Ein gigantisches Machtspiel entfaltet sich an der Schnittstelle von Technologie und Finanzen: Nvidia, Oracle und OpenAI treiben die neue Ära der Künstlichen Intelligenz (KI) voran – und scheinen dabei ein und dasselbe Geld immer wieder im Kreis zu bewegen. Milliarden wechseln den Besitzer, Aktien explodieren, und Investoren sprechen von der größten technologischen Revolution seit dem Internet. Doch hinter dem Glanz der Innovation wächst der Verdacht: Handelt es sich um ein zukunftsweisendes Ökosystem – oder um ein perfekt getarntes Ponzi-Schema im Hightech-Gewand?
Nvidia, Oracle, OpenAI – Ponzi-Schema?
Bravos Research analysiert in seinem neuen Video „Das ist viel gefährlicher, als man denkt“ das komplexe Beziehungsgeflecht der KI-Schwergewichte Nvidia, Oracle und OpenAI sowie die milliardenschweren KI-Investitionen, die bisher keinen messbaren Nutzen bzw. Ertrag bringen. Im September 2025 erschütterte ein Megadeal die Finanzwelt: OpenAI unterzeichnete eine Vereinbarung mit Oracle im Volumen von 300 Milliarden US-Dollar. Die Nachricht löste eine Kursrallye von fast 50 Prozent bei der Oracle-Aktie aus. Der Konzern nutzte den Kursanstieg, um in großem Stil Hardware von Nvidia zu erwerben – ein Schritt, der Nvidias Aktie auf neue Rekordhöhen trieb. Nvidia wiederum investierte 100 Milliarden US-Dollar in seine Partnerschaft mit OpenAI zurück. Zuletzt schlossen OpenAI und AMD einen ähnlichen Deal ab.
Was wie separate Deals erscheint, ist in Wahrheit ein enges Geflecht gegenseitiger Abhängigkeiten. Nvidia, Oracle und OpenAI agieren zugleich als Kunden, Lieferanten und Investoren – ein sich selbst verstärkender Kreislauf aus Kapital und Einfluss. Das Kapital in der Branche der Künstlichen Intelligenz (KI) scheint sich also zunehmend im Kreis zu drehen – ein System, das die Analysten von Bravos Research mit einem Ponzi-Schema vergleichen.
KI: Massive Ausgaben, wenig Ertrag
Laut einer aktuellen MIT-Studie werfen jedoch 95 Prozent der bisherigen Investitionen in generative KI keinerlei Rendite ab. OpenAI selbst versucht, durch neue Geschäftsfelder wie animierte Videoproduktion seine Einnahmen zu diversifizieren – weit entfernt von der einst propagierten technologischen Revolution. Während der Nasdaq 100 seit der Veröffentlichung von ChatGPT seinen Wert mehr als verdoppelt hat, bleibt die fundamentale Basis dieser Hausse fragil. Wenn ein Großteil der milliardenschweren KI-Investitionen keinen messbaren Nutzen bzw. Ertrag bringt, droht eine Korrektur mit weitreichenden Folgen.
Das MIT verweist immerhin auf erste Erfolgsgeschichten: 40 Prozent der befragten Unternehmen nutzen Sprachmodelle für einfache Aufgaben wie E-Mail-Entwürfe oder Zusammenfassungen. Zudem entstehe eine „Schattenwirtschaft der KI“, in der Angestellte privat Tools einsetzen, um produktiver zu arbeiten. Doch die Milliardeninvestitionen waren nie für individuelle Effizienzgewinne gedacht, sondern sollten Konzernen helfen, Kosten massiv zu senken. Diese Hoffnung erfüllt sich bislang nicht. Der Marktwert der Technologiebranche basiert also auf Erwartungen, die kaum durch reale Profite oder Kostenersparungen gedeckt sind.
Die Dimension der Investitionen ist enorm: Alphabet, Amazon, Microsoft und Meta pumpen allein 2025 rund 300 Milliarden US-Dollar in KI – das entspricht 1,2 Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts. Noch bedenklicher ist die Finanzierung über Schulden. Google, Meta, Microsoft und Oracle haben ihre Verbindlichkeiten in den vergangenen Jahren dramatisch ausgeweitet. Laut JP Morgan stammen inzwischen 14 Prozent aller Unternehmensanleihen aus KI-bezogenen Finanzierungen. Wenn die Technologie kurzfristig keine Rendite liefert, droht ein gefährlicher Schuldendruck.
Parallelen zur Dotcom-Blase
Analysten ziehen Parallelen zur Dotcom-Blase Ende der 1990er Jahre. Schon damals trieb euphorische Spekulation Unternehmen wie Cisco, Intel oder Microsoft zu waghalsigen Investitionen, bevor der Markt 2000 kollabierte. Auch heute stützt eine lockere Geldpolitik der US-Notenbank Fed die Bewertungen. Doch sobald die Federal Reserve die Zinsen wieder anhebt, könnte die spekulative Blase platzen.
Bravos Research bleibt dennoch optimistisch und verweist auf kurzfristige Chancen: Halbleiterwerte wie Nvidia, ASML oder Applied Materials böten trotz aller Risiken weiteres Potenzial – vorausgesetzt, die Liquiditätssituation bleibt günstig und die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) fließen weiter. Doch der Markt erinnert zunehmend an eine Zeit, in der Gier und Hoffnung die Fundamentaldaten verdrängten – ein gefährliches Spiel, das wie einst beim Internetboom schnell kippen könnte.
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Nächstes Jahr gibt, s ne Rutsche am Markt. Nicht die Frage ob, sondern wann.
Und dann nutzt Gold auch nix. Wird ebenso abschmieren, weil versucht wird die Futures zu stützen.
Immer im Kreis das selbe Geld verschieben. Tolles Perpetuum mobile, wird schon klappen. Die KGV der Firmen ist auch schon komplett aus dem Ruder. So etwas juckt ja schon lange nicht mehr. Buy the dip Idiot.
Der Vergleich mit der Dot Com Blase hingt, da wir damals von einem viel tieferen Niveau gestartet waren ,somit konnten sich langfristig orientierte Anleger sicher sein ,ihren Einsatz irgendwann wieder zu sehen wenn die zum Beispiel langfristig in einen Index investierten…
Also Dow, Nikkei, DAX, MDax oder Nasdaq…
Heute hängt viel von den Notenbanken ab….
Es ist im Grunde eine Wette, ständig von den Notenbanken heraus gehauen zu werden wenn’s einmal nicht stimmt…wenn’s einmal brenzlig wird an den Märkten…
Toller Artikel, Danke