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600.000 Barrel pro Tag betroffen Nicht mal ein Pipeline-Ausfall in den USA kann den Ölpreis pushen

Eine wichtige Öl-Pipeline in den USA fällt aus, und der Ölpreis kann davon nur wenige Minuten profitieren. Hier die Details.

Seit Tagen fällt der Ölpreis. Von über 82 Dollar am Montag ging es für das amerikanische WTI-Öl bis heute bergab auf Tiefs unter 72,50 Dollar. Aber heute Nachmittag – auf einmal – gab es einen Aufwärtsmove von 73,90 Dollar bis auf 75,38 Dollar. Aber nur wenige Minuten später verlor der Ölpreis wieder auf aktuell 73,49 Dollar. Der kurzfristige Gewinn ist also wieder weg.

Ausgelöst wurde dieser kurze schnelle Anstieg von der Nachricht, dass eine wichtige Öl-Pipeline von Kanada bis zum Golf von Mexiko ausgefallen ist. Sie kann pro Tag 600.000 Barrel Öl nach Süden befördern. Verknappung von Öl? Offenbar kann dieses Szenario nicht mal dabei helfen länger als ein paar Minuten den Ölpreis zu pushen! Ändern könnte sich dies womöglich, wenn der Pipeline-Betreiber erklären würde, dass der Ausfall längere Zeit andauert? Denn dieser Ausfall ist keine Kleinigkeit.

Hier dazu aktuelle Aussagen von Bloomberg: Das Keystone-Ölpipelinesystem, eine wichtige Verbindungsleitung zwischen Kanada und der US-Golfküste, wurde abgeschaltet, nachdem aus der Pipeline Öl im Bundesstaat Kansas ausgelaufen war. Der Vorfall ereignete sich etwa 20 Meilen (32 Kilometer) südlich von Steele City, Nebraska, teilte der Eigentümer der Pipeline, die TC Energy Corp heute in einer Erklärung mit. Die US-Rohöl-Futures stiegen um bis zu 4,4 %, da eine Verknappung des Angebots erwartet wurde.

Der betroffene Abschnitt wurde isoliert, und die Besatzungen arbeiten daran, das Öl einzudämmen und zu bergen, so TC. Das Keystone-System kann mehr als 600.000 Barrel Rohöl pro Tag befördern. Das Öl-Leck folgt auf mehrere andere Lecks, die Keystone in den letzten Jahren betroffen haben. Das System wurde im Oktober 2019 abgeschaltet, nachdem in North Dakota tausende von Barrel Öl ausgelaufen waren.

Die Futures der Sorte West Texas Intermediate stiegen im New Yorker Handel auf über 75 $ je Barrel, bevor sie ihre Gewinne wieder abbauten. Der nächstgelegene Zeitspread für die US-Benchmark stieg um bis zu 42 Cent an und bildete eine bullische Backwardation-Struktur. Ein längerer Ausfall würde die Märkte in Cushing, Oklahoma, dem Lieferort der US-Benchmark-Rohöl-Futures, sowie an der Golfküste erheblich verknappen.

Die Vorräte in Cushing befinden sich bereits auf dem niedrigsten Stand seit Juli und saisonal auf einem mehrjährigen Tiefstand. Da die Raffinerien im Mittleren Westen so gut ausgelastet sind wie seit August nicht mehr, könnte es auf dem Markt zu Engpässen kommen, solange die wichtige Versorgungsleitung geschlossen ist. Händler gehen davon aus, dass der Ausfall einige Tage dauern wird, da das Leck eine Wasserstraße erreicht hat.

TC gab nicht sofort eine Schätzung über die Menge des ausgetretenen Rohöls oder einen Zeitplan für die Wiederinbetriebnahme ab. Das Umwelt- und Energieministerium von Nebraska bestätigte, dass das Leck in Kansas und nicht in Nebraska aufgetreten ist. Die Pipeline and Hazardous Materials Safety Administration teilte mit, sie habe Personal an den Ort des Rohölaustritts vom 7. Dezember in der Nähe von Washington, Kansas, entsandt. „Die Leitung wurde aus dem Verkehr gezogen und bleibt abgeschaltet“, so die Behörde. „Die Untersuchung der Ursache des Lecks durch die PHMSA ist noch nicht abgeschlossen.

FMW/Bloomberg

Rohre für die Keystone Pipeline in Kanada
Pipes for the Keystone XL pipeline stacked in a yard near Oyen, Alberta, Canada, on Tuesday, Jan. 26, 2021. U.S. President Joe Biden revoked the permit for TC Energy Corp.’s Keystone XL energy pipeline via executive order hours after his inauguration, the clearest sign yet that constructing a major new pipeline in the U.S. has become an impossible task.


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2 Kommentare

  1. Vladimir findet sicher ein Mittel um den Ölpreis auf gewünschtes Nivau zu bringen. Es könnte ja vielleicht auch durch Sprengungen von anderen Pipelines passieren.Die Amis wissen mindestens wie man das macht ohne Spuren zu hinterlassen.Wenn schon Alles manipuliert ist, wieso sollte das beim Öl nicht möglich sein? Zudem glaube ich nicht,dass der Ölpreis weit unter Vorcorona fallen wird.

  2. Welchen Bären wollen Sie denn Lesern aufbinden?!
    Es war Joe Biden’s erste Amtshandlung eben die Keystone-Pipeline abzuschalten. Die Inflations-Journalisten von den Reps und von den moderateren Dems berichten doch schon seit Monaten darüber und drängen die Links-Extremen und „New green Deal“ Institutionen der Dems endlich diese Pipeline wieder zu öffnen damit die Benzin und Diesel-Preise etwas Druck aus der Inflation abzulassen. Stattdessen verkauft Joe Biden doch lieber Öl aus den Strategischen Notreserven der USA an Schina!!

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