Folgen Sie uns
Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Indizes

Kein government shutdown? Achtung heute auf Trumps Twitter-Account!

Für die Märkte wird heute entscheidend sein, wie der US-Präsident auf den Kompromiß zur Grenzsicherung reagiert..

Veröffentlicht

am

Bekanntlich haben heute Nacht die US-Demokraten und die US-Republikaner „grundsätzlich“ eine Einigung erzielt, um einen erneuten government shutdown ab Samstag 00.00Uhr Washington-Zeit zu vermeiden. Die asiatischen Märkte sprangen auf diese Nachricht hin nach oben – wird jetzt also alles gut? Während die Aktienmärkte den längsten government shutdown in der US-Geschichte ignoriert hatten, dürfte die Reaktion diesmal, sillte es doch zu einer erneuten Schließung zahlreicher Behörden kommen – nicht mehr so einfach ad acta legen. Pro Tag dürfte der Schaden eine Milliarde Dollar betragen.

Trump hatte Ende Januar einem Kompromißvorschlag zustimmen müssen, der faktisch den government shutdown unterbrach – Auslöser war die Beeinträchtigung des US-Flugverkehrs (nachdem vor allem nicht mehr bezahltes Sicherheitspersonal nicht zur Arbeit erschienen war). In den Umfragen zeigte sich, dass die Amerikaner das Versagen der Politik vor allem Trump zuschrieben, also musste der US-Präsident zähneknirschend dem Kompromiß zustimmen.

Auch die US-Republikaner wissen, dass vor allem Trump und sie selbst bei einem erneuten government shutdown viel riskieren. Also, so sieht es derzeit aus, gaben sie sich mit einer Summe zur Grenzsicherung zufrieden, die weit unter den Forderungen Trumps liegt: nur knapp 1,4 Milliarden Dollar sollen bewilligt werden (für das gesamte Fiskaljahr, das am 30.September endet):

“With the government being shut down, the specter of another shutdown this close, what brought us back together I thought tonight was we didn’t want that to happen”, so der Republikaner Richard Shelby (Alabama; Senate Appropriations Committee Chairman) zur Begründung, warum man bereit war, so weit von der ursprünglichen Forderung des Weißen Hauses abzuweichen.

Faktisch bedeutet das: es können 55 Meilen mit einem neuen Zaun versehen werden – wohlgemerkt ist das keine Mauer, sondern ein aus Metall-Lamellen bestehender Zaun. Diese 55 Meilen sind sehr viel weniger, als das Weiße Haus noch im Dezemmber gefordert hatte – nämlich 215 Meilen. Der 55-Meilen Zaun soll im Rio Grande Valley in Texas errichtet werden laut Vereinbarung von Demokraten und Republikanern. Also 55 Meilen Zaun statt einer langen Mauer – so könnte man das Ergebnis der Verhandlungen zusammen fassen. Die Demokraten wiederum verzichteten als Entgegenkommen gegenüber den Republikanern auf eine Höchstgrenze von Internierungsbetten für die illgalen Immigranten.

Erst am heutigen Dienstag soll die Vereinbarung zwischen Demokraten und Republikanern veröffentlicht werden – noch wird an den Details gearbeitet, heißt es aus Verhandlungskreisen. Neben dem 55-Meilen Zaun sollen von den knapp 1,4 Milliarden Dollar auch Gelder in technische Ausrüstung investiert werden (Screening an Grenzposten), humanitäre Hilfen bereit gestellt (das war den Demokarten wichtig) und zusätzliches Grenzpersonal eingestellt werden (das war den Republikanern wichtig).

Die entscheidende Frage ist aber jetzt: wird Trump das reichen? Er hoffe doch, sagte Richard Shelby gestern:

“We believe from our dealings with them and the latitude they’ve given us, they will support it. We certainly hope so.”

Trump selbst, der an der mexikanischen Grenze in El Paso eine Rede hielt, wollte sich erst einmal nicht festlegen:

“They said that progress is being made with this committee. Just so you know, we’re building the wall anyway.”

Für die Märkte aber wird nun entscheidend sein, wie der US-Präsident heute reagiert, nachdem wahrscheinlich die genaueren Punkte der Vereinbarung klar sind. Sieht er, wie die Aussage in seiner Rede in El Paso andeuten könnte, dies nur als Vorstufe zum Bau der Mauer, die so oder so komme? Oder ist der erzielte Kompromiß so weit entfernt von den Grundforderungen Trumps, dass er den Deal scheitern läßt? Wir sehen jedenfalls eine gute Chance für Letzteres – aber bei Trump ist ja grundsätzlich alles möglich (und das Gegenteil davon).

So oder so: es ist davon auszugehen, dass Trump nach seinem Erwachen einen Tweet absetzen wird, der seine Haltung klar macht. Vermutlich werden wir und die Märkte dann wissen, ob es zu einem erneuten government shutdown kommen wird, oder eben nicht..

 

Von Kevin McCoy, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=106463

 

4 Kommentare

4 Comments

  1. Ranzentier

    12. Februar 2019 12:27 at 12:27

    Trump wird den Deal auf alle Fälle akzeptieren. Denn für die Bauunternehmer für die er diesen Deal eingefädelt hat sind 1,4 Mrd. Dollar ein guter Anfang auf dem sich die nächsten Jahre aufbauen lässt. Außerdem kann Trump damit zeigen das er mit Verhandlungsergebnissen beider Parteien leben kann und sich präsidial zeigen. Zusätzlich ist ein Thema vom Tisch ohne das er sein Gesicht verliert.

  2. Tarz

    12. Februar 2019 14:15 at 14:15

    Die Mauer wird derzeit schon vom US Militär gebaut.
    Die Gelder dazu waren von vornherein im Verteidigungsbudget eingeplant.
    Das jetzige öffentliche Tauziehen dient nur zur Unterhaltung.
    Die Dems haben den Kampf um die Mauer schon vor langer Zeit verloren, können das aber natürlich nicht Ihren Wählern offen sagen.

  3. Macwoiferl

    12. Februar 2019 15:06 at 15:06

    Deal ohne Mauer?
    Ja, klar.
    Das Einmaleins der Politik, @Markus Fugmann… 😉
    Hinterfragen war gestern.
    Sinnsuche vorgestern.
    Siehe das Video von Dirk Müller!
    Persönliche Macht – oberstes Gebot!
    Schönen Tag.

  4. Michael

    12. Februar 2019 17:43 at 17:43

    @Markus Fugmann, hat sich der präsidiale Vollpfosten denn schon per Twitter oder wie auch immer geäußert? Ich konnte bisher gar keine News dahingehend finden. Aber dass sich Mr. Bauchgefühl mit einem derartigen Kompromiss zufrieden geben soll, erscheint mir recht unrealistisch. Allerdings könnte er sich mit dem gummigleichen und weichen Argument der Vorstufe zum großen Mauerbau Zeit verschaffen, würde vor seinen Fans das Gesicht wahren und könnte mit der Vermeidung eines weiteren Shutdown punkten, die er sich garantiert als großen Erfolg auf die eigenen Fahnen schreiben würde.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Das ist das neue Muster an den Aktienmärkten! Marktgeflüster (Video)

Es gibt ein altbekanntes und sich aber nun änderndes Muster an den Aktienmärkten!

Veröffentlicht

am

Es gibt ein altbekanntes und sich aber nun änderndes Muster an den Aktienmärkten: in den letzten Wochen war es fast immer so, dass vorbörslich vor allem in Asien die Märkte stiegen und damit die Futures nach oben zogen. Nun ist es vor allem Europa, das dann für einen Schub nach oben sorgt (sowie heute trotz wieder sehr schwacher Industriedaten aus Deutschland). Aber dann – so wie auch gestern – kann die Wall Street die Gewinne nicht halten und rutscht wieder ab. Der Dax aber bleibt stark – aber warum? Offenkundig gehen Kapitalströme aus den sehr teuren US-Aktienmärkten in die viel weniger teuren Aktienmärkte Europas, auch Chinas Aktienmarkt ist inzwischen viel zu heiß gelaufen..

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Kurz vor Ostern

Veröffentlicht

am

Geht heute noch was im kurzfristigen Trading in den Indizes? Geht es nach Ostern auf neue Allzeithochs? An dieser Stelle mein Video vor dem Oster-Wochenende. Meine täglichen Ideen im „Trade des Tages“ (heute Adidas) können Sie kostenfrei hier einsehen.

weiterlesen

Indizes

Die Einschätzungen an der Wall Street nach den jüngsten Zahlen

Veröffentlicht

am

Mehr und mehr entwickelt sich neuer Konjunkturoptimismus bei den Analysten und Vermögensverwaltern an der Wall Street. Erkennbar an folgenden Einschätzungen:

 

  • Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung in den USA ist auf 25% gefallen, gegenüber 50% vor Kurzem.
  • Beispielhaft: Die Rendite der 10-jährige US-Treasury ist in wenigen Wochen um 25 Basispunkte gestiegen.
  • Die Durchschnittsschätzungen für Q1 in den USA liegt bei 2,1%, für das zweite Quartal rechnet man bereits wieder mit 2,7%.

Die neue Umfrage von Bank of America/Merril Lynch unter den großen Vermögensverwaltern brachte folgende Ergebnisse:

  • 86% der Befragten betrachten die zeitweilige Invertierung der Zinskurve nicht als Rezessionssignal
  • Gerade noch 6% rechnen mit einer Rezession in diesem Jahr
  • 60% sind dennoch „bearish“ in puncto Wachstum und Inflationsrate

 

Kurzfazit

Das Dumme daran ist nur, dass die Wachstumshoffnungen in den Kursen bereits eingepreist sind. Die Aktienmärkte haben es gerochen, für weitere Steigerungen müsste die Wirtschaft schon noch deutlich mehr liefern.

weiterlesen
Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen