Heute zwar nicht mehr, aber noch letzter Woche war „ganz plötzlich“ die hohe Bewertung bei amerikanischen KI-Aktien das Thema Nummer 1 bei Anlegern und Analysten. Aber nur weil diese Woche die Zinssenkungen der Federal Reserve in den Vordergrund geschoben werden, sind die Big Techs in den USA deswegen nicht plötzlich günstiger bewertet. Die KGV-Werte sind hoch. Für Neu-Einsteiger zu hoch? Analysten schlagen aktuell eine interessante Alternative vor.
Aktienanleger, die in das beliebte Thema Künstliche Intelligenz (KI) investieren möchten, sollten laut Saxo Markets nach Möglichkeiten in Asien Ausschau halten, da US-Technologieunternehmen mit überhöhten Bewertungen zu kämpfen haben. „Asien bietet einen günstigeren, stärker gewinnorientierten Zugang zu diesem Megatrend“, schrieb Charu Chanana, Chief Investment Strategist bei Saxo in Singapur, laut Bloomberg in einer Mitteilung. „Rund 70 % der weltweiten Chipherstellung, 90 % der KI-Speicher und fast die gesamte Kapazität für fortschrittliche Verpackungen befinden sich in Taiwan, Korea und Japan – was die Region für das KI-Ökosystem unverzichtbar macht.“
Auf der anderen Seite seien die Bewertungen von US-Technologieunternehmen hoch und die Unternehmen dort seien mit mehreren Risiken wie Konzentration und Zirkularität konfrontiert, fügte sie hinzu. Der S&P 500 Information Technology Index wird mit fast dem 30-fachen seines erwarteten Jahresgewinns (KGV) gehandelt, gegenüber einem Wert von 17 für den MSCI Asia Pacific Information Technology Index, wie Daten von Bloomberg zeigen.
Die Kommentare von Saxo kommen zu einer Zeit, in der Investoren zunehmend besorgt sind über die überhitzten Bewertungen einiger der größten KI-Gewinner, insbesondere von US-amerikanischen Innovationsführern wie Nvidia. In jüngster Zeit hat eine Welle von Kreislaufgeschäften zwischen OpenAI, Nvidia und anderen KI-fokussierten Unternehmen zusätzliche Befürchtungen geweckt, dass der Boom künstlich aufgebläht wird.
Asiatische KI-Unternehmen sind zwar ebenfalls dem „globalen Zyklusrisiko” ausgesetzt, bieten jedoch eine bessere Ertragstransparenz, da ein Großteil der Investitionen zum Aufbau der KI-Infrastruktur in asiatische Lieferketten fließt, schrieb Chanana von Saxo in der Mitteilung. „Der physische Aufbau der KI-Infrastruktur – Chips, Server, Rechenzentren – schreitet mit voller Geschwindigkeit voran, und ein Großteil davon findet in Asien statt”, fügte sie hinzu.
FMW/Bloomberg
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken
