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„Keine Inflation, keine Blase, keine Probleme“ – aktueller Marktkommentar

Viele Geldscheine als Symbol für Inflation

Ipek Ozkardeskaya, Senior Analyst bei Swissquote, hat vor wenigen Minuten ihren aktuellsten Marktkommentar verfasst mit der ins Deutsche übersetzten Headline „Keine Inflation, keine Blase, keine Probleme“. Auszüge ihrer aktuellen Marktbetrachtung drucken wir hier ab. Die Launenhaftigkeit des Montags habe an den Aktienmärkten nicht lange angehalten. Die Bullen seien zurückgekehrt zurück und Reflation stand bei den meisten Händlern auf dem Speiseplan.

US-Rohöl weitete seine Gewinne aus, nachdem bekannt wurde, dass die Wahl von Raisi im Iran die Atomgespräche erschwert und die Wahrscheinlichkeit einer Aufhebung der Sanktionen für iranische Ölexporte sinkt. In Zahlen ausgedrückt bedeute dies, dass täglich etwa 4 bis 6 Millionen Barrel nicht mehr zum weltweiten Angebot hinzukommen werden. Stimmungsmäßig bedeutet dies laut Ipek Ozkardeskaya einen positiven Schub für die Ölpreise. Dennoch sollte die Oberseite in der Nähe von 75/78 $ pro Barrel gedeckelt bleiben, da steigende Ölpreise auch die Inflationserwartungen anheizen, die Falken der Fed wieder auf den Plan rufen und die Aussichten auf eine langsamere globale Erholung und eine geringere globale Nachfrage im Falle einer verfrühten geldpolitischen Straffung.

Inflation und die Märkte

Der ehemalige US-Finanzminister Summers und Ray Dalio warnten, dass möglicherweise eine Blase entstehe. Solange die Blase aber wächst, gibt es laut Ipek Ozkardeskaya kein Problem. Letzteres erkläre, warum der Markt keine Zeit findet, sich mit den Blasenwarnungen zu beschäftigen. Die Rebounds würden so schnell passieren, dass ein Abtauchen oder die Hinwendung zu weniger riskanten Assets schon seit einiger Zeit keine gute Idee mehr sei und es vielleicht auch noch einige Zeit nicht sein wird. Im Nachgang der Ereignisse habe sich das Ignorieren der Blasenwarnungen als profitabel erwiesen.

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Und wer wird heute mehr Luft (in die Blase) reinpumpen? Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell wird nach Meinung von Ipek Ozkardeskaya wiederholen, dass die Inflation vorübergehend ist und zurückgehen wird, „wenn diese vorübergehenden Angebotseffekte nachlassen“. Wie viel Zeit man habe, bevor die Angebotseffekte abklingen, das sei die große Frage. Unabhängig davon seien die Risiken für Risikoanleger bei Powells heutiger Aussage vor dem Kongress nach oben geneigt. Powell habe die Märkte im Griff und werde sie nicht mehr loslassen.

An der Renditefront deute die Volatilität auf Verwirrung und unbeantwortete Fragen unter den Anlegern hin, aber die Niveaus bleiben laut Ipek Ozkardeskaya komfortabel niedrig, um irgendeine Art von Migration hin zu weniger riskanten Anlagen auszulösen. Wenn überhaupt, werde man nur eine Reflation sehen, eine Umstellung von Wachstum auf Value. Am Devisenmarkt gab der Greenback einen Teil seiner jüngsten Gewinne gegenüber den wichtigsten G10-Ländern wieder ab. Die Rede von Jay Powell werde heute wahrscheinlich ein stärkeres Argument für einen weicheren US-Dollar liefern.

Gold hingegen sei im Moment sicherlich kein Kauf. Der positiven Korrektur wird laut Ipek Ozkardeskaya wahrscheinlich die Kraft fehlen, um den Widerstand des gleitenden 100-Tage-Durchschnitts bei $1795 pro Unze zu überwinden, und das in einem Umfeld unverwüstlicher Risikobereitschaft.

Bitcoin vor großer Bewegung?

Insgesamt wird die Marktstimmung bei Risiko-Assets laut Ipek Ozkardeskaya wahrscheinlich positiv bleiben, und sogar bei Bitcoin, das sich der $30K-Marke aufgrund von Nachrichten über ein weiteres chinesisches Durchgreifen gegen Miner genähert hat. Aber die $30K Unterstützung sei sehr solide und scheine im Moment zu halten. Technisch gesehen gibt es zwei „Make-or-Break“-Levels auf dem Bitcoin-Chart: die $30K-Unterstützung auf der Unterseite und der $43K-Widerstand auf der Oberseite, welcher der 200-Tage gleitende Durchschnitt ist. Es ist schwer zu sagen, was zuerst durchbrechen wird, aber der Zustand der technischen Indikatoren deutet darauf hin, dass die $30K Unterstützung zuerst fallen könnte. In der Tat gebe es eine Todeskreuz-Formation auf dem Tages-Chart, die darauf hinweise, dass die technischen Indikatoren für einen weiteren Bitcoin-Ausverkauf sprechen. Insgesamt gesehen könne man sagen, dass der 43$K Widerstand schnell überwunden werden sollte, um einen Absturz zu verhindern. Und wenn die Bullen es in den nächsten paar Sitzungen nicht über den 200-Tage gleitenden Durchschnitt schaffen, dann würden laut Ipek Ozkardeskaya die Bären ernsthaft das Kommando übernehmen. Angesichts der Stärke der 30K-Unterstützung werde man einen steilen Ausverkauf im Bitcoin sehen, wenn die Unterstützung durchbrochen wird. Und der nächste Stopp unterhalb von $30K liege bei $20K.



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