Folgen Sie uns

Aktien

Kein US-Analyst prognostiziert fallende Märkte!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

Das könnte der perfekte Kontraindikator sein: kein einziger US-Analyst geht derzeit davon aus, dass die US-Märkte nicht steigen werden im nächsten halben Jahr. Sie erwarten im Durchschnitt, dass der S&P bis zum Jahresende um 8,2% steigen wird. Das Hauptargument: der US-Wirtschaft geht es gut, daher werden die US-Unternehmen ihre Gewinne steigern können, was wiederum einen höhere Bewertung rechtfertige.

Schön. Nur hat das Anhalt an der Realität? Die US-Konjunkturdaten der letzten Wochen und Monate sind bestenfalls als „gemischt“ zu bezeichnen, viele US-Unternehmen bekommen den starken Dollar zu spüren. Und so richtig bullisch geht es derzeit an den US-Aktienmärkten auch nicht zu: der S&P hat erstmals seit zwei Jahren das gestern zu Ende gegangene Quartal mit einem leichten Minus abgeschlossen (-0,2%), nachdem er zwischen 2011 und 2013 um 47% gestiegen war. Seit 2009 konnte der Index sogar um 200% zulegen – im gleichen Zeitraum haben sich die Gewinne der US-Unternehmen verdoppelt. Einen wesentlichen Beitrag zu dem Anstieg der letzten Jahre leisteten jedoch die Rückkäufe eigener Aktien durch US-Unternehmen (allen voran Apple), deren Gesamtvolumen zwei Billionen Dollar beträgt.

Mithin preisen die Märkte also ersmals seit Jahren ein, dass die Dinge sich nicht mehr ungebremst nach oben entwickeln werden. Dass nun erstmals seit 2010 der S&P nicht mehr zulegen kann, sollte ein Warnzeichen sein – es ist vielleicht sogar ein Wendepunkt, der in der Rückschau als „historisch“ eingestuft werden könnte. Denn seit Beginn der Woche handelt der S&P unter seiner 200-Tagelinie – das kam seit 2012 nur einmal vor: bei dem letzten sell-off im vergangenen Oktober. Technisch gesehen jedoch ist das Unterschreiten der 200-Tagelinie ein Verkaufssignal, das dem ungebrochenen Optimismus der US-Analysten widerspricht. Der Optimisimus jedoch in den USA ist derzeit auch in der „normalen“ Bevölkerung groß: so stieg gestern das US-Verbrauchervertrauen in die Nähe von Allzeithochs – ähnliche Werte wurden zuletzt 2007 erreicht. Und was dann kam, ist bekannt.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    GN

    1. Juli 2015 11:15 at 11:15

    …btw. ….was ist denn eigentlich aus dem großen Shorttrade auf den S+P 500 geworden……da war doch was im Mai…

  2. Avatar

    GN

    1. Juli 2015 11:18 at 11:18

    ….Daumen hoch für diesen Kommentar!!!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Riskante Euphorie

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Besprochen wird die derzeit riskante Euphorie an der Wall Street.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage