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KI-Aktien: Gewinner und Verlierer – vier einfache Charts

Hersteller von KI-Speicherchips steigen massiv an, die Endkunden verlieren. Eine klare Börsenbewegung in vier Charts.

KI-Universum
Grafik: ChatGPT

Die „Marschroute“ am Aktienmarkt ist seit Wochen klar: Aktien von Speicherchip-Herstellern haussieren. Und die Aktien ihrer Kunden verlieren deutlich. Vorletzte Woche war eine Art „Erleuchtung“ für alle Anleger, die seit geraumer Zeit auf Speicherchip-Aktien gesetzt haben. Alleine Alphabet und Amazon verkündeten im Rahmen ihrer Quartalszahlen, dass sie ihr Investitionsausgaben (CAPEX) nur in diesem Jahr zusammen um mehr als 100 Milliarden Dollar stärker erhöhen werden, als bisher von Analysten erwartet.

KI-Wettlauf: Die Giganten pumpen 650 Milliarden Dollar in 12 Monaten

Insgesamt wollen (abseits von Oracle) die vier großen Kunden für KI-Infrastruktur (Meta, Microsoft, Amazon, Alphabet) in diesem Jahr satte 650 Milliarden Dollar für CAPEX ausgeben, den allergrößten Teil davon offensichtlich für KI-Infrastruktur. Anleger und Analysten zweifeln schon seit Monaten: Werden Einnahmen und Ausgaben zum Thema KI in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen? Die Mega-Ankündigungen aus vorletzter Woche haben ihre Bedenken nur noch verstärkt. Entsprechend fallen die Aktien der Unternehmen, die am Ende der Lieferkette stehen – die Konzerne, bei denen wir alle täglich entspannt KI-Anwendungen aller Art nutzen.

Speicherchip-Aktien gewinnen – Endkunden-Aktien verlieren

Im folgenden Chart sehen wir seit Anfang November 2025: Oracle fällt am stärksten um satte 40 %. Denn die schuldenbeladene Firma nimmt weitere Schulden auf. Auch wenn die jüngsten Anleiheemissionen reißenden Absatz fanden: Wenn Anleger an einem KI-Unternehmen zweifeln, dann wohl zu allererst an Oracle. Aber auch der Mega-Konzern Microsoft verliert binnen 3 1/2 Monaten ein Viertel seines Börsenwerts. Amazon verliert 22 %, Meta 5,8 %. Alphabet gewinnt seitdem immerhin noch 6,9 %. Denn Beobachter der KI-Welt glauben zumindest derzeit daran, dass die KI-Anwendung Gemini von Alphabet dem großen Konkurrenten ChatGPT überlegen ist. Ein Sonderfall ist die Nvidia-Aktie mit -13,25 % seit Anfang November. Der Chiphersteller sollte doch eigentlich profitieren von der anstehenden Ausgabenflut der KI-Konzerne?

Nvidia, Amazon, Meta, Microsoft und Oracle im Kursverlauf seit November 2025
Ein eindeutiges Bild liefern die Hersteller von Speicherchips, siehe folgender Chart: Seit Anfang November steigt die Sandisk-Aktie um 35 %, SK Hynix +36 %, Samsung +63,5 % und Micron Technology +75 %. Berichte aus der Branche zeigen ganz eindeutig eine globale Knappheit an Speicherchips. Auch wenn die Hersteller die Kapazitäten gerade massiv erhöhen, wird die Nachfrage nach Speicherchips noch lange deutlich über dem Angebot bleiben, die Preise explodieren. Dies zeigt sich in den Aktienkursen dieser Hersteller.

Aktienperformance der Speicherchip-Unternehmen Samsung, Micron, SK Hynix und Sandisk

Zwölf-Monatsvergleich

Nachfolgend zeigen wir die selben Charts mit einem Zeitraum von zwölf Monaten: Hier sehen wir, dass die Big Tech-Unternehmen schon seit längerer Zeit keine Selbstläufer mehr an der Börse sind: Amazon -23,9 %, Meta -22,4 %, Oracle -18,7 5, Microsoft -13,9 %. Nur Nvidia und Alphabet können binnen zwölf Monaten mit +19,4 % und +44,9 % Anstiege vorweisen.

Prozentualer Verlauf von Nvidia, Oracle, Meta und anderen Aktien in den letzten zwölf Monaten

Auch im Zwölf-Monatsbild ist die Lage bei den Herstellern von Speicherchips eindeutig: Micron +281 %, SK Hynix +268 %, Samsung +192 %, Sandisk +67 %. Im Augenblick scheint diese Bewegung in Takt zu sein: Die Endkunden, die die monströsen KI-Kosten stemmen, werden an der Börse abgestraft. Die Hersteller der Hardware sind die Gewinner.

Prozentuale Entwicklung von Samsung, Micron und anderen Aktien seit zwölf Monaten



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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1 Kommentar

  1. Nun ja, mit Facebook, Instagram und der Amazon Prime Video-App alleine ist es natürlich auch nicht getan. Es bedarf hierbei noch des Samsung-Smartphones.

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