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KI-Disruption belastet Aktienmärkte: Öl stabil, Goldpreis sinkt

KI-Disruption belastet Aktienmärkte: Öl stabil, Goldpreis sinkt
Grafik: ChatGPT

Die KI-Disruption verschärft die Unsicherheit an den Aktienmärkten und sorgt für wachsende Nervosität in mehreren Sektoren. Parallel dazu bleiben geopolitische Spannungen im Nahen Osten ein Risikofaktor. Während Öl angesichts dieser Lage stabil notiert, gerät der Goldpreis unter Druck. Zugleich richten sich die Blicke der Investoren auf die US-Notenbank Fed und neue Konjunkturdaten, die den weiteren Kurs an den Märkten beeinflussen könnten.

Öl robust, Goldpreis fällt, Aktienmärkte tiefer

Wie Bloomberg berichtet, behaupten die Ölpreise ihre jüngsten Gewinne, da Händler ein erhöhtes geopolitisches Risiko einpreisen. Hintergrund sind iranische Marineübungen in der Nähe einer strategisch wichtigen Schifffahrtsroute – kurz bevor die Gespräche zwischen dem Iran und den USA wieder aufgenommen werden.

Brent-Öl notierte bei rund 68 US-Dollar je Barrel, nachdem es am Montag um 1,3 % zugelegt hatte. Die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) bewegte sich nahe 64 US-Dollar. Präsident Donald Trump erklärte, er werde indirekt an den Gesprächen beteiligt sein, und fügte hinzu, dass der Iran an einer Einigung interessiert sei.

Der Goldpreis gab zwischenzeitlich um rund 3 % auf 4.859 US-Dollar je Unze nach, während Silber um 4 % auf 72,74 US-Dollar fiel. An den asiatischen Aktienmärkten zeigte sich bei dünnem Feiertagshandel ein uneinheitliches Bild. Mehrere Börsen – darunter Festlandchina und Hongkong – blieben aufgrund des Mondneujahrs geschlossen.

Die US-Aktienmärkte nehmen nach dem Presidents’ Day am Dienstag wieder den Handel auf. Schwächer notierende US-Futures signalisieren jedoch einen verhaltenen Wochenstart. Auch der DAX liegt vorbörslich im Minus. Im weiteren Wochenverlauf richten sich die Blicke der Marktteilnehmer auf neue Konjunkturdaten, die Hinweise auf die wirtschaftliche Dynamik liefern sollen.

Fed-Zinspfad im Fokus

Besonders im Mittelpunkt steht weiterhin die US-Geldpolitik. Nach den niedriger als erwarteten Inflationsdaten vom Freitag preisen Händler inzwischen vollständig eine Zinssenkung der Federal Reserve im Juli ein, mit einer signifikanten Wahrscheinlichkeit bereits im Juni.

„Das Umfeld für Aktien ist nach den Verbraucherpreisdaten positiv“, sagte Andrea Gabellone, Leiter globale Aktien bei KBC Securities. Zugleich warnte er vor stärkerer Streuung an den Aktienmärkten, da die Stimmung gegenüber KI-sensiblen Sektoren weiterhin kritisch sei.

Auch geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten erhöhen die Unsicherheit. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi traf sich in Genf mit dem Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde, im Vorfeld einer zweiten Runde von Atomverhandlungen mit den USA.

Trump drohte dem Iran mit militärischen Maßnahmen, sollte keine Einigung zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms erzielt werden. Im Gegenzug stehen mögliche Sanktionserleichterungen im Raum. Berichten zufolge wurden Kriegsschiffe und Kampfjets in die Region entsandt – eine Reaktion auf die jüngsten gewaltsamen Niederschlagungen von Protesten im Iran.

Anleihemärkte und Renditen

Weitere Impulse zur Zinspolitik werden von öffentlichen Auftritten führender Notenbankvertreter erwartet. Fed-Gouverneur Michael Barr spricht über Arbeitsmarkt und KI, während die Präsidentin der Fed von San Francisco, Mary Daly, sich zu KI und Konjunktur äußert.

Zusätzlich beobachten Investoren die ADP-Arbeitsmarktdaten sowie das Protokoll der Fed-Sitzung vom Januar, das weitere Hinweise zur geldpolitischen Ausrichtung liefern dürfte.

Am US-Anleihemarkt wurde der Kassahandel am Dienstag wieder aufgenommen. Staatsanleihen hatten am Freitag nach den moderaten Inflationszahlen deutlich zugelegt. Die Rendite zweijähriger US-Treasuries verharrte nahe dem niedrigsten Stand seit 2022. Marktteilnehmer rechnen inzwischen mit mindestens zwei Zinssenkungen im laufenden Jahr. Die Rendite der zehnjährigen Benchmark-Anleihe lag bei 4,04 %.

KI spaltet die Aktienmärkte

Parallel dazu bleibt der Einfluss Künstlicher Intelligenz ein zentrales Thema an den Aktienmärkten. In den vergangenen Wochen sorgte der sogenannte „KI-Angst-Trade“ für Verkaufsdruck in mehreren Sektoren – weit über den Technologiesektor hinaus.

Ein Analystenteam von JPMorgan unter Leitung von Mislav Matejka rät zur Vorsicht bei Aktien, die durch KI-getriebene „Disruption“ unter Druck geraten könnten. Dazu zählen insbesondere Software-, Dienstleistungs- und Medienunternehmen.

Investmentbanken entwickeln bereits Strategien, um von dieser Divergenz zu profitieren. Goldman Sachs lancierte einen Aktienkorb, der gezielt Unternehmen übergewichtet, die von KI-Adoption profitieren dürften, während potenziell ersetzbare Geschäftsmodelle leerverkauft werden.

Märkte: KI-Sorgen drücken Aktienmärkte - Öl stabil, Goldpreis sinkt
Goldmans KI-resistente Softwareaktien-Auswahl steigt trotz Ausverkauf

Angesichts der fortschreitenden KI-Disruption wird die Widerstandsfähigkeit der Unternehmensgewinne – vor allem in den USA – zum entscheidenden Faktor für die Aktienmärkte.

„In der aktuellen Berichtssaison verzeichnen die Unternehmen ein Gewinnwachstum von 13 %“, erklärte Nataliia Lipikhina, Leiterin der EMEA-Aktienstrategie bei JPMorgan. „Das ist ein wesentlicher Grund, warum wir für den S&P 500 weiterhin positiv gestimmt sind.“

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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1 Kommentar

  1. Was die aktuellen Risikoprämien beim Ölpreis anbelangt, empfinde ich marginal Genugtuung darüber, daß der 47. US-Präsident Donald John Trump die aktuellen Verhandlungen mit dem OPEC+-Mitgliedsland Islamische Republik Iran in Sachen mögliches Ölabkommen nicht alleine seinem Administrations-Mitglied Steve Witkoff überlässt.

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