, hin zu Katalonien und Spanien. Hier schlummert also ein Konflikt, der jederzeit heftiger werden kann und die EU vor eine völlig neue Situation stellen wird – denn anders als im Falle Schottlands ist das Ergebnis nicht wirklich klar, und die Frage ist, wie die EU sich nun positionieren wird. Nun folgen im Dezember die Wahlen in Spanien – vermutlich wird erst dann klarer, wie sich die Dinge auf der iberischen Halbinsel weiter entwickeln werden. Spanien aber steht vor unruhigen Zeiten. Europa damit auch..



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