Folgen Sie uns

FMW

Kein Plan B für Griechenland?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

Der italienische Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan hat heute betont, dass man auf dem Eurogruppen-Treffen am vergangenen Freitag in Riga nicht über einen Plan B für Griechenland gesprochen habe. Man brauche keinen Plan B, so Padoan, was man vielmehr brauche, sei eine Einigung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern.

Das hat sich unlängst bei seinem deutschen Amtskollegen Schäuble etwas anders angehört: nach dem Treffen in Riga wurde Schäuble von Journalisten befragt, ob es einen Plan B für Griechenland gebe. Und Schäuble antwortete: man solle verantwortliche Politiker nicht nach Alternativen fragen. Würde er öffentlich sagen, dass es einen Plan B für Griechenland gebe, könnte es zu einem Bank run in Griechenland kommen, würden die Märkte mit Panik reagieren.

Dann aber verglich Schäuble die aktuelle Situation mit Griechenland mit der Zeit kurz vor der Wiedervergeigung, pardon, Wiedervereinigung Deutschlands: auch damals sei er verantwortlicher Minister gewesen, und hätte die westdeutsche Regierung damals eingestanden, an Plänen für eine Wiedervereinigung Deutschlands zu arbeiten, hätte die ganze Welt gedacht, die Deutschen seien verrückt.

Aber genau diese Pläne zur Wiedervereinigung gab es natürlich damals 1989. Und damit wird auch der Subtext der Äußerungen Schäubles klar: es gibt den Plan B für den Exit Griechenlands, nur reden sollte man nicht darüber.

Eines der kolportierten Szenarien dieses Plan B ist eine „selektive Pleite“: der öffentliche Sektor in Griechenland macht Bankrott, während die Banken am Leben gehalten und weiter über die Notkredite von der EZB versorgt werden. Italiens Finanzminister Padoan hat heute derartige Gedankengänge als „sehr abstrakt“ bezeichnet – aber eben auch nicht geleugnet.

Und so ist es mehr als wahrscheinlich, dass es einen oder mehrere Plan B gibt – zumal, wie Ex-Bundesbankchef Weber auf dem IWF-Frühjahrstreffen den Eindruck gewonnen hat – die maßgeblichen Entscheider einen Bankrott Griechenlands für verkraftbar halten. Entweder ist das unglaublich naiv, oder es gibt eben Pläne, wie man mit dieser Situation umgeht. Letzerers halten wir für wahrscheinlicher..

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: Warum fallen sie denn? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Ja warum fallen sie denn, die Aktienmärkte? Dass die so verwöhnte Wall Street (und auch der Dax) heute unter Druck kommt, hat mehrere Gründe: erstens Zweifel, ob Biden wirklich sein Stimulus-Programm verwirklichen kann. Dann, zweitens, wieder schwache US-Einzelhandelsumsätze – und schließlich die Nachricht, dass Pfizer deutlich weniger Impfstoff in den nächsten Wochen für die EU liefern wird. Im Grunde sind angesichts der absehbaren Verschärfungen der Lockdowns in Europa die Prognosen für ein starkes wirtschaftliches Jahr 2021 schon jetzt obsolet. Aber ein Rücksetzer der Aktienmärkte war ohnehin überfällig, zuletzt fehlte es deutlich an Dynamik auf der Oberseite. Vielleicht spielt auch die Unruhe vor der Amtsübernahme von Biden schon eine Rolle, man fürchtet erneute Ausschreitungen..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Buy the rumor, sell the fact? Videoausblick

Die Aktienmärkte heute morgen leicht schwächer, nachdem Biden seinen Stimulus-Plan vorgstellt hat. Buy the rumor, sell the fact?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte heute morgen leicht schwächer, nachdem der neue US-Präsident Biden seinen Stimulus-Plan vorgestellt hat. Ist die Reaktion auf Bidens Plan das klassische „buy the rumor, sell the fact“-Schema? Man kauft also die Hoffnung, und verkauft dann, wenn die Hoffnung eintritt? Heute dürfte für die Aktienmärkte auch der kleine Verfall eine Rolle spielen, denn der Bestand an Call-Optionen ist gigantisch. Die Fed hat in Gestalt von Jerome Powell klar gestellt, dass die Zinsen nur dann angehoben würden, wenn die Inflation deutlich über 2% schießen würde. Und in Deutschland drohen Verschärfungen des Lockdowns, was den Dax aber bisher nicht wirklich interessiert – obwohl damit die optimistischen Wirtschafts-Prognosen obsolet wären..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Euphorie – aber das ist die größte Gefahr! Marktgeflüster (Video)

Die Aktienmärkte weiter in Euphorie: viele Indizes mit neuen Allzeithochs. Aber da ist eine Gefahr, die die Märkte vielleicht nicht auf dem Zettel haben..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte sind weiter in Euphorie: der Dax, aber auch die viele Indizes der Wall Street heute mit neuen Allzeithochs. Was soll schon schief gehen: die Fed und andere Notenbanken bleiben auf dem Gaspedal, dazu nun noch das erwartete große Stimulus-Paket der neuen US-Regierung unter Biden. Wo also ist das Risiko für die Aktienmärkte, speziell für die über-bullische Wall Street? Das größte Risiko dürfte der neue US-Präsident sein, der zwar viel Stimulus verspricht, aber der eben auch (anders als Trump) einem viel härteren Lockdown auch in den USA den Weg bereiten könnte. Noch härtere Lockdowns nämlich sind der aktuelle Trend schlechthin: Frankreich verhängt eine Ausgangssperre ab 18Uhr, in Deutschland überlegt man gar, den Nah-und Fernverkehr einzustellen aus Sorge um die aggressive Corona-Mutation..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage