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Jetzt beginnt der Härtetest KI-Rally am Kipppunkt: Jetzt hängt alles an den Big-Tech-Zahlen

Der Nasdaq MarketSite in New York. Foto: Bloomberg

Die KI-Rally steht nach der jüngsten Korrektur am Kipppunkt. Milliardeninvestitionen der Hyperscaler reichten zuletzt aus, um den S&P 500 und zahlreiche KI-Aktien auf Rekordstände zu treiben. Jetzt wollen Anleger mehr als große Versprechen sehen. Seit Ende Juni geraten ausgerechnet die größten Gewinner des KI-Booms unter Druck, während Kapital in andere Branchen abfließt. Die entscheidende Frage lautet nun: Rechnen sich die gewaltigen KI-Investitionen überhaupt? Antworten darauf dürfte die anlaufende Berichtssaison liefern – und damit über den nächsten Abschnitt der KI-Rally entscheiden.


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Aktienmärkte: Die Stimmung kippt

Bis Mitte-Ende Juni gehörte der Technologiesektor noch zu den größten Gewinnern im S&P 500. Seit Beginn des Juli hat sich das Bild jedoch deutlich verändert. Während Chip- und KI-Aktien kräftig unter Druck geraten, fließt Kapital zunehmend in Energie-, Finanz- und Immobilienwerte. Die aktuelle Entwicklung spricht damit weniger für einen breiten Ausstieg aus Aktien als vielmehr für eine beginnende Sektorrotation.

Besonders auffällig ist dabei, dass ausgerechnet viele der größten Gewinner des KI-Booms zuletzt die höchsten Verluste verzeichneten. Aktien wie Micron, Sandisk, Western Digital oder AMD mussten in den vergangenen Wochen teils hohe zweistellige Kursverluste hinnehmen. Wie Bloomberg berichtet, unterscheiden Anleger inzwischen deutlich kritischer zwischen hohen Erwartungen und tatsächlich erzielbaren Gewinnen.

S&p 500: Tech-Aktien brechen im Juli ein – Anleger verkaufen KI-Gewinner

KI-Investitionen: Milliarden reichen nicht mehr


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Mit der beginnenden Berichtssaison verschiebt sich nun auch der Fokus der Anleger. Entscheidend ist nicht länger, wie viele Milliarden Dollar die Hyperscaler in Rechenzentren, KI-Chips und Infrastruktur investieren. Entscheidend ist vielmehr, welchen wirtschaftlichen Nutzen diese Investitionen tatsächlich bringen.

Genau hier wächst die Skepsis an der Wall Street. „Investoren erreichen inzwischen den Punkt, an dem sie sich mit dem Ausmaß der Ausgaben unwohl fühlen und eine KI-Blase befürchten“, sagte Jake Seltz, Portfoliomanager bei Allspring Global Investments. Entscheidend sei nun eine erneute Beschleunigung des Umsatzwachstums.

In den kommenden zwei Wochen stehen die Quartalszahlen der Big-Tech-Konzerne Alphabet, Tesla, Microsoft, Meta, Apple und Amazon im Mittelpunkt. Erstmals geht es nicht mehr nur um neue KI-Ankündigungen oder höhere Investitionsbudgets. Anleger wollen Belege dafür sehen, dass sich die milliardenschweren Ausgaben bereits in steigenden Cloud-Umsätzen, höheren KI-Erlösen und besseren Margen niederschlagen.

Der Preis des KI-Booms

Warum die Erwartungen inzwischen so hoch sind, zeigt die zweite Grafik eindrucksvoll. Während Halbleiterunternehmen dank der enormen Nachfrage nach KI-Hardware ihre erwarteten freien Cashflows immer weiter steigern konnten, entwickelt sich die Lage bei den Hyperscalern genau entgegengesetzt.

Hyperscaler sind keine Free-Cashflow-Maschinen mehr

Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta investieren inzwischen Hunderte Milliarden Dollar in neue Rechenzentren, KI-Chips und den Ausbau ihrer Infrastruktur. Diese gewaltigen Investitionen belasten jedoch zunehmend den freien Cashflow. Anders ausgedrückt: Während die Chipindustrie derzeit die Ernte des KI-Booms einfährt, bezahlen die Hyperscaler noch immer die Rechnung.

Genau dieser Zusammenhang erklärt auch, warum zuletzt nicht nur die großen Technologiekonzerne, sondern zunehmend das gesamte KI-Ökosystem unter Druck geraten ist. Anleger fragen sich, ob die enormen Investitionen dauerhaft hohe Renditen erwirtschaften können oder ob die Erwartungen inzwischen zu weit vorausgelaufen sind.

Jetzt zählen Ergebnisse

Damit wird die laufende Berichtssaison zum ersten echten Belastungstest für die strauchelnde KI-Rally. Anleger werden deutlich weniger auf neue Investitionsankündigungen achten als auf konkrete Fortschritte bei Umsatz, Profitabilität und Kapitalrendite.

Die Dimensionen sind gewaltig: Allein Alphabet, Microsoft, Amazon und Meta wollen ihre Investitionsausgaben in diesem Jahr auf rund 725 Milliarden US-Dollar erhöhen. Für 2027 rechnen Analysten bereits mit knapp 900 Milliarden US-Dollar.

„Irgendwann werden die Gewinnerwartungen so stark hinterfragt, dass Anleger nicht mehr bereit sind, diese hohen Bewertungsaufschläge zu zahlen“, sagte Todd Ahlsten, Chief Investment Officer bei Parnassus Investments. Der Fokus werde sich künftig deutlich stärker auf Cloud-Margen, Preissetzung und den tatsächlich erzielten KI-Umsatz richten.

Bleiben überzeugende Ergebnisse aus, dürfte der Druck auf KI- und Chip-Aktien anhalten. Liefern die Hyperscaler dagegen den erhofften Renditenachweis für ihre milliardenschweren KI-Investitionen, könnte die aktuelle Korrektur rasch auslaufen und die Aktienmärkte neuen Schwung gewinnen.

KI-Rally: Jetzt kommt der Härtetest

Die vergangenen zwei Jahre wurde der Anstieg des S&P 500 vor allem von der Hoffnung auf künstliche Intelligenz getragen. Jetzt beginnt eine neue Phase. Nicht mehr Ankündigungen oder Milliardeninvestitionen entscheiden über die Kursentwicklung, sondern der konkrete wirtschaftliche Nutzen der KI-Offensive.

Genau deshalb dürfte die Berichtssaison für den weiteren Verlauf der KI-Rally entscheidend werden. Gelingt es den Hyperscalern, ihre Investitionen mit steigenden Umsätzen und Gewinnen zu rechtfertigen, könnte der KI-Boom neuen Schwung erhalten. Bleiben diese Belege jedoch aus, dürfte die aktuelle Rotation an den Aktienmärkten erst der Anfang gewesen sein.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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1 Kommentar

  1. Die gigantischen Investitionen in Rechenzentren landen als Vermögenswerte in der Bilanz. Sobald sie am Netz sind, beginnen die planmäßigen Abschreibungen. Bleiben die Erlöse aus, fressen diese fixen Abschreibungen die operativen Margen der Tech-Riesen von innen auf. Was etwa ab Mitte-Ende 2027 Startet……Countdown läuft ab 2028-2030 Big Crash….oder für ganz wenige Big Cash ( Microsoft´s Datacenter in Texas dient wenigstens der Medizin Revolution Dr.Leonard McCoy “ Pille“ lässt Grüssen )

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