Die Stimmung rund um den KI-Boom ist innerhalb weniger Wochen komplett gekippt. Ausgerechnet die größten Gewinner der vergangenen Monate stehen plötzlich massiv unter Druck. KI-Aktien und Speicherchip-Hersteller wie SanDisk, SK Hynix und Samsung Electronics haben teils mehr als die Hälfte ihres Börsenwerts eingebüßt. Doch spricht der dramatische Crash tatsächlich für das Platzen der KI-Blase – oder übertreiben die Märkte gerade und legen damit bereits den Grundstein für die nächste Rally?
Warum KI-Aktien abstürzen
Wie Bloomberg berichtet, hat sich die Verkaufswelle bei KI-Aktien in den vergangenen Tagen nochmals deutlich beschleunigt. Nach Monaten, in denen Anleger nahezu blind auf Chip-Aktien und andere KI-Gewinner setzten, werden diese Positionen nun in großem Stil abgebaut. Laut UBS hat die Rotation zwischen KI-Gewinnern und KI-Verlierern in den USA inzwischen ein Rekordniveau erreicht. Zwar sprechen Strategen von einer Umschichtung innerhalb des Marktes – die Kursverluste einzelner Chip- und Speicherchip-Aktien nehmen inzwischen jedoch eindeutig Crash-Ausmaße an.

Besonders deutlich zeigt sich der Ausverkauf bei einigen der größten Gewinner des KI-Booms. Die Aktie von SanDisk verlor seit ihrem Hoch Ende Juni in der Spitze rund 55 Prozent, Micron büßte im selben Zeitraum zwischenzeitlich rund 37 Prozent ein. Noch heftiger traf es die asiatischen Speicherchip-Hersteller: SK Hynix brach zeitweise um 58 Prozent ein, Samsung Electronics verlor fast 50 Prozent. Entsprechend geriet auch der südkoreanische Kospi-Index als wichtiger Gradmesser für die KI-Rally massiv unter Druck.
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Selbst Big Tech blieb von der Verkaufswelle nicht verschont: Meta verlor innerhalb von nur zwei Wochen rund 14 Prozent, während Nvidia aktuell knapp 17 Prozent unter seinem Allzeithoch notiert. Während der Gesamtmarkt bislang lediglich korrigiert, erleben einzelne KI-Gewinner damit bereits einen ausgewachsenen Crash.
China schürt neue Ängste
Zusätzlichen Druck löste zuletzt ein Bericht aus, wonach ein staatlich unterstütztes chinesisches Unternehmen erstmals eigene Immersions-DUV-Lithografiesysteme entwickelt haben soll. Die Nachricht belastete vor allem ASML und schürte neue Sorgen über Chinas technologische Fortschritte im Halbleitersektor. In der Folge nahm die Korrektur bei KI- und Chip-Aktien weiter an Fahrt auf.
Bloomberg Intelligence hält die Marktreaktion allerdings für überzogen. Analyst Masahiro Wakasugi geht davon aus, dass China selbst im günstigsten Fall noch sieben bis zehn Jahre benötigen dürfte, um den technologischen Rückstand zu ASML aufzuholen. Zudem dürfte sich ASML in dieser Zeit technologisch ebenfalls weiterentwickeln.
Big Tech: Jetzt zählt die Rendite
Noch vor wenigen Monaten feierten Anleger nahezu jede neue Milliardeninvestition in Künstliche Intelligenz. Inzwischen hat sich die Stimmung jedoch spürbar gedreht. Das zeigte zuletzt Alphabet: Trotz besserer Quartalszahlen und eines starken Cloud-Geschäfts geriet die Aktie deutlich unter Druck, nachdem das Unternehmen seine KI-Investitionen erneut erhöht hatte.
Nach dem Dämpfer bei Alphabet richtet sich der Blick nun auf die nächsten Tech-Schwergewichte. Heute Abend legen Microsoft und Meta ihre Zahlen vor, morgen folgt Amazon. Anleger wollen nicht mehr nur steigende KI-Investitionen sehen – im Gegenteil: Sie erwarten den Beweis, dass sich die milliardenschweren Ausgaben zunehmend in höheren Umsätzen, steigenden Gewinnen und besseren Margen widerspiegeln.
Kommt jetzt der Rebound?
Trotz des massiven Ausverkaufs sehen einige Strategen erste Anzeichen dafür, dass die Bereinigung bei KI-Aktien bereits weit fortgeschritten sein könnte. Goldman Sachs geht davon aus, dass sich der Crash bei Chip-Aktien inzwischen in einer späten Phase befindet. Gleichzeitig profitieren zuletzt klassische Value-Aktien, während Kapital aus den KI-Gewinnern abgezogen wird. Das spricht eher für eine Umschichtung innerhalb des Aktienmarktes als für eine breite Flucht aus Aktien.
„Anleger werden in dieser Berichtssaison deutlich wählerischer. Starkes Umsatzwachstum allein reicht nicht mehr aus. Die Märkte wollen Belege dafür sehen, dass die hohen Investitionen in nachhaltige Gewinne münden“, sagt Daniela Hathorn, Senior Market Analyst bei Capital.com. Deshalb dürften die Ergebnisse der verbleibenden Magnificent-Seven-Unternehmen entscheidend für die weitere Richtung der Aktienmärkte sein.
Die kommenden beiden Handelstage könnten zum Wendepunkt für KI-Aktien werden. Bestätigen Microsoft, Meta und Amazon, dass sich die milliardenschweren KI-Investitionen zunehmend auszahlen, könnte sich der jüngste Crash bei einigen KI-Aktien im Nachhinein als übertriebene Bereinigung erweisen. Bleiben diese Signale jedoch aus, dürfte die Debatte über eine platzende KI-Blase weiter an Fahrt gewinnen.
FMW/Bloomberg
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Der letzte große Crash führte den Nasdaq Composite Index und den Nasdaq 100 Index …um über 80 Prozent nach unten…März 00 bis Herbst 02…deshalb ist jetzt nicht davon auszugehen… das da irgendwas schon ansatzweise eingepreist wäre… wo wir immer noch in der Nähe der alten All Time Highs stehen…
Korea ist kein Maßstab… siehe die Tigerstaaten- Krise der Neunziger…Amerika ist entscheidend und dort der Kreditmarkt…Anleihen…Bankkredite…Schuldverschreibungen…